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Oliver Reck bestritt in seiner aktiven Laufbahn 471 Bundesliga-Spiele © imago

Der bisherige Interimstrainer tritt die Sasic-Nachfolge an. Sportdirektor Ivica Grlic ist überzeugt von der Lösung.

Von Florian Waldkötter

München - Nun soll es doch Oliver Reck richten.

Der bisherige Interimstrainer wurde am Dienstagabend entgegen anderslautender Spekulationen von der Übergangslösung zum Cheftrainer des MSV Duisburg befördert.

Verschiedene Kandidaten waren als Anwärter auf den Posten bei den "Zebras" gehandelt worden, doch die Verantwortlichen entschieden sich am Ende für Reck.

Sportdirektor Ivica Grlic stellte klar, dass Reck das volle Vertrauen der Verantwortlichen genießt.

"Wir sind der festen Überzeugung, dass wir in dieser Konstellation den MSV wieder in die richtige Spur bringen", betonte Grlic.

"Ich muss die Mannschaft aus dem Tal der Tränen herausführen", sagte Reck selber bei seiner Vorstellung am Mittwoch: "Ich habe die Probleme erkannt und will sie ausbessern."

Der 46-Jährige, der am Abend zuvor überraschend einen Vertrag bis zum Saisonende erhalten hatte, will seine erste echte Chance als Chefcoach im Profifußball nutzen.

"Ich traue mir das hier alles zu", sagte Reck, immerhin schon seit 2004 als Torwart- und Co-Trainer im Geschäft, selbstbewusst.

Bei seinen bisherigen zwei Spielen als Interimstrainer fuhr Reck mit den "Zebras" lediglich einen Punkt ein.

Trotz dieser Ergebnisse zeigte sich Grlic von den Fortschritten überzeugt. "Es ist deutlich zu sehen, dass sich unser Team wieder positiv präsentiert", sagte der 36-jährige Ex-Profi.

"Es gab keine anderen Wunschkandidaten"

Bisher hatte vieles darauf hingedeutet, dass die "Zebras" einen anderen Trainer für die dauerhafte Nachfolge Sasics verpflichten würden, Ingolstadts Benno Möhlmann galt als Kandidat, auch Wolfgang Wolf und Kurt Jara wurden gehandelt.

Grlic dementierte dies jedoch. "Bei allem Respekt vor anderen Trainern: Es hat keine anderen Wunschkandidaten, von denen wir auch gelesen und gehört haben, gegeben", erklärte er.

Nun soll Reck, der unter Sasic als MSV-Torwarttrainer arbeitete, die "Zebras" wieder auf Kurs bringen.

Und die Zeit drängt. Mit nur zwei Siegen steht der Pokalfinalist aus dem Vorjahr nach 14 Spieltagen aktuell auf Relegationsplatz 16 und läuft den eigenen Erwartungen meilenweit hinterher.

Teamgeist soll gefördert werden

Reck will vor allem den Teamgeist fördern. Bei seinen beiden Einsätzen richtete er noch auf dem Spielfeld einige Worte an seine Spieler.

"Ich rede viel mit meinen Spielern", berichtete Reck, "man muss sich mit ihnen befassen, denn sie sind das wichtigste Gut des Vereins."

Diesen Zusammenhalt vermissten die Vereinsoberen offenbar unter Sasic - den fehlenden Teamgeist machten sie unter anderem für die sportliche Talfahrt verantwortlich.

Nun soll Reck dem MSV wieder neues Leben einhauchen.

"Es ist deutlich zu sehen, dass sich unser Team wieder positiv präsentiert", erklärte Grlic:

"Zwar haben Oliver Reck und Uwe Schubert bislang nur wenig Zeit gehabt, doch hat uns gerade das Auftreten unserer Mannschaft in Aachen wie auch die Arbeit in der Woche zuvor bestätigt, dass die beiden über die Fähigkeiten verfügen, die in dieser Situation notwendig sind, um wieder erfolgreich Fußball zu spielen."

Richtungsweisende Spiele

Doch der neue Trainer steht direkt unter Druck. Denn auf die Duisburger warten in der Liga richtungsweisende Spiele.

Zunächst kommt Eintracht Braunschweig, dann folgt die schwere Partie in Aue und das Kellerduell gegen den Karlsruher SC.

Reck ist sich der Schwere der Aufgabe bewusst und versprach vollen Einsatz. "Ich werde den MSV mit jeder Faser meines Körpers leben", sagte der Ex-Keeper.

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