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Der SC Paderborn kehrte 2009 in die Zweite Liga zurück © getty

Paderborn hat im Schatten der Favoriten eine starke Serie hingelegt. Der Druck steigt und der kleine Kader fordert Tribut.

Von Marc-Oliver Robbers

München - Die Erfolgsserie des SC Paderborn wird langsam unheimlich. Die Elf von Roger Schmidt ist seit nunmehr 16 Spielen ungeschlagen.

Der Aufstieg ist längst kein unrealistisches Szenario mehr.

Langsam fragt man sich, wer die Ostwestfalen noch stoppen soll. Die Antwort lautet: Verletzungspech und Greuther Fürth.

Die Franken waren die letzte Mannschaft, die die Schmidt-Elf in der Zweiten Liga schlagen konnte. Im Pokal musste Paderborn ebenfalls gegen Fürth die Segel streichen.

Kreuzbandriss bei Gonther

Jetzt kommt es zur Revanche (So., ab 13.15 Uhr im LIVE-TICKER und ab 22.30 Uhr Zusammenfasung im TV auf SPORT1).

Dabei trifft in der Fürther Trolli-Arena die beste Auswärtsmannschaft der Liga auf das beste Heimteam. Fürth steht auf Platz vier und hat nur zwei Punkte Rückstand auf die Paderborner. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die erklommen mit dem 3:2-Sieg über Union Berlin erstmals den Relegationsrang. Die Euphorie wurde aber durch den Kreuzbandriss bei Innenverteidiger Sören Gonther arg getrübt.

"Eine Katastrophe"

Solche Verletzungen kann der Verein nur schwer kompensieren.

"Die Diagnose ist eine Katastrophe. Sören hat großen Anteil an unserem sportlichen Erfolg und kann die Endphase jetzt leider nicht mehr auf dem Platz miterleben", sagte Trainer Roger Schmidt dementsprechend geschockt.

Trainer Schmidt muss voraussichtlich ein komplett neues Innenverteidiger-Duo aufbieten. Denn auch Florian Mohr droht mit einer Knieprellung und Bauchmuskelzerrung auszufallen.

Der zuletzt angeschlagene Kapitän Markus Krösche hat seine muskulären Probleme überstanden und steht zur Verfügung.

Große wirtschaftliche Zwänge

Die wirtschaftlichen Zwänge in Paderborn sind groß. Der Kader klein. Der Lizenzspieleretat beträgt lediglich 5,15 Millionen Euro und gehört damit zu den niedrigsten der Zweiten Liga.

Umso verwunderlicher, dass die Mannschaft ihr eigentlich gestecktes Saisonziel "Klassenerhalt" schon zur Winterpause erreicht hat.

In Paderborn hebt deswegen aber keiner ab.

"Wir wollen diese tolle Ausgangssituation natürlich so lange wie möglich behalten. Ein Aufstieg ist aber immer noch unwahrscheinlich und wäre eine absolute Sensation", zeigte sich Schmidt vor dem Rückrundenstart geerdet.

Euphorie in Fürth

Fürth geht mit Euphorie ins Spiel. Nach dem sensationellen Halbfinaleinzug im DFB-Pokal gegen 1899 Hoffenheim ist die Stimmung im Team von Mike Büskens bestens.

Verzichten muss Büskens dabei auf Christopher Nöthe.

Der Stürmer zog sich gegen Hoffenheim einen Muskelfaseriss zu. Bernd Nehrig fehlt gelb-gesperrt.

Dennoch wollen die Franken den Schwung mit in die Liga retten und die Niederlage zum Jahresauftakt gegen Dynamo Dresden vergessen machen.

"Wir wissen, dass wir nichts geschenkt bekommen", sagte Büskens.

"Paderborn hat eine gute Mannschaft, die schwer zu schlagen ist. Sie stehen nicht zufällig auf dem dritten Tabellenplatz."

SPORT1 hat die weiteren Fakten zum 21. Spieltag:

FC St. Pauli - VfL Bochum

St. Pauli feierte zu Hause schon sieben Siege, die letzte Heimniederlage gab es Mitte Oktober gegen Düsseldorf (1:3).

Die Bochumer haben einen Lauf, konnten drei der letzten vier Partien gewinnen. Im ersten Pflichtspiel des Jahres gegen Rostock war der VfL mit 2:1 erfolgreich.

Hinspiel: 2:1

Hansa Rostock - MSV Duisburg

Die Rostocker machten in Bochum da weiter, wo sie vor der Winterpause aufgehört hatten. Seit neun Spielen wartet Hansa mittlerweile auf einen Sieg.

Auch Duisburg holte aus den letzten vier Partien nur ein mageres Pünktchen, unterlag am vergangenen Freitag dem FSV Frankfurt zu Hause mit 1:2.

Hinspiel: 0:0

Greuther Fürth - SC Paderborn

Fürth unterlag am vergangenen Wochenende überraschend mit 1:3 in Dresden, schaffte dafür aber den Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale und dürfte neues Selbstvertrauen getankt haben.

Paderborn feierte mit dem 3:2 über Union Berlin den dritten Sieg in Folge. Seine letzte Niederlage kassierte der SCP am vierten Spieltag - gegen Fürth.

Hinspiel: 1:0

(alle So., ab 13.15 Uhr im LIVE-TICKER und ab 22.30 Uhr Zusammenfasung im TV auf SPORT1)

Fortuna Düsseldorf - Eintracht Frankfurt

Die Fortunen kamen vergangenes Wochenende nicht über ein 1:1 in Ingolstadt hinaus und warten nun schonseit drei Spielen auf einen Sieg.

Frankfurt holte aus den letzten vier Partien drei Siege und ein Unentschieden.

Hinspiel: 1:1

(Mo., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER)

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