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SPORT1-Experte Peter Neururer trainierte bisher in seiner Karriere 15 Fußballvereine © getty

Heißer Kampf um den Aufstieg: Wer schafft am Ende den Sprung ins Oberhaus? SPORT1 analysiert die Lage an der Tabellenspitze.

Von Christoph Lother

München - 15 Spieltage sind in der Zweiten Liga noch zu absolvieren und die ersten Fünf der Tabelle trennen gerade mal drei Punkte.

Während "Wintermeister" Düsseldorf überwiegend auf das altbewährte Personal setzt, hat sich Eintracht Frankfurt mit zwei weiteren Bundesliga-Spielern verstärkt.

Greuther Fürth hat mit Gerald Asamoah sogar einen ehemaligen Vize-Weltmeister unter Vertrag genommen.

Paderborns Abwehrchef Florian Mohr wechselt im Sommer ausgerechnet zum Konkurrenten nach St. Pauli.

SPORT1 analysiert zum Auftakt nach der Winterpause (ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER und ab 22.30 Uhr Zusammenfasung im TV auf SPORT1) die Lage an der Tabellenspitze und wagt zusammen mit SPORT1-Experte Peter Neururer eine Prognose, wer im Kampf um den Aufstieg die besten Karten haben dürfte.

Fortuna Düsseldorf (Tabellenplatz 1, 43:20 Tore, 42 Punkte):

Die Ausgangssituation:

Die Düsseldorfer haben eine phänomenale Hinrunde hinter sich und stehen zurecht ganz oben.

Erst im letzten Spiel vor der Winterpause kassierten die Schützlinge von Trainer Norbert Meier ihre erste Saisonniederlage (2:3 gegen Paderborn) - und die erste vor heimischer Kulisse nach 445 Tagen.

Mit 43 erzielten Treffern stellen die Fortunen die stärkste Offensive der Liga. "Oldie" Sascha Rösler befindet sich in überragender Form und ist mit elf Toren zweitbester Schütze der Liga.

Die Baustellen:

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Düsseldorf kassierte in den bisherigen 19 Spielen 20 Gegentreffer und damit mehr als die Aufstiegskonkurrenten Fürth, Frankfurt oder Paderborn.

Das Personal:

Trainer Meier setzt weitgehend auf das Personal der Hinrunde. Der Pole Adam Matuschyk (Köln) und der Finne Timo Furuholm (Inter Turku) sind die einzigen Neuen.

Mit Rösler, Beister und Thomas Bröker verfügen die Fortunen über drei extrem torgefährliche Stürmer.

Die SPORT1-Prognose:

Düsseldorf ist definitiv keine Eintagsfliege und auch schon länger keine Überraschungsmannschaft mehr.

"Wenn man die Gesamtentwicklung der Fortunen betrachtet, kann man davon ausgehen, dass sie bis zum Ende der Saison ganz oben mitspielen werden. Sollten nicht irgendwelche größeren Verletzungssorgen auftreten, wird Düsseldorf einen der beiden direkten Aufstiegsplätze einnehmen", glaubt Neururer.

Greuther Fürth (Tabellenplatz 2, 41:14 Tore, 40 Punkte):

Die Ausgangssituation:

In Fürth ist eigentlich alles wie immer. Nach einer bärenstarken Hinrunde liegen die "Kleeblätter" auf dem zweiten Tabellenplatz und träumen vom Aufstieg in die Bundesliga.

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Doch dieser Traum erwies sich in der jüngsten Vergangenheit für die Franken stets als Albtraum. In den vergangenen sieben Jahren landete Greuther gleich fünf mal unter den ersten Fünf, für den Sprung ins Oberhaus reichte es jedoch nie.

Die Baustellen:

Gemeinsam mit Eintracht Frankfurt die zweitmeisten Tore geschossen, die wenigsten Gegentreffer kassiert und noch dazu richtig schönen Fußball gespielt - eigentlich gibt es am bisherigen Saisonverlauf der Fürther nichts auszusetzen.

"Je mehr in Fürth allerdings über die Vergangenheit mit den vielen vierten und fünften Plätzen geredet wird, desto problematischer wird es", warnt Neururer.

Das Personal:

Die Fürther setzen auf ein kongeniales Sturmduo: Christopher Nöthe und Olivier Occean haben jeweils schon zehn Tore auf dem Konto.

Hinzu kommt mit Gerald Asamoah ein ehemaliger Nationalspieler. Ob er die erhoffte Verstärkung ist, wird sich aber erst noch herausstellen.

"Er hat eine ganze Weile nicht gespielt, kann der Mannschaft mit seiner großen Erfahrung aber sicherlich weiterhelfen", glaubt Neururer.

Die SPORT1-Prognose:

Fürth war (wieder einmal) über die gesamte erste Saisonhälfte hinweg sehr konstant.

Sollten die bislang so zuverlässigen Stürmer auch weiterhin regelmäßig treffen, dürfte es für das Team von Trainer Mike Büskens zumindest für den Relegationsplatz reichen.

Eintracht Frankfurt (Tabellenplatz 3, 41:19 Tore, 39 Punkte):

Die Ausgangssituation:

Die Eintracht war als großer Favorit in die Saison gestartet und wurde diesem Ruf über weite Strecken auch gerecht.

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Erst am 16. Spieltag kassierten die Schützlinge von Trainer Armin Veh mit dem 1:2 bei 1860 München ihre erste Saisonniederlage.

Die ersten beiden Auswärtsspiele im neuen Jahr führen die Eintracht allerdings zu den direkten Konkurrenten nach Düsseldorf und Paderborn - möglicherweise vorentscheidende Duelle im Kampf um den Aufstieg.

Die Baustellen:

Der Druck, der auf den Frankfurtern lastet, ist enorm. Angesichts des hochwertig besetzten Kaders wäre alles andere als der direkte Wiederaufstieg eine Enttäuschung.

Mit Theofanis Gekas haben die Hessen einen ihrer besten Torjäger in der Winterpause abgegeben. Ein Ersatz für ihn konnte nicht verpflichtet werden.

Das Personal:

Der erhoffte Transfer von Wolfsburgs Patrick Helmes an den Main kam nicht zustande.

Stattdessen verstärkte die Eintracht ihre Defensive und zog mit dem Freiburger Heiko Butscher sowie Lauterns Martin Amedick zwei Bundesliga-Profis an Land.

Die SPORT1-Prognose:

Sollten die Frankfurter auch im Falle möglicher Rückschläge die Ruhe bewahren, werden sie ihre "Mission Wiederaufstieg" erfüllen.

Neururer sieht das genauso: "Vom Potenzial her muss die Eintracht einfach einen der ersten beiden Plätze belegen."

FC St. Pauli (Tabellenplatz 4, 38:21 Tore, 39 Punkte)

Die Ausgangssituation:

St. Pauli präsentierte sich vom Abstieg aus der Bundesliga zunächst überraschend gut erholt und feierte in den ersten fünf Spielen vier Siege.

Anschließend wechselten bei den Hamburgern Licht und Schatten, am letzten Spieltag vor der Winterpause konnte mit der Frankfurter Eintracht aber immerhin nochmal ein direkter Konkurrent bezwungen werden (2:0).

"Wenn man sich nochmal vor Augen führt, wie St. Pauli in der vergangenen Saison abgestiegen ist, kann man vor diesem Team nur den Hut ziehen. Andre Schubert und Helmut Schulte haben da wirklich hervorragende Arbeit geleistet", lobt Neururer.

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Die Baustellen:

Abgesehen von Marius Ebbers (6) erzielten die Stürmer des FC St. Pauli zu wenig Tore. Deniz Naki kehrte nach langer Verletzungspause erst Mitte der Hinrunde zurück ins Team und ist noch nicht wieder der Alte.

Mit 21 Gegentreffern kassierten die Hamburger die meisten aller Aufstiegsaspiranten.

Das Personal:

Abwehrspieler Ralph Gunesch hat den Klub verlassen und sich dem FC Ingolstadt angeschlossen, Stürmer Rouwen Hennings wurde nach Osnabrück ausgeliehen. Ansonsten ist der Kader zusammen geblieben.

Die SPORT1-Prognose:

Mit den Hamburgern war im ganz oberen Tabellenbereich nicht unbedingt zu rechnen. Inzwischen wittern die "Kiezkicker" aber ihre Chance.

"Sollte St. Pauli die direkten Duelle gegen die Topteams erfolgreich gestalten können, ist ein Platz unter den ersten Drei auf jeden Fall drin", sagt Neururer.

SC Paderborn (Tabellenplatz 5, 29:15 Tore, 39 Punkte):

Die Ausgangssituation:

Die Paderborner sind zweifelsohne die "Überflieger" der Hinrunde.

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Nach Rang zwölf im Vorjahr mischen sie plötzlich ganz oben mit. In den bisherigen 19 Spielen feierten die Schützlinge von Trainer Roger Schmidt elf Siege und damit schon mehr als in der kompletten letzten Saison (10).

Die Baustellen:

Im Vergleich zu den direkten Konkurrenten im Aufstiegsrennen erzielte Paderborn deutlich weniger Tore. Sollte der mit bislang zwölf Treffern beste Schütze Nick Proschwitz mal ausfallen, sieht es für den SCP vorne ziemlich mau aus.

Das Personal:

Der in der Hinrunde überzeugende Abwehrspieler Christian Mohr trägt ab der kommenden Saison das Trikot des FC St. Pauli - ein Zeichen für mangelnden Glauben an den möglichen Aufstieg?

Für die bevorstehende Rückrunde gibt es allerdings kaum personelle Veränderungen. Spektakulärste Neuerwerbung ist der von Mönchengladbach ausgeliehene Lukas Rupp.

Die SPORT1-Prognose:

Paderborn hat in der Hinrunde zwar einen überragenden Fußball, aber wohl auch oft über dem eigenen Limit gespielt.

"Je mehr den Spielern bewusst wird, dass sie womöglich doch diese Sensation Aufstieg schaffen könnten, desto größer dürften die Probleme werden. Ich ziehe meinen Hut vor dem SCP, glaube aber nicht, dass es für einen Platz unter den ersten Drei reichen wird", sagt Neururer.

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