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Nick Proschwitz (r., mit Jens Wemmer) traf dieses Saison bereits sieben Mal für Paderborn © getty

Der SC Paderborn ist die Überraschungsmannschaft der Zweiten Liga. Manager Michael Born erklärt bei SPORT1 die Erfolgsserie.

Von Thorsten Mesch

Paderborn/Frankfurt - Die Serie des SC Paderborn nimmt allmählich fast schon unheimliche Ausmaße an.

Seit elf Spielen sind die Ostwestfalen ungeschlagen, sieben der vergangenen acht Spiele gewann die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Umso beeindruckender ist der aktuelle Höhenflug des SCP, wenn man bedenkt, dass Schmidt den Trainerposten erst am Anfang der Saison übernommen hat, und wenn man die eher bescheidenen finanziellen Möglichkeiten des Verein im Hinterkopf hat. (KOLUMNE: Paderborn-Einbruch? Pustekuchen!)

Auf "unter fünf Millionen Euro" taxiert Manager Michael Born im Gespräch mit SPORT1 Paderborns Lizenzspieleretat.

Grundgerüst steht seit Jahren

Unter diesen Voraussetzungen konnte der ehemalige Coach Andre Schubert den Klassenerhalt nicht mehr garantieren und wechselte zum FC St. Pauli.

Schmidt übernahm eine Mannschaft, deren Grundgerüst seit mehreren Jahren zusammenspielt und die gezielt verstärkt wurde.

Besonders die Verpflichtung von Nick Proschwitz hat sich gelohnt. Der Stürmer kam im Sommer vom FC Luzern, nachdem er bei den Schweizern bereits einen Dreijahresvertrag unterschrieben hatte, dort aber nach einem Trainerwechsel keine guten Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit sah.

Die fand der 24-Jährige, der zuletzt beim FC Thun spielte, in Paderborn.

Proschwitz lässt Offensivprobleme vergessen

Die Offensivprobleme der Vorsaison hat er fast schon vergessen gemacht und ist mit sieben Saisontreffern der erfolgreichste Angreifer des SCP, dessen Team zum Großteil aus der breiten Masse eher unbekannter Spieler besteht.

"Proschwitz verkörpert perfekt, was wir gesucht hatten", sagt Born, der den Offensivmann schon seit einiger Zeit in seinem Notizbuch stehen hatte.

Auch bei der Trainersuche hatte Born, der im April dieses Jahres nach Paderborn zurückkehrte, wo er schon von 1996 bis 2008 in verschiedenen Positionen gearbeitet hatte, den richtigen Riecher.

"Schmidt ist eine große Persönlichkeit"

"Er hat einen sehr guten Draht zu den Spielern, ist ein sehr fokussierter Trainer und eine große Persönlichkeit", beschreibt Born den 44-Jährigen

Allein will er sich Schmidts Verpflichtung jedoch nichts ans Revers heften.

"Man muss unserem Präsidenten ein großes Kompliment machen", betont Born und erklärt: "Wilfried Finke hatte immer schon ein gutes Händchen bei Trainerverpflichtungen, ob es Andre Schubert war oder zum Beispiel Jos Luhukay."

Der heutige Coach des FC Augsburg führte Paderborn in der Saison 2005/06 auf den neunten Platz - bis heute die zweitbeste Platzierung des Vereins, der 2009/10 unter Andre Schubert sogar Rang fünf erreichte.

Auf Tuchfühlung mit den Großen

Dort steht der Klub auch in der aktuellen Saison - und das hinter renommierten und finanziell wesentlich besser betuchten Vereinen wie Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf oder dem FC St. Pauli.

"Es ist eine Menge entstanden", findet Manager Born, dessen Ziel es ist, den "Abstand zu den großen Vereinen zu verkleinern."

Mit 31 Punkten liegt Paderborn zwei Zähler hinter dem Relegationsplatz und vier hinter Platz eins. Doch die für Ostwestfalen typische Bodenständigkeit verbietet das Bauen von Luftschlössern.

"Wollen uns nicht abschütteln lassen"

Mit einem Sieg beim FSV Frankfurt (Fr., ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER) würde die zweitbeste Auswärtsmannschaft der Zweiten Liga den Anschluss an das Spitzenquartett halten.

Am 2. Dezember kommt der FC St. Pauli nach Paderborn und sorgt dafür, dass die Energieteam Arena an der Autobahn 33 zum vierten Mal ausverkauft sein wird. Doch so weit will der Manager noch nicht denken.

"Wir tun gut daran, von Spiel zu Spiel zu schauen", betont Born. Doch er sagt auch: "So schnell wollen wir uns nicht abschütteln lassen."

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