vergrößernverkleinern
Dieter Schneider (l.) bekam im November im das Bundesverdienstkreuz verliehen © getty

Präsident Schneider geht mit Ismaik auf Konfrontationskurs. Die Transfers sollen über Kredite finanziert werden.

München - Auf der ersten Delegiertenversammlung seit dem Einstieg des Jordaniers bei den "Löwen" warf der Präsident dem Geldgeber vor, sich nicht an die Absprachen des Kooperationsvertrages zu halten und nach mehr Macht zu streben.

"Der Vertrag war sicher dadurch geprägt, dass beide Seiten nicht ihre Idealvorstellungen durchbringen konnten und Kompromisse machen mussten", sagte Schneider im Rahmen seines Präsidentenberichts.

"Aber wenn ich einmal einen derartigen Vertrag abgeschlossen habe, dann muss ich dazu stehen. Nach den Vorstellungen unseres Investors sollen unsere Rechte, die uns per Vertrag und Satzung zustehen, teilweise außer Kraft gesetzt werden," erklärt der 63-Jährige.

Offener Konflikt mit Ismaik

Der Vereinspräsident erklärte, dass er nicht einfach nur die Wünsche Ismaiks abnicken werde. Er habe eine "hohe Fürsorgepflicht" und laut Vertrag "Mitsprache- und Kontrollrechte", so Schneider.

Wenn er seinen Aufgaben und Pflichten nicht nachkomme, mache er sich sogar "schadensersatzpflichtig".

Konkret geht es in der Auseinandersetzung um die Finanzierung möglicher Spielerverpflichtungen im Winter.

Steit um Transferfinanzierungen

Ismaik ist offenbar nicht bereit, dem deutschen Meister von 1966 Geschenke zu machen, sondern will Transfers nur indirekt mittels Kreditverträgen finanzieren.

Ein solches Modell lehnte Schneider ab: "Da wären wir in kürzester Zeit stärker verschuldet als je zuvor."

Stattdessen müssten Investitionen in neue Spieler, da sie den Wert des Anteils erhöhen, "an Erfolg oder Misserfolg dieser Investition gekoppelt werden."

Kritik an der Geschäftsführung

Neben Ismaik, der seit Mai 2011 49 Prozent der Anteile an der KGaA des Vereins hält, musste sich auch Geschäftsführer Robert Schäfer deutliche Kritik des Präsidenten anhören.

Die Geschäftsführung habe ihn "vom Informationsfluss abgeschnitten", Informationen seien ihm erst nach "sehr genauem Nachfragen gegeben worden", sagte Schneider.

"Von einem Eingreifen ins Tagesgeschäft, aber auch von einer irgendwie gearteten Kontrollmöglichkeit kann seitdem nicht die Rede sein."

Schneider zum Rücktritt aufgefordert

Ismaiks Münchener Statthalter Hamada Iraki, der wie Schäfer mit gehöriger Verspätung zur Versammlung erschienen war, hatte Schneider zuvor in einer Rundmail unverblümt zum Rücktritt aufgefordert.

"Der Verein braucht frisches Blut", schrieb Iraki in der E-Mail, die der Abendzeitung "aus Vereinskreisen" zugetragen worden war.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel