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Willi Landgraf spielte 508-mal in der Zweiten Liga © getty

Zweitliga-Rekordspieler Willi Landgraf glaubt bei Sport1.de an eine "brutal ausgeglichene" Liga, hat aber einen klaren Favoriten.

München - Im vergangenen Jahr war häufig die Rede von der "härtesten Zweiten Liga aller Zeiten".

Mit Borussia Mönchengladbach, dem 1. FC Köln und 1899 Hoffenheim haben drei starke Teams den Aufstieg geschafft. Aus dem Oberhaus abgestiegen sind der 1. FC Nürnberg, Hansa Rostock und der MSV Duisburg.

Ist die Liga wieder ähnlich stark wie im letzten Jahr? Einer der es wissen muss, ist Willi Landgraf. "Mister Zweite Liga" bestritt 508 Spiele im Unterhaus.

"Diesmal sind nicht ganz so viele attraktive Mannschaften und Derbys dabei", bedauert Landgraf im Gespräch mit Sport1.de vor allem die Abgänge von Köln und Gladbach im Westen.

"Wenn man die Absteiger sieht, wie Nürnberg oder Rostock, ist das Niveau aber schon gleich geblieben", glaubt der 39-Jährige dennoch an eine starke Liga.

Allerdings sei ein Derby zwischen Aachen und Gladbach nicht mit einem Spiel gegen Rostock zu vergleichen, sagt der Zweitliga-Rekordspieler, der von 1999 bis 2006 bei der Alemannia spielte.

Der Club als Favorit

Als Favoriten in der kommenden Zweitliga-Saison sieht Landgraf aber keine Mannschaft aus dem Westen, sondern den Club.

"Nürnberg hat sich kaum verschlechtert", so Landgraf: "Das ist für mich die Mannschaft, die vorne weg marschiert. Ich glaube, dass das Team wieder ins Oberhaus zurückkehrt."

"Brutal ausgeglichen"

Danach wird die Einschätzung der Lage aber schwer. "Die Liga wird sehr ausgeglichen sein, richtig brutal. Das ist ganz schwer einzuschätzen."

Auf mögliche Absteiger und die anderen beiden Aufsteiger will sich Landgraf nicht festlegen: "Ich sehe Nürnberg als Topfavoriten und die anderen bewegen sich auf einem guten, gleichen Niveau. Darum ist es auch schwer zu sagen, wer unten drin stehen wird."

"St. Pauli wird eine gute Saison spielen"

Zwei weitere Mannschaften hebt der frühere Verteidiger dennoch aus der ausgeglichenen Masse heraus. "Ich glaube, dass St. Pauli eine gute Saison spielen wird", sagt Landgraf.

St. Pauli hat sich mit Spielern wie Mathias Hain, Benjamin Weigelt und Landgrafs früherem Alemannia-Kollegen Marius Ebbers verstärkt. Nach dem neunten Platz in der vergangenen Saison könnte es für die "Kiezkicker" noch weiter nach oben gehen.

Lautern als Überraschungsteam?

Die noch größere Überraschung könnte nach Landgrafs Meinung aber aus der Pfalz kommen: "Der 1. FC Kaiserslautern könnte für Verblüffung sorgen. Das wird bestimmt belächelt, aber darüber werden sich andere Teams noch Gedanken machen müssen."

Landgraf glaubt, dass die Erlebnisse der vergangenen Saison in der Pfalz ein Kollektiv entstehen ließen: "Der FCK ist erst am letzten Spieltag dem Abstieg entronnen und hat lange gezittert. Das schweißt zusammen. Dann erreicht man in der nächsten Saison Dinge, mit denen keiner rechnet."

"Echte Einschätzung nach fünftem Spieltag"

Bleibt natürlich noch die Frage noch Landgrafs Klub, der Alemannia, wo viele Jahre auf dem Tivoli langgezogene "Willi"-Rufe jeden Ballkontakt des Verteidigers begleiteten.

"Bei meiner Alemannia sind sehr viele Spieler dazugekommen. Ich glaube, sie werden eine gute Saison spielen", ist Landgraf optimistisch.

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