vergrößernverkleinern
Trainer Marco Kurz mit Gebhart, Jungwirth und Sven Bender (v.l.n.r.) © imago

Bei der U-19-Europameisterschaft waren sie die Stars, nun gilt es sich bei 1860 München wieder in den Alltag einzugliedern. Trainer Marco Kurz will die Bender-Zwillinge, Gebhart und Jungwirth "langsam heranführen".

München - Vor zwei Wochen holten sie laut DFB-Coach Horst Hrubesch einen "Erfolg für die Ewigkeit", ab Sonntag müssen sie sich wieder im harten Zweitliga-Alltag beweisen:

Doch nach dem Europameister-Titel mit den deutschen U-19-Junioren sollen die hoch gelobten "Löwen"-Talente Lars und Sven Bender sowie Timo Gebhart und Florian Jungwirth bei 1860 München behutsam aufgebaut werden.

Manager Stefan Reuter und Trainer Marko Kurz warnen bereits vor zu hohen Erwartungen.

"Die U 19 ist kein Herrenfußball. Wir werden sie langsam heranführen, ich brauche die Jungs schließlich ein ganzes Jahr", sagte Kurz, der den Jungprofis deshalb nach dem EM-Triumph erst einmal ein paar freie Tage verordnet hatte.

Dementsprechend kurz fiel auch die Vorbereitungszeit für die vier 19 Jahre alten EM-Helden aus. Dass einer am Sonntag zum Start in die neue Zweitliga-Saison zum Einsatz kommt, ist aber dennoch möglich.

Vor allem Gebhart ist ein heißer Kandidat. "Sie sind in einem guten Zustand", erklärte Kurz.

Jung-Profis mit ehrgeizigen Zielen

Die Jung-Profis haben sich, beflügelt durch den EM-Titel, für die neue Spielzeit auf jeden Fall einiges vorgenommen. "Unser nächstes Ziel lautet, Stammspieler zu werden und uns zu etablieren", meinten die Bender-Zwillinge, die beide im Mittelfeld ihren Platz finden wollen, einstimmig.

Dagegen bleibt Jungwirth bescheidener. Der Abwehrspieler, der während des EM-Turniers immerhin Kapitän der DFB-Auswahl war, wird es extrem schwer haben, an den Routiniers Gregg Berhalter und Torben Hoffmann sowie am Georgier Mate Ghvinianidze in der Innenverteidigung vorbeizukommen.

Kurz stärkt Jungwirth den Rücken

"Mein Ziel ist es, auf ein paar Einsätze in der Zweiten Liga zu kommen", sagte der 19-Jährige, der bislang noch kein Spiel in der ersten Mannschaft der Sechziger verbuchen konnte.

Kurz stärkt ihm jedoch den Rücken: "Ich bin fest davon überzeugt, dass er den Durchbruch schafft."

So wie es Timo Gebhart bereits vorgemacht hat. Der offensive, technisch versierte Mittelfeldspieler, der schon in der vergangenen Saison mit 21 Einsätzen auf sich aufmerksam machte, steht nicht erst seit seinem überragenden Finalauftritt bei der EM gegen die Italiener (3:1) im Notizblock einiger Bundesligavereine.

Angebot aus Hoffenheim abgelehnt

Zuletzt gab es ein konkretes Angebot aus Hoffenheim. Auch Wolfsburg soll interessiert gewesen sein.

"Das ist kein Thema und war auch nie ein Thema. Ich fühle mich wohl in München und will meinen Vertrag auf alle Fälle erfüllen", betonte er.

Mit Sicherheit hätte er auch nicht die Freigabe bekommen. "Unverkäuflich", lautet das Credo von Reuter: "Wir geben keinen her."

Langfristige Vertäge bei 1860

Der Manager hat seine Juwele bereits mit langfristigen Verträgen (Gebhart bis 2010, die Bender-Zwillinge bis 2011) an den Verein gebunden. Mit Jungwirth stehen die Verhandlungen noch aus.

In der prekären finanziellen Situation, in der sich der Verein seit Jahren befindet, bleibt ihm aber auch nichts anderes übrig.

Große Sprünge auf dem Transfermarkt sind nicht möglich, weshalb die Sechziger auch in Zukunft auf die Jugend setzen wollen.

Ziel: Bundesliga

Die Erfolge sind unübersehbar. Neben den vier U19-Europameistern stellt 1860 aktuell noch vier weitere DFB-Junioren-Auswahlspieler. Die "Löwen" verfügen zudem über einen der jüngsten Zweitliga-Kader, dem gute Perspektiven nachgesagt werden.

"Ich will eines Tages Bundesliga spielen", sagt Sven Bender, "hoffentlich mit 1860 München." Und das wäre für die Sechzig-Fans ebenfalls ein "Erfolg für die Ewigkeit".

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel