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Dennis Kruppke (l.) erzielte beim 1:1 im Hinspiel das Tor für Braunschweig © imago

Vor dem Montagsspiel sehen sich Aues Trainer Schmitt und Braunschweigs Coach Lieberknecht in unterschiedlichen Rollen.

Von Reinhard Franke

München - Im Erzgebirge denkt man sehnsüchtig an die vergangene Saison zurück.

Da stand die Mannschaft von Rico Schmitt am Ende der Runde auf einem sensationellen 5. Platz, spielte lange um den Aufstieg mit.

In diesem Jahr ist alles anders. Aue findet sich vor dem Spiel heute Abend gegen Eintracht Braunschweig (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVE-TICKER) auf dem 14. Platz wieder. Die Niedersachen haben Platz acht inne. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Das Abstiegsgespenst hat es sich im Lager der "Veilchen" inzwischen bequem gemacht. Und nimmt keine Rücksicht auf die Vergangenheit.

Letzter Heimsieg im September

Auch die Fans wissen nicht mehr wirklich, wie sich ein Heimsieg anfühlt. Lang, lang ist es her. Es war nach dem mühsamen wie glücklichen 1:0 gegen Hansa Rostock am 30. September des vergangenen Jahres.

Trainer Rico Schmitt sagt im Gespräch mit SPORT1: "Wir hatten 2010 ein sehr heimstarkes Jahr, 2011 haben wir zu Hause eher geschwächelt. Nun ist 2012, und wir wollen an die Heimstärke von einst wieder anknüpfen."

"Wussten, dass es eng wird"

Doch leicht wird es nicht. Es wird anständig zur Sache gehen auf dem mehr oder weniger durchgeweichten Rasen im Erzgebirgsstadion.

"Wir wussten, dass es eng wird. Wir müssen die Nerven bewahren und gegen die Eintracht, die im letzten Herbst einen absoluten Höhenflug hatte, die Grundtugenden des Fußballs an den Tag legen", meint Schmitt.

"Wir dürfen nicht auf den Gegner schauen, sondern müssen mit Leidenschaft in das Spiel reingehen. Die Mannschaft hat den positiven Charakter, sich da unten rauszuziehen."

Vorteil durch längere Pause

Schmitt bleibt noch gelassen: "Wir müssen uns wieder das Selbstvertrauen holen und sind unseren Fans Tore schuldig." Hoffnung auf einen Erfolg mache ihm, dass man ein paar Tage mehr Zeit zur Spielvorbereitung hatte nach der Spielabsage letzte Woche gegen 1860 München.

Für den 43-Jährigen geht es jetzt darum "die Ärmel hochzukrempeln."

Intensive Minuten erwartet

Sein Gegenüber Torsten Lieberknecht scheint auf eine Aue-Mannschaft vorbereitet, die alles in die Waagschale wirft. Er spricht bei SPORT1 von "90 sehr intensive Minuten", die auf seine Mannschaft zukommen.

Schon im Hinspiel beim 1:1 lieferten sich beide Teams ein Duell mit Haken und Ösen. Auch zwischen Schmitt und Braunschweig-Coach Torsten Lieberknecht flogen and er Seitenline verbal die Fetzen.

Lieberknecht stapelt tief

Von einer Favoritenrolle will Lieberknecht trotz der Krise in Aue nichts hören.

"Wir sind als Neuling immer noch der Underdog", so Lieberknecht, "auch wenn die Tabelle etwas anderes sagt. Von der Punkteausbeute haben wir uns keinen optimalen Zustand erarbeiten können. Wenn man aber unsere Spiele sieht, dann war das ordentlich. Unser Ziel ist weiter der Klassenerhalt."

"Sicher wie das Amen in der Kirche"

Während sein Kollege zittert, ist Lieberknecht felsenfest von diesem Ziel überzeugt: "Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, dass wir das schaffen werden. Wann, das ist eine andere Frage. Wir werden das aber schon packen."

Und dann fügt er noch hinzu: "Wir haben die Sinne geschärft und wir sind in der Phase, wo jeder Punkt zählt. Bei uns ist alles extrem ruhig und alles andere als Panik."

Davari wieder fit

Aufatmen kann Lieberknecht, was die personelle Lage angeht. Der im Training verletzte Torhüter Daniel Davari hat das Krankenhaus wieder verlassen können. Bei einem Zusammenprall mit einem Mitspieler im Donnerstag-Training hatte sich der Torhüter eine Gehirnerschütterung zugezogen.

Der Coach verrät: "Es ist gar nicht so abwegig, dass er am Montag zum Einsatz kommt."

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