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Armin Veh führte den VfB Stuttgart 2007 zur Deutschen Meisterschaft © getty

Armin Veh platzt auf einer denkwürdigen Pressekonferenz der Kragen. Der Frankfurt-Trainer nimmt sich Sascha Rösler zur Brust.

Von Jakob Gajdzik

München/Düsseldorf - Auch einen Tag nach dem 1:1 im Spitzenspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Eintracht Frankfurt (Bericht) hatten sich die Gemüter nicht beruhigt.

Besonders die Gäste aus Hessen feuerten nach dem umstrittenen Fortuna-Elfmeter in der Nachspielzeit und dem Verlust der Tabellenführung eine komplette Breitseite gegen die Rheinländer. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Im Zentrum der Kritik: Düsseldorf Routinier Sascha Rösler.

Auf den Stürmer angesprochen, platzte Eintracht-Trainer Armin Veh auf einer denkwürdigen Pressekonferenz der Kragen:

"Ich fühle mich von Rösler betrogen", schimpfte Veh in Bezug auf eine Frankfurter Kontersituation, die der Düsseldorfer durch eine Provokation gegen Gordon Schildenfeld vereitelte.

"Das der mit Gelb-Rot weggekommen ist, ist lächerlich", sagte er kopfschüttelnd.

"Er macht das jede Woche"

"Sowas gehört sich einfach nicht und er macht das jeder Woche. Es ist eine Schande für den deutschen Fußball, dass er dafür nicht bestraft wird", polterte der Eintracht-Trainer weiter.

Jeder anständige Sportler werde "mit Füßen getreten, wenn Rösler als Leader bezeichnet wird. Er ist kein Leader, er ist ein Schauspieler. Das ist unfair ohnegleichen", machte er aus seiner negativen Meinung über den Blondschopf keinen Hehl.

"Rösler provoziert permanent, die ganze Saison über schon, und es wird nicht unterbunden. Das ist mir zu hoch."

Rösler müsse sich nicht ändern, "weil es ja erfolgreich ist. Aber die, die es sanktionieren müssen, müssen was ändern", sagte Veh und nahm damit die Schiedsrichter in die Pflicht.

Vor Wolf Werner "jeglichen Respekt verloren"

Auch Fortuna-Manager Wolf Werner, der in der Auseinandersetzung an der Seitenlinie beteiligt war, wurde von Vehs Rundumschlag nicht verschont: "Wolf Werner und ich kennen uns schon ein paar Jährchen, er war auch bereits mein Co-Trainer. Ihm gegenüber habe ich jeglichen Respekt verloren".

Auch Eintracht-Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen war einen Tag nach dem Spiel noch geladen. Er bezeichnete Rösler als "Spieler, wie wir sie nicht sehen wollen".

Eine Abrechnung mit Verspätung.

Nach dem Spiel war Veh gar nicht in der Lage, seine brodelnde Gemütslage mit den Medien zu teilen.

[kaltura id="0_ib42mv5v" class="full_size" title="Vehs Rundumschlag im Video"]

Kein Kommentar nach dem Spiel

Nach seiner Hinausstellung in den Innenraum durch Schiedsrichter Dr. Felix Brych blieb der Eintracht-Coach auch nach Spielschluss in den Katakomben und verweigerte jedes Statement.

Nur ein "Scheiße" war vom 51-Jährigen auf dem Weg in die Kabine zu vernehmen.

Zur Pressekonferenz erschien statt ihm Sportdirektor Bruno Hübner, der die Meinung von Veh und Bruchhagen teilte: "Das ist eine Katastrophe, so ein lächerlicher Elfmeter", schimpfte er.

Das sei "die ganze Scheiße", die Veh im Vorfeld des Topspiels in Düsseldorf gemeint habe, als er Rösler "Fallsucht" vorgeworfen hatte. "Hier in Düsseldorf", empfahl der aufgebrachte Hübner, "sollen sich alle mal hinterfragen."

Presseverbot für Rösler

Rösler selbst bekam von der Fortuna Presseverbot und gab keinen Kommentar zu den Vorfällen ab, stattdessen versuchten andere Düsseldorfer zu beschwichtigen.

"Man kann Fußball und Emotionen nicht trennen", sagte Jens Langeneke, der Schütze zum 1:1-Ausgleich.

"Aus meiner Sicht sind keine weltbewegenden Dinge passiert. Auf dem Platz war der Umgang miteinander vollkommen normal", so Langeneke.

"Frankfurter sollen ganz ruhig sein"

"Elfmeter hin oder her. Keine Mannschaft kann behaupten, dass jeder Elfmeter ein tausendprozentiger war. Die Frankfurter sollten ganz ruhig sein, wir haben im Hinspiel einen ganz klaren Elfmeter nicht bekommen", versuchte Manager Wolf Werner die Gemüter zu beruhigen.

Bis das allerdings auch den Frankfurtern gelingt , kann es noch etwas dauern.

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