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Thomas Kleine (M.) wechselte 2010 von Borussia Mönchengladbach zu Greuther Fürth © getty

Vor dem Düsseldorf-Spiel spricht Fürths Thomas Kleine bei SPORT1 über das neue Selbstbewusstsein am Rohnhof und Mike Büskens.

Von Reinhard Franke

München - In den letzten Jahren wurden die Franken gerne belächelt.

Denn kurz vor der Zielgeraden ging Greuther Fürth in der Vergangenheit im Aufstiegskampf immer die Puste aus.

So soll es diesmal nicht wieder sein.

Vor dieser Runde haben die "Kleeblätter" ganz offensiv das Ziel Aufstieg ausgegeben.

"Wir sind seit 15 Jahren in der Zweiten Liga, haben sehr professionelle Strukturen, haben uns lange auf das Thema vorbereiten können, weil wir oft nah dran waren", sagt Fürths Manager Rashid Azzouzi zu SPORT1, "von daher wären wir absolut bundesligatauglich."

Mit einem Sieg im Spitzenspiel bei Fortuna Düsseldorf (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVE-TICKER) will das Team wieder zurück an die Spitze. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Azzouzi ist fest von einem Erfolgserlebnis in Düsseldorf überzeugt: "Wir müssen nicht aufgeregt sein, wir machen uns nicht verrückt, die Motivation ist sehr groß, die erste Mannschaft zu sein, die die Düsseldorfer schägt." 35464(DIASHOW: Zweitliga-Torschützenkönige)

Auch Fürths Kapitän Thomas Kleine glaubt an den Erfolg im Rheinland, der Verteidiger ist mitverantwortlich für die starke Defensive der Franken.

Bisher haben sie erst zwölf Gegentreffer kassiert - die beste Marke im Unterhaus.

Im SPORT1-Interview spricht er über das neue Selbstbewusstsein am Rohnhof, Trainer Mike Büskens und den Aufstieg.

SPORT1: Herr Kleine, vor dem Spitzenspiel steht Greuther Fürth auf dem vierten Platz. Jetzt werden die Kritiker wieder sagen "Fürth wieder nur Vierter". Ist der Druck vor dem Spiel noch größer geworden?

Thomas Kleine: Auf keinen Fall. Wir gehen mit dem Gerede gut um. Letztes Jahr haben wir eine gute Saison gespielt und sind am Ende leider nur Vierter geworden. Dieses Jahr haben wir von Anfang an gesagt, dass wir aufsteigen wollen und bisher sind wir auf einem guten Weg.

SPORT1: Aber ganz ehrlich, wie sehr hat das Gerede in den letzten Jahren genervt?

Kleine: Damit können wir gut leben. Die letzten Jahre waren wir oft Fünfter, letztes Jahr haben wir es schon auf den vierten Platz geschafft und dieses Jahr wollen wir noch einen draufsetzen. Ich denke, das ist ganz normal, dass man so etwas hört, wenn man oft oben dabei ist, es aber dann nicht schafft. Aber uns interessiert das nicht. Dieses Jahr wollen wir es schaffen und dann hat das mit dem "unaufsteigbar" ein Ende.

SPORT1: Vor der Saison wurde eine Aktion "Die Unaufsteigbaren" gestartet. An Selbstironie fehlt es den Fürthern offenbar nicht.

Kleine: Damit wollten wir zeigen, dass wir das ganze Gerede mit "die Fürther nur Vierter" der letzten Jahre mit einem Schmunzeln wahrgenommen haben. Viel wichtiger ist es doch, dass wir in den letzten Jahren immer wieder gute Leistungen gebracht haben, um dahin zu kommen aufzusteigen. Wir sind jetzt, wie es auf den Plakaten heißt, auf der "unAufsteigbar-Tour". Die Aktion ging vom Verein aus, nun wollen wir am Ende der Saison die "Aufsteigbaren" sein.

SPORT1: Ihr Präsident Helmut Hack sprach vor der Saison so selbstbewusst wie noch nie vom Ziel Aufstieg. Es hat den Anschein, dass die Mannschaft dadurch selbstbewusster auftritt als in der Vergangenheit. Was ist in dieser Saison anders?

Kleine: Wir sind mit der Mannschaft fast komplett zusammen geblieben, sind sehr gut in die Saison gestartet und nach 15 Spielen unter den fünf Mannschaften, die aufsteigen wollen. Wir sind in der Breite sehr gut aufgestellt und können Ausfälle sehr gut kompensieren. Wir lassen uns nicht mehr verrückt machen, wenn wir verlieren. Letztes Jahr haben wir auch mal vier, fünf Spiele hintereinander verloren, das gibt es dieses Jahr nicht.

SPORT1: Auch das Umfeld in Fürth lechzt nach dem Aufstieg.

Kleine: Das Umfeld merkt, das einiges drin ist. Wir sind bereit für das große Ding. Wir sind in diesem Jahr sehr offensiv damit umgegangen, haben sofort gesagt, dass wir aufsteigen wollen und wir versuchen es auch zu schaffen.

SPORT1: Was rechnen Sie sich gegen die Fortuna aus?

Kleine: Wir fahren da wie zu jedem Auswärtsspiel hin, um zu gewinnen. Natürlich hat Düsseldorf seit einem Jahr zu Hause nicht mehr verloren und wir wissen um die Schwere der Aufgabe, aber wir haben bisher in der Saison auswärts auch sehr stark gespielt und noch kein Spiel verloren. Diese Serie wollen wir ausbauen.

SPORT1: Ist Trainer Mike Büskens der richtige Mann am richtigen Ort für dieses Ziel?

Kleine: Er ist sehr wichtig, ist schon fast zwei Jahre hier, kennt den Verein, lebt das 100 Prozent mit. Er ist ein Trainer, der sehr nah an uns dran ist, er kann aber auch hart sein, hat eine sehr gute Mischung. Er ist der richtige Trainer.

SPORT1: Ist Büskens wirklich der Kumpeltyp, für den man ihn hält?

Kleine: Dadurch, dass er vor ein paar Jahren noch selber gespielt hat, ist er nah dran an uns, aber er kann auch der harte Hund sein. Er lebt alles authentisch vor, weiß aber auch, wann er die Zügel anziehen muss.

SPORT1: Ihr Vertrag verlängert sich demnächst automatisch bis 2013. Nichts gegen Fürth, aber wollen Sie nicht mal zu einem großen Klub?

Kleine: Ich habe das große Ziel mit Fürth aufzusteigen und darüber hinaus muss man sehen, was passiert. Mit Fürth in der Ersten Liga zu spielen, das wäre genial.

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