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Für Mustafa Kucukovic (l.) ist Energie Cottbus bereits die siebte Station als aktiver Spieler © imago

Nach seinem Joker-Tor in Bochum scheint Mustafa Kucukovic bei Energie angekommen zu sein. Cottbus beendet eine Durststrecke.

Bochum - Mustafa Kucukovic nahm Trainer Claus-Dieter Wollitz beim Wort. "Jetzt kannst du uns etwas zurückgeben", sagte Wollitz seinem Stürmer kurz vor seiner Einwechslung.

Und wenig später stach sein "Joker".

Kucukovic erzielte in der 77. Minute den Siegtreffer beim 1:0 (0:0)-Erfolg von Energie Cottbus zum Abschluss des 15. Spieltags beim VfL Bochum.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Als Fehleinkauf abgestempelt

Ausgerechnet Kucukovic. Denn der Angreifer stand schon auf dem Abstellgleis.

"Wir hatten uns die ganze Zeit gefragt, 'warum nutzt er seine Chance nicht?'", sagte Wollitz.

Kucukovic, im Sommer zu den Lausitzern gewechselt, konnte die Erwartungen bislang nicht erfüllen und wurde bereits als Fehleinkauf abgestempelt. Ganze 26 Minuten stand der 25-Jährige vor seinem Einsatz in Bochum für die Cottbuser auf dem Platz.

Probleme im privaten Umfeld

Was zwischen Wollitz und Kucukovic vorgefallen war, wollten beide zunächst nicht weiter erläutern. Offenbar gab es Probleme in Kucukovics privatem Umfeld.

Wollitz habe ihn auf die Dinge angesprochen, "er sagte dann nur 'Nein, nein, nein', aber am Ende hieß es dann doch 'Ja, ja, ja'."

Dann sei es schwierig, dem Spieler Rückendeckung zu geben. Denn dafür müsse Vertrauen da sein, sagte Wollitz. Trotzdem glaube er, dass man mit Kucukovic arbeiten könne. "Jeder Mensch hat eine Chance verdient", sagte Wollitz.

Seine Chancen als Profi ließ der Stürmer, der bereits eine ausführliche Vereins-Vita vorweisen kann, bislang zumeist ungenutzt.

Vom HSV über Grenoble zu Energie

Über den Hamburger SV ging sein Weg leihweise zur SpVgg Greuther Fürth und von dort zu 1860 München, ehe er den Sprung ins Ausland zum französischen Klub Grenoble Foot wagte. Der deutsche Jugend-Nationalspieler blieb überall hinter den Erwartungen zurück, auch in Cottbus.

Umso dankbarer ist Kucukovic seinem Trainer für die unverhoffte zweite Chance, denn der ehemalige Bundesligist hat seit Wochen mit zahlreichen Verletzungsproblemen zu kämpfen.

"Ich freue mich, dass ich wieder spielen konnte. Das war keine einfache Zeit für mich", sagte Kucukovic, der die Mechanismen des Geschäfts inzwischen kennt.

Zahlreiche Rückschläge in Cottbus

"Da fällt einem der Ball vor die Füße, und dann ist erst einmal alles wieder gut. Trotzdem habe ich mich die ganze Zeit nicht hängen lassen", sagte Kucukovic, den in Cottbus zunächst eine Verletzung plagte und dann eine Rote Karte mit der zweiten Mannschaft zurückwarf.

"Da war ich ganz weit weg von der Mannschaft", sagte der 25-Jährige.

Die hat durch den Sieg in Bochum eine Durststrecke von nur einem Sieg aus neun Spielen beendet und mit 21 Punkten zumindest den Anschluss an das obere Mittelfeld geschafft.

"Wir hatten uns mehr erhofft und mehr als Ziel ausgegeben", sagte Wollitz, der zugleich mehr Respekt einforderte. Die Erwartungshaltung sei viel zu hoch. Sein Team habe sich trotz der ganzen Kritik nicht auseinanderdividieren lassen.

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