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Die Fans von Hansa Rostock fielen zuletzt im Heimspiel gegen St. Pauli erneut negativ auf © getty

Rostock steht nach dem Austritt des Hauptsponsors vor dem Union-Spiel unter Schock. Gegen die Berliner darf nichts passieren.

München/Rostock - Alarmstimmung in Rostock.

Vor dem Ost-Derby gegen Union Berlin (Fr., ab 17.45 im LIVE-TICKER) bereitet Hansa nicht nur der Abstiegskampf Sorgen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach 15 Spielen steht für den Aufsteiger nur ein Sieg und der Relegationsplatz zu Buche, nun erregt auch die Entscheidung von Hauptsponsor "Veolia Umweltservice" die Gemüter, der spätestens zum Saisonende aussteigen wird.

"Die regelmäßigen Ausschreitungen schädigen nicht nur die Reputation des Vereins, sondern auch die der Sponsoren", hatte Christian Knaape, Geschäftsführer des Unternehmens, erklärt.

Sollten in dieser Spielzeit weitere Ausschreitungen vorkommen, behält sich das Unternehmen auch einen sofortigen Ausstieg vor.

Erneuter Eklat gegen St. Pauli

Erst im letzten Spiel gegen den FC St. Pauli (1:3) hatten Hansa-Anhänger einmal mehr für einen Eklat gesorgt, hatten Rauchbomben gezündet und Leuchtraketen in den gegnerischen Fanblock geschossen - bejubelt von einem Teil der Zuschauer.

"Ich bin sehr erschrocken, wie viele Fans sich über das Abfeuern von Pyrotechnik gefreut haben", sagte der Rostocker Polizeichef Michael Ebert: "Da jubeln die Leute und klatschen, dass andere Leute beschossen und dabei verletzt werden."

Nach Angaben der Polizei erlitten dabei insgesamt zehn Personen Verletzungen, darunter acht Polizisten. Die Staatsanwaltschaft leitete gegen 33 Personen Ermittlungsverfahren wegen Verdachsfällen von Landfriedensbruch, Körperverletzung oder auch Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ein.

Hofmann: "Existenzbedrohene Situation"

Das treibt auch den Verantwortlichen die Sorgenfalten ins Gesicht.

Der Vorstandsvorsitzende Bernd Hofmann sieht auf den Verein durch seine krawallbereiten Anhänger möglicherweise eine "existenzbedrohende Situation" zukommen.

[kaltura id="0_6rmqvicv" class="full_size" title="Der Suzuki Fanreporter beim VfL Bochum"]

Vollmann hofft auf Trotzreaktion

"Wenn wir die Zustände im eigenen Stadion nicht in den Griff bekommen, bleiben nicht nur die Zuschauer weg, sondern auch unsere Wirtschaftspartner werden sich zurückziehen", sagte Hofmann der "Ostsee-Zeitung".

Hansa-Trainer Peter Vollmann hofft auf eine Trotzreaktion der Mannschaft: "Ein Sieg ist immer die beste Reaktion auf so eine Situation. Ich habe Vertrauen in unsere Spieler!"

Neuhaus konzentriert sich aufs Sportliche

Union steht dagegen mit 22 Punkten im gesicherten Mittelfeld, ist aber auch wegen der brisanten Stimmung gewarnt.

"Es wird eine hitzige Atmosphäre, die wir annehmen müssen. Spiele gegen Hansa waren immer sehr eng, das erwarten wir auch für Freitag", so Trainer Uwe Neuhaus, der den Fokus nicht auf die negativen Vorkommnisse rund um dir Rostocker Krawalle legen will: "Wir konzentrieren uns zu einhundert Prozent auf den Sport."

SPORT1 hat die Fakten zum 16. Spieltag:

Erzgebirge Aue - MSV Duisburg

Nach zuvor fünf Spielen ohne Sieg feierte Aue zuletzt ein 2:1 in Dresden. Von den jüngsten sieben Heimspielen (inklusive DFB-Pokal) konnten die Erzgebirgler nur eines gewinnen.

Mit dem jüngsten 3:0 gegen Braunschweig feierte Duisburg den ersten Sieg unter dem neuen Trainer Oliver Reck.

Auswärts warten die "Zebras" seit acht Ligapartien auf einen "Dreier". (In der Vorsaison: 1:0 und 1:3)

FSV Frankfurt - SC Paderborn

Frankfurt hat fünf seiner vergangenen sechs Pflicht-Begegnungen (inklusive DFB-Pokal) verloren (ein Unentschieden). Die seit elf Liga-Spielen ungeschlagenen Paderborner verbuchten zuletzt drei Siege in Folge.

Gegen den FSV konnte Paderborn noch nie gewinnen (zwei Unentschieden, drei Niederlagen). (2:0 und 2:2)

Hansa Rostock - Union Berlin

(alle Fr., ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER)

Rostock wartet bereits seit vier Partien auf seinen zweiten Saisonsieg. Von den letzten sieben Heimspielen haben die Rostocker allerdings nur das vergangene gegen St. Pauli verloren (1:3).

Union musste sich in seinen letzten fünf Begegnungen nur einmal geschlagen geben (zwei Siege, zwei Unentschieden).

Von ihren bislang 15 Auftritten in Rostock konnten die Berliner nur drei gewinnen (vier Unentschieden, acht Niederlagen).

1860 München - Eintracht Frankfurt

Die "Löwen" haben zwei ihrer vergangenen drei Spiele ohne Gegentor gewonnen. In den letzten drei Heimpartien konnten die Münchner allerdings nur einen Zähler einfahren.

Die in dieser Spielzeit noch ungeschlagenen Frankfurter erzieltem in jedem ihrer letzten neun Liga-Begegnungen jeweils mindestens einen Treffer.

Von bislang 43 Duellen mit den Münchnern gewann Frankfurt 20 (fünf Unentschieden, 18 Niederlagen).

Karlsruher SC - Alemannia Aachen

(beide Sa., ab 12.45 Uhr im LIVE-TICKER)

Der KSC, der beim Debüt des neuen Trainers Jörn Andersen mit 1:2 in Paderborn verlor, blieb in dieser Saison erst zweimal ohne Gegentor.

Aachen kassierte beim 3:4 gegen Frankfurt erstmals seit dem 17. April mehr als drei Gegentore in einem Liga-Auftritt (1:5 gegen Aue). (3:0 und 2:4)

FC St. Pauli - Dynamo Dresden

St. Pauli fuhr in den vergangenen vier Spielen zehn Zähler ein und hat damit vorerst wieder den Anschluss an die Aufstiegsränge geschafft.

In den vergangenen neun Begegnungen erzielten die Hamburger jeweils mindestens ein Tor.

Dresden, das nach zuvor vier Auftritten ohne Niederlage zuletzt zwei 1:2-Niederlagen kassierte, hat noch nie ein Pflichtspiel gegen St. Pauli verloren (zwei Siege, zwei Unentschieden).

Energie Cottbus - FC Ingolstadt

Cottbus kehrte mit dem 1:0-Erfolg in Bochum nach zuvor drei sieglosen Partien in die Erfolgsspur zurück.

Das seit acht Auftritten (inklusive DFB-Pokal) sieglose Schlusslicht Ingolstadt kassierte beim Debüt von Trainer Tomas Oral eine 0:1-Niederlage gegen 1860 München.

Die Ingolstädter haben alle acht Saison-Auswärtsspiele verloren. (1:2 und 2:1)

Eintracht Braunschweig - VfL Bochum

(alle So., ab 13.15 Uhr im LIVE-TICKER)

Braunschweig hat vier seiner jüngsten fünf Spiele verloren, davon drei ohne eigenen Treffer. Nach zuvor drei Siegen in Serie musste sich Bochum zuletzt mit 0:1 gegen Cottbus geschlagen geben.

Von bislang 13 Auftritten in Braunschweig konnten die Bochumer nur vier gewinnen (zwei Unentschieden, sieben Niederlagen).

Fortuna Düsseldorf - SpVgg Greuther Fürth

(Mo., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER)

Die seit 24 Pflicht-Begegnungen (inklusive DFB-Pokal) ungeschlagenen Düsseldorfer haben alle sieben Saison-Heimspiele gewonnen, davon zwei ohne Gegentor.

Fürth, das bislang neunmal ohne Gegentor blieb, kassierte in dieser Spielzeit noch keine Auswärtsniederlage (vier Siege, drei Unentschieden). (1:0 und 1:1)

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