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Die Eintracht-Spieler feiern den Sieg in Aue mit ihren Fans © getty

Nach dem 2:1-Sieg in Aue kritisiert Trainer Veh den Auftritt seiner Mannschaft. Einen Vergleich zum FC Bayern weist er zurück.

Aue - Die sechsstündige Busfahrt durch die neblige Nacht brauchte Armin Veh eigentlich nicht, um sich wieder zu beruhigen.

"Mit einem Sieg verarbeitet man Ärger etwas leichter. Ich bin ohnehin keiner, der in Aktionismus verfällt", sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt und entschwand nach dem schmeichelhaften 2:1 bei Erzgebirge Aue (Bericht) eine knappe Stunde vor Mitternacht im Mannschaftsbus der Hessen.

Was Veh allerdings zuvor auf dem Rasen gesehen hatte, hatte ihn mächtig auf die Palme gebracht.

Schwache Frankfurter-Leistung

Der 50-Jährige attestierte seinem Team eine schwache Leistung und gab nach dem ideenlosen Auftritt die Favoritenrolle weiter. "Für mich ist Düsseldorf der Favorit. Die sind sehr souverän. Aber das will ja keiner hören", sagte Veh (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Mit den von außen herangetragenen Ansprüchen tut sich der frühere Stuttgarter Meistertrainer ohnehin schwer.

Wer einen Durchmarsch erwarte, der habe von Fußball keine Ahnung. Man müsse sich nur Bayern München in Augsburg anschauen, dann sehe man, wie unrealistisch solche Erwartungen seien.

Veh: "Keinen Durchmarsch"

Mit den Bayern ist das allerdings so eine Sache. Denn es war eben der Frankfurter Sportdirektor Bruno Hübner, der vor der Saison erklärte, man sei das Bayern München der 2. Liga.

Was finanziell bei einem angeblichen Lizenzspieleretat von 19 Millionen Euro wohl stimmt, will Veh nicht für das Spielfeld gelten lassen: "Einen Durchmarsch gibt es nicht. Dafür müssten wir in der Regionalliga spielen." 35464(DIASHOW: Zweitliga-Torschützenkönige)

Spätes Siegtor kurz vor Schluss

Was die Eintracht in Aue mit den Bayern immerhin gemein hatte, war der Dusel. Erst durch eine missglückte Annahme von Theofanis Gekas sprang der Ball gegen das Bein von Kevin Schlitte und von dort direkt vor die Füße von Mohamadou Idrissou.

Der Stürmer hatte aus kurzer Distanz keine Mühe, Aues Torhüter Martin Männel und damit die tapfer kämpfenden Sachsen vier Minuten vor dem Abpfiff zu bezwingen.

Glücksbringer Idrissou

"Das war natürlich ein glücklicher Sieg", sagte Idrissou, wonach am Saisonende aber keiner mehr frage: "Wir müssen so oder so aufsteigen. Es gibt für uns keine Ausreden."

Mit dem Kameruner im Aufgebot konnte für Frankfurt in Aue ohnehin nichts schief gehen.

Idrissou hatte bereits mit seinen Ex-Klubs MSV Duisburg und Borussia Mönchengladbach im Erzgebirge gewonnen.

Aue für Leistung nicht belohnt

Für Aues Trainer Rico Schmitt, dessen Team neben dem Tor auch Pfosten und Latte traf, entsprach der Sieg der Gäste einer gewissen Konsequenz.

"Es ist eben die Qualität - oder wie immer man das nennen will - solcher Mannschaften, diese Spiele irgendwie zu gewinnen", sagte Schmitt.

Schmitt war trotz der Niederlage deutlich besser gelaunt als Eintrachts Vorstandschef Heribert Bruchhagen.

Meckern auf hohem Niveau

Eine lange Phase der Ratlosigkeit bescheinigte dieser seinem Team und meinte: "Unsere Mitbewerber gewinnen ihre Spiele auch mal glücklich."

Mit 32 Punkten nach 14 Spielen meckern sie in Frankfurt auf einem beachtlich hohen Niveau.

Auch das haben sie mit den Bayern gemeinsam.

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