"Würde gerne nochmal den Sprung nach oben schaffen"
Von Reinhard Franke
München - Er weiß, wie das Geschäft läuft.
Schließlich hat Benno Möhlmann so viele Partien auf dem Buckel wie kein anderer aktueller Zweitliga-Trainer.
Doch an Ruhestand will der 57-Jährige noch lange nicht denken.
Bei seiner Vorstellung als neuer Coach in Frankfurt scherzt er gar: "Wenn ich mit dem FSV Deutscher Meister werde, dann höre ich auf."
Erstmal allerdings muss der ehemalige Bundesligacoach die Hessen vor dem Abstieg retten.
Bei SPORT1 spricht Möhlmann über die Ziele mit dem FSV, sein Ende in Ingolstadt, die Befriedigung Zweite Liga - und er verrät, dass es neben der Familie nur die Arbeit auf dem Trainingsplatz gibt.
SPORT1: Herr Möhlmann, wie waren die ersten Wochen im neuen Verein?
Benno Möhlmann: Es ist natürlich eine Umstellung zu Ingolstadt. Dort wurde vieles großzügiger gehandhabt als in Frankfurt. Aber mit dem neuen Co-Trainer Sven Kmetsch steht auch mein Funktionsteam für das halbe Jahr. Die Voraussetzungen sind gegeben.
SPORT1: Planen Sie etwa nur ein kurzfristiges Engagement beim FSV?
Möhlmann: Ich habe einen Vertrag bis zum Sommer, um die Liga zu halten und dann ein weiteres Jahr, um die Dinge voran zu treiben. Grundsätzlich glaube ich, dass es nichts bringt als Trainer so weit nach vorne zu schauen. Ein Verein muss mittelfristig oder auch langfristig denken, aber ein Trainer muss schnell erfolgreich sein.
SPORT1: Nach Ihrer Entlassung in Ingolstadt hatten Sie kurze Zeit später gleich den neuen Job. Brauchen Sie keine Phase, um nach einer Entlassung Abstand zu gewinnen?
Möhlmann: Ich arbeite gerne. Vor dem Engagement in Ingolstadt war ich ein halbes Jahr zuhause und da habe ich schon gemerkt, dass ich keine Hobbys habe, mit denen ich mich intensiv beschäftige. Natürlich habe ich eine Familie, aber ich finde es albern, dies als Hobby zu nennen (lacht) . Wenn es wirklich mal nicht mehr geht vom Alter oder von der Lust her, dann müsste ich mir eine Beschäftigung suchen. Der Bereich Sport-Management wäre interessant. Ich habe aber jetzt noch zu viel Spaß an der Arbeit auf dem Trainingsplatz.
SPORT1: Brauchen Sie den Nervenkitzel Abstiegskampf? (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).
Möhlmann: Nein. Ich habe immer mal Anfragen aus diversen Ligen abgelehnt, weil ich da nicht die Möglichkeit gesehen habe, Dinge zu verbessern. Ich gehe gerne dahin, wo ich selber auch etwas im Klub verändern kann. In Ingolstadt habe ich ja auch etwas verbessert.
SPORT1: Das Ende dort kam dennoch für viele überraschend.
Möhlmann: Zum Schluss war es eine vereinspolitische Entscheidung, den kompletten Schnitt zu machen. Ich selber stand nicht in der totalen Kritik, aber die Platzierung gab klar den Anlass mich freizustellen. Das ist für mich schon nachvollziehbar, auch wenn ich in der Lage gewesen wäre, die Dinge gerade zu biegen.
SPORT1: Sie waren zuletzt 2003 mit Arminia Bielefeld in der Ersten Liga. Reizt Sie die Bundesliga nochmal oder ist die Zweiten Liga Ihr Zuhause?
Möhlmann: Ich spüre mit dem Job in der Zweiten Liga eine Befriedigung und sehe, dass man da sehr professionell arbeiten kann. Natürlich ist in der Ersten Liga eine andere Qualität und ich würde gerne nochmal den Sprung nach oben schaffen, vielleicht mit einem Verein aufsteigen. Ich traue mir das absolut zu.
SPORT1: Was soll mit Ihnen beim FSV alles besser werden?
Möhlmann: Die Ansatzpunkte müssen sein, dass man nach so langer Zeit der Erfolglosigkeit die Köpfe wieder frei kriegen muss. Da hat sich einiges festgesetzt. Und wir müssen elementare Dinge verbessern wie das Passspiel, das Umschalten nach vorne und nach hinten. Das muss einfach schneller funktionieren, auch am Zweikampfverhalten ist noch einiges zu verbessern.
SPORT1: Warum schafft der FSV mit Ihnen den Klassenerhalt?
Möhlmann: Weil wir in den restlichen Spielen besser spielen werden als bislang und hoffentlich dann die Effektivität auf den Platz bringen, um mehr Punkte zu holen.
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