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Positiver Typ: Rico Schmitt ist seit 2009 Trainer beim FC Erzgebirge Aue © getty

Vor dem Spiel gegen Frankfurt will man in Aue erst gar nicht an Krise denken. Trainer Rico Schmitt erklärt bei SPORT1 die Lage.

Von Reinhard Franke

München - Trotz Tabellenplatz 12 bleiben sie in Aue optimistisch.

Daran ändert auch die schwere Aufgabe gegen Eintracht Frankfurt nichts, am Montag gastiert einer der Topkandidaten auf den Aufstieg im Erzgebirge (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVE-TICKER).

"Wir freuen uns auf das Spiel. Die Grundstimmung ist positiv", sagt Aue-Trainer Rico Schmitt im Gespräch mit SPORT1.

Sportlich ist die Situation nach 13 Spielen 35464(DIASHOW: Zweitliga-Torschützenkönige) nicht ganz so positiv wie noch in der letzten Saison. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schmitt ist sich dessen bewusst und meint: "Natürlich sind wir nicht zufrieden mit der Situation, dass wir nicht ganz an die Leistung aus der letzten Saison anknüpfen konnten, aber so etwas muss man sachlich betrachten und mit einkalkulieren."

Angst muss in der Kabine bleiben

Mit der Eintracht kommt zudem ein Gegner ins Erzgebirgsstadion, der die Qualität eines Erstligisten aufweist. Und gerade die Klasse der Hessen macht Schmitt Mut.

"Gegen die Spitzenteams haben wir uns in dieser Saison oft eindrucksvoll präsentiert. Ich hoffe, daran können wir am Montagabend anknüpfen", erklärt der Coach und fordert von seiner Elf: "Die Angst vor Fehlern muss in der Kabine bleiben."

Schmitt ist ohnehin weit davon entfernt, die eher schlechten Leistungen seiner Mannschaft, wie zuletzt beim 0:1 in Paderborn, in der Öffentlichkeit zu kritisieren.

"Unser Blick geht nach vorn. Wir haben 14 Zähler, zwölf gibt es in der Hinrunde noch zu holen. Und mit Frankfurt kommt ein lohnenswerter Gegner, an dem man sich auch aufrichten kann", fordert Schmitt ein positives Denken.

Hensel kehrt bei Aue zurück

Zumindest vom Personal kann Schmitt aufatmen. Leistungsträger Marc Hensel steht gegen die Eintracht vor der Rückkehr in das defensive Mittelfeld. "Das Wichtigste ist, dass die Mannschaft intakt ist. Und das ist der Fall", betont Hensel.

Der "Leitwolf" der "Veilchen" ist leise und nachdenklich geworden. Im Vorjahr wurde Hensel aufgrund seiner Zweikampfstärke und Torgefährlichkeit von den Fans gefeiert, in diesen Tagen und Wochen lernt er die andere Seite des Fußballgeschäfts kennen.

"Drei Jahre lang ging es für mich in Aue nur bergauf. So eine Situation wie die jetzige kannte ich nicht. Das ist eine neue Lebenserfahrung, an der ich als Mensch wachsen werde", sagt er.

"El Pistolero" will endlich wieder treffen

Hensels letzter Torerfolg liegt lange zurück. Am 17. April beim fulminanten 5:1 in Aachen traf der gebürtige Dresdner zum zwischenzeitlichen 2:1.

Es war das neunte und letzte Saisontor des "Pistolero". So häufig wie er traf im Vorjahr kein anderer Auer. Doch die Zeiten haben sich geändert. Hensel verkörpert derzeit nicht die Torgefahr und Zweikampfstärke der vergangenen Saison.

"Wir haben sehr erfolgreich gespielt in den letzten Jahren", meint Schmitt, "jetzt haben wir eine Phase, in der wir noch mehr arbeiten müssen, um uns zu belohnen."

Vor einem Jahr doppelt so viele Punkte

Hensels sinkende Leistungskurve ist das Spiegelbild der aktuellen Auer Mannschaft.

Vor einem Jahr waren es nach 13 Spieltagen mehr als doppelt so viele Punkte (30 anstatt der aktuell 14) und nur halb so viele Gegentore (neun gegenüber aktuell 18). Am 21. November 2010 stand das Auer Team gar an der Tabellenspitze. Im Erzgebirge bleibt man dennoch ruhig.

"Unsere Grundmotivation ist die Zweite Liga, da findet sich der Verein wieder. Wenn mehr gehen würde, dann probieren wir es, aber das spielt jetzt keine Rolle", sagt Schmitt.

Schmitt will 20 Punkte bis zum Winter

Von Krisenstimmung ist daher im Erzgebirge wenig zu spüren. Mit 14 Punkten liegen die "Veilchen" im gesicherten Mittelfeld. Für die von Schmitt ausgegebene Punktvorgabe, mindestens 20 Zähler bis zum Jahresende, hat der FC Erzgebirge weitere sechs Spieltage Zeit.

"Ziele sind da, um vorwärts zu kommen", sagt Schmitt, der zuletzt in Fürth wegen Meckerns auf die Tribüne geschickt wurde.

Und er will auch am Montag seine Emotionen zeigen.

"Wir wollen gewinnen und müssen dem Publikum etwas zurückgeben und uns selber auch etwas zurückgeben. Da lassen wir uns gar nicht verbiegen."

Eintracht will wieder Patzer der Konkurrenz nutzen

Frankfurt will mit einem Sieg zurück auf Platz zwei. Nachdem sich St. Pauli und Fürth (2:2) die Zähler gegenseitig abgenommen haben, würden die Frankfurter mit einem Sieg einen Zwei-Punkte-Vorsprung aufbauen.

Armin Vehs Team reist als stärkste Auswärtsmannschaft der Zweiten Liga nach Sachsen. "Ich war noch nie in Aue", gibt Armin Veh freimütig zu. Er wirkt dabei, als ob es ihn auch nicht besonders reizt, den Trip im nächsten Jahr noch einmal zu machen.

Idrissou und Meier rechtzeitig fit

Am Einsatz von Mo Idrissou, der wegen einer Sprunggelenksverletzung unter der Woche pausieren musste, und von Alex Meier, der wegen eines Blutvergusses fehlte, besteht kaum ein Zweifel.

Fraglich ist nur Mittelfeldspieler Ümit Korkmaz. Der Österreicher leidet an einer schmerzhaften Schambeinentzündung, Verteidiger Stefan Bell lag bis Freitag noch mit Grippe im Bett.

Eine neue Chance als zweite Spitze neben Idrissou erhält Erwin "Jimmy" Hoffer.

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