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Im Hinspiel feierte Eintracht Frankfurt einen deutlichen 4:0-Erfolg über den FSV © getty

Vor dem Stadtderby schlägt Frankfurts Vorstandsboss Bruchhagen friedliche Töne an. Der Ärger aus Düsseldorf ist abgehakt.

Von Jakob Gajdzik

München - Mund abputzen, weitermachen.

Auch wenn der Ärger bei Eintracht Frankfurt nach der emotionsgeladenen Schlussphase beim Spitzenspiel in Düsseldorf (Bericht) und den anschließenden Giftpfeilen auf der Pressekonferenz (Bericht) noch nicht ganz verraucht ist, die Konzentration gilt nun den kommenden Aufgaben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Dazu ist alles gesagt", erklärte Eintrachts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen im Gespräch mit SPORT1:

"Wir sind sehr traurig und enttäuscht, dass wir nach einem sehr guten Spiel nicht belohnt wurden. Wegen der Entscheidungen bleibt ein bitterer Nachgeschmack, aber wir schauen nur noch nach vorne."

Auch Veh blickt nicht mehr zurück

Ähnlich sieht es Armin Veh, nachdem er am Dienstag gemeinsam mit Bruchhagen massive Attacken gegen die Düsseldorfer und vor allem Sascha Rösler gefahren hatte.

"Das ist vorbei", sagte der Coach. "Wir konzentrieren uns auf das Spiel gegen den FSV. Das wird sicher schwierig."

Ein Stadtderby erwartet die Eintracht (Sa., ab 12.45 Uhr im LIVE-TICKER), aber nach Bruchhagens Aussage keineswegs ein weiteres Giftspiel.

"Freundschaftliches Verhältnis"

"Der FSV Frankfurt und die Eintracht haben ein freundschaftliches Verhältnis. Die beiden unterschiedlichen Fangruppierungen kommen sich nicht gegenseitig ins Gehege", meinte der 62-Jährige.

"Wir freuen uns auf das Derby."

Für das gute Verständnis zwischen den beiden Lagern spricht, dass es extra zum Derby einen Fanschal mit dem Logo beider Vereine zu kaufen gibt.

Die Aufschrift lautet: "Wir sind alle Frankfurter Jungs".

Lob für den Stadtrivalen

Bruchhagen ging vor dem Aufeinandertreffen sogar auf Kuschelkurs mit dem Tabellen-13.

Konkurrenzdenken sei zwar vorhanden, beschränke sich aber rein auf den sportlichen Sektor, meinte Bruchhagen.

"Es gibt keine Fanfeindschaft oder -aggressivität zwischen uns, es ist eine rein sportliche Rivalität. Der FSV ist ein toll geführter Verein, der den Sprung in die Zweite Liga geschafft hat. Für einen Stadtteilverein (Bornheim, d.Red.) ist das eine tolle Leistung"

FSV im Aufwind

Im Hinspiel, das der gastgebende FSV wegen des Fanandrangs in der Commerzbank-Arena ausgetragen hatte, waren die Blau-Schwarzen nicht mehr als ein Sparringspartner für die "Adler" und mit einem 0:4 noch gut bedient.

Wie die Kräfteverhältnisse auf dem Rasen bisher verteilt waren, verdeutlichen auch die 25 Punkte, die beide Vereine in der Tabelle voneinander trennen.

Doch die Bornheimer befinden sich nach dem Trainerwechsel von Hans-Jürgen Boysen zu Benno Möhlmann und dank der starken Winter-Neuzugänge Chadli Amri und Iljan Micanski im Aufwind.

Vier Punkte aus den letzten beiden Partien verdeutlichen den Aufwärtstrend.

Kampfansage aus Bornheim

Das weiß auch Bruchhagen: "Wir sind Favorit. Allerdings ist der FSV in den letzten Wochen klar besser geworden, es wird kein leichtes Spiel."

Und vom Bornheimer Hang kommt bereits die erste Kampfansage.

"So überragend war die Eintracht in Düsseldorf nicht. Es ist was drin für uns", sagte Verteidiger und Ex-Eintracht-Spieler Alexander Huber der "Bild".

"Spiel von besonderer Wichtigkeit"

Eine Niederlage im Stadtduell dürfte beide Klubs empfindlich treffen.

Die Gäste vom FSV brauchen jeden Zähler, um den Abstand auf die direkten Abstiegsplätze (zwei Punkte) zu vergrößern, die Eintracht muss sich dagegen einer großen Konkurrenz an der Tabellenspitze erwehren.

"Was die Punktzahl angeht, stehen wir hervorragend da. Es ist schon eine besondere Situation, dass so viele Vereine so viele Punkte auf dem Konto haben", analysierte Bruchhagen.

"Wir befinden uns mit fünf Vereinen auf Augenhöhe, deswegen ist jedes Spiel von besonderer Wichtigkeit."

Somit bekommt auch das "Kuschelderby" eine besondere Note in Hessen.

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