SPORT1-Reporter Fabian Greve blickt mit Erstaunen auf die Wandlung des FC St. Pauli vom Schuldenklub zu einem gesunden Verein.

Ich dachte, ich höre nicht richtig, konnte meinen eigenen Ohren nicht mehr trauen.

"Der FC St.Pauli gehört wirtschaftlich zu den erfolgreichsten Vereinen im deutschen Profifußball."

Ein Satz gesprochen vom Präsidenten Stefan Orth!

Wie bitte? Warum er so etwas für diesen Klub völlig untypisches und nahezu unfassbares sagt?

Wunschdenken? Luftschlösser? Nein!

Der Verein hat das Geschäftsjahr 2010/11 mit einem satten Gewinn von 5,33 Millionen Euro abgeschlossen und blickt somit auf das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte zurück!

Fernsehgelder (Erste Liga), Vermarktung, Mitgliederzuwachs und Transfererlöse spülten Mücken in die Kassen - in denen sonst nur Motten beheimatet waren.

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Kaum zu glauben: Schwimmt der Kiezverein plötzlich im Geld? St. Pauli als Dagobert Duck der Zweiten Liga?

Naja, ganz so ist es nun auch nicht.

Denn schließlich soll im nächsten Sommer die neue Gegengerade gebaut werden und auch Ausbau und Verschönerung des Trainingszentrums wird Geld verschlingen.

Genauer gesagt 22 Millionen Euro benötigt der FC St. Pauli dafür.

Und um neben einer Bürgschaft der Stadt und einem Bankkredit zusätzliche Euros zu beschaffen, hat der Verein jetzt eine neue Idee entwickelt und vorgestellt.

Unter dem Motto "Auf St.Pauli regeln wir das unter uns" können Fans, Freunde und Spekulanten ab dem 10.November die "St.Pauli Anleihe" zeichnen.

Die Laufzeit beträgt sechs Jahre und acht Monate bei einer Zinsauschüttung von sechs Prozent.

Unglaublich: Man kann sein Geld jetzt Gewinn bringend beim früher mehrmals kurz vorm Ruin stehenden FC St.Pauli anlegen - vorausgesetzt, dass der Verein weiter seriös und erfolgreich wirtschaftet.

Es würde mich nicht überraschen, wenn sich diese Anleihe zum großen "Weihnachtsgeschenkschlager" mausert.

Irgendwie muss ich mich da immer noch mal kräftig zwicken - nachdem dieser Verein in der Vergangenheit seine Existenz durch den Verkauf von "Retter T-Shirts", "lebenslangen Dauerkarten" oder "Rasenpatenschaften" sicherte.

Oder Aktionen wie "Saufen für St.Pauli" (Bier kostete in Reeperbahnkneipen 50 Cent mehr, die dann dem Verein zugute kamen) Geld in die leere Kasse spülte.

Jetzt zählt St.Pauli "wirtschaftlich zu einem der gesündesten Vereine im deutschen Profifußball".

Sensationell!

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