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"Löwen"-Kapitän Benny Lauth erzielte gegen Cottbus seine Saisontreffer sieben und acht © getty

Durch das 2:0 gegen Cottbus bleiben die "Löwen" auf Tuchfühlung zur Spitzengruppe. Energie orientiert sich dagegen nach unten.

Von Christoph Lother

München - Die Erleichterung war den Spielern von 1860 München anzumerken.

Durch das 2:0 im ersten Spiel nach der Winterpause gegen Energie Cottbus (Spielbericht) sind die "Löwen" nun schon seit sechs Partien ungeschlagen.

Viel wichtiger ist aber die Tatsache, dass die Münchener nach den jüngsten Querelen um Vereinsspitze und Investor Hakan Ismaik zumindest auf sportlicher Ebene weiter für positive Schlagzeilen sorgen konnten.

Konzentration aufs Sportliche

"Wir konzentrieren uns nur auf Fußball, haben heute unseren Job gemacht und alles andere hat uns nicht zu interessieren", versuchte Mittelfeldspieler Daniel Bierofka das Theater um Ismaik, der zuletzt offen den Rücktritt von 1860-Präsident Dieter Schneider gefordert hatte, zwar weitgehend herunterzuspielen.

Doppeltorschütze Benjamin Lauth gab allerdings zu: "Wir waren froh, dass wir endlich wieder loslegen konnten und der Sieg war sehr wichtig für uns."

Lauth trifft doppelt

Lauth war mit seinen beiden Treffern in der 35. und 90. Minute zum Matchwinner avanciert und wirkte entsprechend zufrieden.

Nur hinsichtlich der Chancenverwertung seiner Mannschaft sah der "Löwen"-Kapitän noch Verbesserungsbedarf: "Hätten wir unsere Chancen ein bisschen besser genutzt, hätten wir das Ganze noch früher nach Hause fahren können und hätten nicht bis zum Schluss zittern müssen."

"Lauth war wie das Wetter: eiskalt"

Lauth selbst bewies gegen Cottbus allerdings einmal mehr seinen Torriecher und nötigte dem Gegner entsprechenden Respekt ab.

"Der Unterschied heute war ganz einfach Benny Lauth. Der hat eben diese Klasse und war vor dem Tor heute wie das Wetter ? eiskalt", sagte der Cottbuser Abwehrspieler Uwe Möhrle zu SPORT1.

Noch sieben Punkte bis Platz drei

In der Tabelle liegen die "Sechziger" nach ihrem siebten Heimsieg nur noch sieben Zähler hinter dem Relegationsplatz - und ganz abgeschrieben haben sie den Aufstieg offenbar noch nicht. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich will nicht unnötig etwas anheizen, aber natürlich hat trotzdem jeder den Ehrgeiz und den Willen, näher da oben heranzukommen. Das ist uns heute gelungen und das wollen wir die kommenden Wochen fortführen", erklärte Lauth.

Bierofka formulierte es zwar etwas vorsichtiger, schielt genau wie seine Kollegen bei 1860 aber durchaus noch nach oben: "Im Endeffekt haben wir 2:0 gewonnen und den Abstand auf St. Pauli verkürzt. Es sind jetzt noch vier Punkte auf den Fünften und das war unser Ziel."

Cottbus seit fünf Spielen ohne Sieg

Ganz anders sieht die Lage hingegen bei Energie Cottbus aus.

Das 0:2 bedeutete nicht nur ein missglücktes Debüt für den neuen Trainer Rudi Bommer, sondern auch das fünfte sieglose Spiel in Folge.

Dementsprechend mahnte Mittelfeldspieler Ivica Banovic bei SPORT1 zur Vorsicht: "Natürlich müssen wir nach unten gucken, das kann alles so schnell gehen. Im nächsten Heimspiel ist höchste Konzentration gefordert, denn es kommen jetzt doch recht schwere Wochen auf uns zu."

Mit Aachen, Karlsruhe und Aue trifft Energie in den kommenden drei Partien zwar auf Mannschaften, die allesamt hinter den Lausitzern liegen, die Truppe von Trainer Bommer dementsprechend aber auch mit nach unten ziehen könnten.

Unnötiges Gegentor bricht Energie das Genick

Was die Gründe für die Niederlage in München betrifft, war man sich im Lager von Energie einig.

"Wir haben die Tore viel zu einfach hergeschenkt und auf der anderen Seite auch nicht geradlinig und effektiv genug nach vorne gespielt", resümierte Möhrle bei SPORT1.

Und auch Banovic erklärte: "Vor dem ersten Gegentor haben wir mal wieder einen unnötigen Fehler gemacht und dadurch ist das Spiel gekippt. Aus dem Nichts fällt dieses Tor, nach einem Einwurf für uns sogar. Danach waren die Münchner dann auf Konter aus und gegen so viele, schnelle Leute war das nicht einfach für uns."

Sieg gegen Aachen soll Thema Abstieg beenden

Im nächsten Heimspiel gegen Aachen sollten die Cottbuser diese Fehler abstellen, wollen sie sich nicht wirklich noch ernsthaft mit dem Thema Abstieg beschäftigen.

Verzichten muss Energie dabei allerdings auf Christian Müller.

Der Offensivmann hatte sich bei einem Zusammenprall mit Münchens Djordje Rakic ein Trauma der Halswirbelsäule zugezogen und war nach seiner Auswechslung noch während des Spiels in ein Münchner Krankenhaus gebracht worden.

Müller wurde mittlerweile aus der Klinik entlassen. Eine baldige Rückkehr in die Mannschaft der Lausitzer hängt vom weiteren Heilungsverlauf ab.

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