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Christian Hock erzielte in 240 Zweitliga-Spielen 24 Tore © getty

"Das war schon eine Beeinträchtigung", sagt der in Wehen entlassene Coach über die Trainerausbildung. Ein Nachfolger wird bald vorgestellt.

Wiesbaden - Die Ausbildung zum Fußball-Lehrer wurde Christian Hock zum Verhängnis: Der 38-Jährige ist als Trainer beim abstiegsbedrohten Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden noch vor Weihnachten entlassen worden.

Mit nur 14 Punkten aus 17 Spielen überwintert der SVWW auf dem vorletzten Platz der Zweiten Liga. (Spielbericht: Wehen verliert in Rostock)

Als neuer Trainer soll Wolfgang Frank die besten Karten haben. Der 57-Jährige wollte sich noch nicht zu einem möglichen Engagement in Wehen äußern.

Vierte Entlassung der Saison

"Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Mannschaft einen Vollzeit-Coach braucht, der die ganze Woche über verfügbar ist. Das ist aufgrund des Trainer-Lehrgangs bei Christian Hock nicht der Fall", erklärte Wehens Manager Uwe Stöver, der Hock die Entscheidung am späten Mittwochabend in Hennef persönlich mitgeteilt hat.

Die Entlassung von Hock ist nach dem Rücktritt von Thomas von Heesen beim 1. FC Nürnberg sowie den Entlassungen von Rudi Bommer beim MSV Duisburg und von Frank Pagelsdorf bei Hansa Rostock der vierte Trainerwechsel der aktuellen Zweitligasaison.

Auch Wolf, Schupp und Moser Kandidaten

Wolfgang Frank, dessen Vertrag zuletzt beim Regionalligisten Wuppertaler SV aufgelöst worden war, wohnt im benachbarten Mainz und hatte in der Hinrunde schon einige Spiele von Wehen auf der Tribüne verfolgt.

Als weitere Kandidaten werden Wolfgang Wolf, Markus Schupp und Wehens bisheriger Co-Trainer Hans Werner Moser gehandelt.

Entscheidung vor Weihnachten

Eine Entscheidung über den neuen Coach soll noch vor den Feiertagen fallen. Zudem sollen dem Hock-Nachfolger laut Präsident Heinz Hamkammer als "Weihnachtsgeschenk" zwei bis drei Verstärkungen für die Rückrunde zur Verfügung gestellt werden.

"Der Abstieg wäre für uns eine Katastrophe. Aber ich bin ein unverbesserlicher Optimist. Deshalb glaube ich fest daran, dass wir den Klassenerhalt schaffen", sagte Hankammer. (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle)

Lehrgang nicht mit Job vereinbar

Hock selbst war von seiner Entlassung "natürlich nicht begeistert". "Ich hätte mir den Klassenerhalt mit der Mannschaft auf jeden Fall zugetraut", sagte der 38-Jährige, der den Verein 2006/2007 erstmals in die 2. Liga geführt und dort in der vergangenen Spielzeit bei der Premiere Platz acht belegt hatte.

Doch in dieser Saison scheiterte Hock unter anderem an seiner Doppelbelastung, die die Ausbildung zum Fußballlehrer mit sich brachte.

"Das war schon eine Beeinträchtigung und nicht so einfach miteinander vereinbar. Wenn man von montags bis donnerstags nicht bei der Mannschaft ist, sieht man nicht, wie sich die einzelnen Spieler im Training verhalten", erklärte Hock.

Rückkehr ins Trainergeschäft

Damit ist die Fußball-Lehrer-Ausbildung erneut in die Diskussion geraten.

Zuletzt hatte sich Erstligist VfB Stuttgart wegen Teamchef Markus Babbel für Ausnahmeregelungen starkgemacht, während Matthias Sammer als Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes das Modell verteidigt hat.

Hock will seine Ausbildung "auf jeden Fall" abschließen. "Es ist ja auch so, dass man dort viel lernt", meinte Hock: "Ende April 2009 ist die Prüfung, und ich bin fest davon überzeugt, dass ich danach wieder ins Trainergeschäft einsteige."

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