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Norbert Meier trainierte Duisburg und Dresden, ehe bei der Fortuna anfing © getty

Im Westderby gegen Aachen sollen die Fortuna-Stürmer wieder "geiler" werden. Die Alemannia reist mit breiter Brust an.

Von Tobias Wiltschek

München/Düsseldorf - Der Herbstmeister befindet sich immer noch im Winterschlaf.

Erst drei Punkte hat Fortuna Düsseldorf in fünf Rückrunden-Partien geholt und ist dadurch bis auf Platz fünf durchgereicht worden (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Dennoch sind die Rheinländer vor dem Heimspiel gegen Alemannia Aachen (ab 19.45 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE im TV auf SPORT1) noch aussichtsreich im Rennen.

Ein Sieg im Westderby, und die Fortuna würde wieder auf einen Aufstiegsplatz klettern. Dafür aber muss vor allem die Chancenauswertung besser werden (SERVICE: Der Zweitliga-Tabellenrechner).

"Fußballerisch überzeugt"

"Wir waren nicht nur kämpferisch voll auf der Höhe, sondern haben auch fußballerisch überzeugt", blickte Trainer Norbert Meier noch einmal zurück auf die knappe 1:2-Niederlage bei 1860 München.

Allein es reichte eben nur zu einem Treffer, weshalb Meier eine deutliche Forderung an seine Jungs richtet: "Wir müssen vor dem Tor wieder geiler werden."

Dieser unbedingte Wille fehlt den Düsseldorfern bislang nach der Winterpause. Der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer in München durch Maximilian Beister ist das bislang einzige Fortuna-Tor aus dem Spiel heraus im Jahr 2012. Ansonsten traf nur Jens Langeneke zwei Mal per Elfmeter.

Stürmer mit Ladehemmung

Die beiden anderen offensiven Stammkräfte der Düsseldorfer leiden schon seit längerer Zeit unter starker Ladehemmung (35464DIASHOW: Zweitliga-Torschützenkönige).

Der bei den "Löwen" gesperrte Sascha Rösler traf zuletzt beim 1:1 Mitte Dezember in Bochum, und Thomas Bröker wartet sogar seit Mitte September auf ein Erfolgserlebnis. Dazu kommen die Schwächen in der Abwehr, schon elf Gegentore kassierte Düsseldorf nach Standards.

"Wir müssen jetzt ruhig und konzentriert arbeiten und uns auf unsere tägliche Arbeit fokussieren", erklärte der Fortuna-Coach und machte unmissverständlich klar:

"Nur so können wir uns selbst helfen, um dann so schnell wie möglich wieder regelmäßig siegreich zu sein."

"Werden richtig Gas geben"

Anfangen will Meier gleich gegen die Alemannia. "Es ist doch klar, dass wir am Montag gewinnen möchten", erklärte er und versprach: "Wir werden am Montag richtig Gas geben."

Dabei trifft sein Team jedoch auf einen Gegner, der seit sieben Spielen nicht mehr verloren hat und entsprechend selbstbewusst auftritt.

"Die Mannschaft weiß, dass sie sehr stabil ist, dass sie nicht mehr so viele Torchancen zulässt wie Ende des letzten Jahres", beschreibt Trainer Friedhelm Funkel die Stimmung bei den Aachenern.

Hundertprozentig zufrieden ist er dennoch nicht. Denn seine Mannschaft holte aus seiner Sicht zu wenig Siege in den vergangenen Partien. "Statt zwei hätten wir vier Siege holen müssen. Deshalb fehlen uns ein paar Punkte."

Müdes Remis gegen Rostock

Dabei dürfte er auch an das müde 0:0 zuhause gegen Rostock vor einer Woche gedacht haben.

Gegen die Düsseldorfer will sich der gebürtige Neusser mit der Alemannia erneut beweisen, wobei er betont: "Sie werden aus meiner Sicht aufsteigen, da bin ich mir sicher."

Eine Kampfansage ist das nicht. Auch gegenüber "Bad Boy" Sascha Rösler fährt Funkel keine verbalen Geschütze auf, wie zuvor noch sein Frankfurter Kollege Armin Veh. "Er hat bewiesen, dass man durch gute Arbeit nach oben kommen kann", sagt Funkel über den Düsseldorfer Stürmer. "Das verdient Respekt."

Wiedersehen von Streit und Meier

Und selbst das Wiedersehen der beiden ehemaligen Streithähne Albert Streit und Norbert Meier taugt nicht zu erhöhter Brisanz.

Beide waren vor mehr als sechs Jahren beim Spiel Duisburg gegen Köln aneinandergeraten. Der damalige MSV-Coach Meier ging nach der Kopfnuss von Streit theatralisch zu Boden und sorgte für den "Kopfstoß-Skandal".

Doch vor dem Duell in Düsseldorf haben sich beide wieder ausgesöhnt.

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