vergrößernverkleinern
Für Jörn Andersen ist der KSC die siebte Station als Trainer © getty

Jörn Andersen übernimmt das Zepter im Wildpark und wird Scharinger-Nachfolger. "Ich bin stolz darauf", sagt der Norweger.

Karlsruhe - Jörn Andersen soll den abstiegsbedrohten Zweitligisten Karlsruher SC vor dem Sturz in die Drittklassigkeit bewahren.

Der Norweger unterschrieb am Wildpark einen Vertrag bis zum Saisonende und beerbt den bereits am 31. Oktober entlassenen Rainer Scharinger als Chefcoach. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ein Verein mit großer Tradition"

"Ich bin stolz darauf, beim KSC Trainer sein zu dürfen. Der Verein hat eine große Tradition", sagte Andersen bei seiner Präsentation am Sonntagmittag.

Die Verpflichtung sei im Präsidium einstimmig getroffen worden. Das gab der KSC bekannt.

"Wir sind dem Vorschlag von Oliver Kreuzer gefolgt und sicher, dass wir den richtigen Trainer verpflichtet haben", erklärte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther zu der Verpflichtung des Skandinaviers:

"Er ist ein erfahrener Mann mit natürlicher Autorität und offensiver Philosophie."

Gegen mehrere Konkurrenten durchgesetzt

Der 48-jährige Andersen hat KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer von seinem Konzept überzeugt und sich gegen mehrere Konkurrenten durchgesetzt.

"Es war eine intensive Woche mit vielen Gesprächen. Ich bin überzeugt, dass wir einen Trainer gefunden haben, der es schafft, mit unserer Mannschaft in der Liga zu bleiben", sagte Kreuzer.

Zuvor waren Peter Neururer und Milan Sasic als Favoriten auf den Trainerposten beim KSC gehandelt worden.

"Ziel ist das gesicherte Mittelfeld"

Andersen geht die Mission im Wildpark deutlich optimistisch an und hat sich hohe Ziele gesteckt.

"Mein Ziel ist ein Platz im gesicherten Mittelfeld, aber jetzt ist es erstmal wichtig, so schnell es geht da unten weg zu kommen", sagte der ehemalige Frankfurter und Düsseldorfer Bundesliga-Profi.

Er habe die Liga zuletzt verfolgt, würde die Mannschaft deswegen "gut kennen" und ihr "einiges zutrauen".

Nach einem guten Saisonstart mit sechs Zählern aus den ersten drei Partien schien der im vergangenen Jahr fast abgestiegen KSC auf dem Weg in eine bessere Zukunft.

Defensiv nicht zweitligatauglich

Doch es folgten unter Scharinger zehn Liga-Auftritte ohne Sieg in Folge.

Vor allem in der Defensive präsentieren sich die Karlsruher derzeit nicht reif für die 2. Bundesliga, kassierten in 14 Spielen ganze 31 Gegentore.

Das hat auch Andersen erkannt, der schon beim Kellerduell am vergangenen Freitag gegen den FC Ingolstadt (3:2) im Stadion weilte:

"Meine erste Aufgabe wird sein, die Defensive zu stabilisieren."

Zwar wolle er grundsätzlich "offensiv spielen lassen", doch hätte die Abwehrarbeit `zunächst Vorrang".

Neuanfang in Deutschland

Für Andersen dürfte der Job beim KSC einen Neuanfang in Deutschland bedeuten.

In der 2. Bundesliga betreute der früherer Bundesliga-Torschützenkönig zuvor Kickers Offenbach und den FSV Mainz 05.

Mit den Mainzern gelang ihm 2009 sogar der Aufstieg in die Bundesliga, doch kurz vor dem Saisonstart wurde er bei den Rheinhessen entlassen.

Auch im Ausland konnte Andersen zuletzt nicht glänzen. Zuletzt hatte er den griechischen Erstligisten AE Larissa betreut.

Dort wurde er zu Beginn des Jahres nach nur 24 Tagen im Amt entlassen, nachdem seine Mannschaft auch im dritten Spiel unter ihm ohne Punktgewinn geblieben war.

Kauczinski muss weichen

Zuletzt hatte Interimscoach Markus Kauczinski den KSC zurück in die Erfolgsspur geführt und am Freitagabend einen 3:2-Erfolg gegen Ingolstadt gefeiert.

Kauczinski hat aber keine Fußballlehrerlizenz und hätte damit nach den Statuten der Deutschen Fußball Liga die Badener maximal 15 Werktage betreuen können.

KSC-Boss Wellenreuther bedankte sich bei der Präsentation des neues Coaches bei Kauczinski für dessen "hervorragende Arbeit".

Zum Forum - jetzt mitdiskutierenZurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel