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Erik Meijer ist seit dem 1. Januar 2010 Geschäftsführer Sport bei Alemannia Aachen © getty

Aachens Geschäftsführer Erik Meijer spricht im SPORT1-Interview über den Aufwärtstrend bei der Alemannia und lobt Sascha Rösler.

Von Reinhard Franke

München - Er lebt Emotionen. Früher auf dem Platz als Spieler und heute am Schreibtisch.

Erik Meijer spielte für zwölf Vereine, ehe er 2006 bei Alemannia Aachen seine Profi-Laufbahn beendete.

Danach arbeitete der 42-Jährige zunächst als Co-Trainer ab 2010 als Geschäftsführeres Sport beim Ex-Bundesligisten.

Nach schwachem Saisonstart und der Trennung von Peter Hyballa gelang unter dem neuen Trainer Friedhelm Funkel mit zuletzt sieben Spielen ohne Niederlage die Wende.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Vor dem Spiel bei Fortuna Düsseldorf (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVE-TICKER) spricht Meijer über den Aufwärtstrend bei der Alemannia und lobt Neuzugang Albert Streit ebenso wie Düsseldorfs Sascha Rösler

SPORT1: Die Alemannia befindet sich deutlich im Aufwind. Seit sieben Spielen ist die Mannschaft unbesiegt. War Trainer Friedhelm Funkel ein Glücksgriff?

Erik Meijer: Ja. Wir sind stabiler geworden und sind nicht mehr so leicht zu schlagen. Das haben wir durch Funkel erreicht. Aber um uns herum sammeln alle fleißig Punkte und das wichtigste ist, dass wir am Ende über dem Strich stehen.

SPORT1: Aber mit dem Abstieg dürfte Aachen nichts mehr zu tun haben, oder?

Meijer: Nein. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit unserer Qualität mit den untersten drei Plätzen nichts zu tun haben werden. Aber noch stecken wir mittendrin im Schlamassel. Qualität ist das eine, aber Qualität heißt auch über Leichen gehen und im richtigen Moment den Ball zwischen die Pfosten zu schießen.

SPORT1: Im Winter holten Sie Albert Streit zur Alemannia. Wie zufrieden sind Sie mit ihm, den viele in der Vergangenheit für "trainingsfaul" hielten?

Meijer: Er ist durch die Hölle gegangen und hatte vertraglich einen Standpunkt eingenommen, der 100-prozentig stimmt. Er ist einer, der nie ein Blatt vor den Mund genommen hat und immer gesagt hat, wofür er steht. Jetzt soll jeder ihn für seine sportlichen Leistungen beurteilen und nicht dafür, was früher war.

SPORT1: Er tut der Alemannia offenbar gut...

Meijer: Auf jeden Fall. Friedhelm Funkel setzt vermehrt auf Jungs, die Erfahrung haben. Streit bringt seine Klasse ein und mit ihm werden wir nur besser. Wir haben auf rechts etwas Kreatives gesucht und jemand, der unsere Stürmer füttern kann. Albert passt da genau rein. Ich glaube, dass er sich bei uns richtig wohl fühlt.

SPORT1: Ein Spieler vom Gegner am Montag, mit dem Sie in der Saison 2005/2006 noch bei Alemannia zusammengespielt haben, ist Sascha Rösler. Er wurde zuletzt von Frankfurts Trainer Armin Veh und Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen sehr hart attackiert. Veh nannte ihn sogar einen "Rotzlöffel" (Bericht). Wie sehen Sie Rösler?

Meijer: Sascha Rösler ist ein Spieler, den du am liebsten in deiner eigenen Mannschaft hast und nicht gegen dich. Außerhalb des Platzes ist das ein ganz lieber Junge. Mit dem kannst du über den Golfplatz gehen, da kennt er seine Etikette und die Regeln. Aber sobald er auf dem Platz steht, ist er ein positives Arschloch. Er will unbedingt für seinen Verein das Spiel gewinnen und setzt alles ein, um Erfolg zu haben und das kann ich nur befürworten.

SPORT1: Waren Sie früher auch so ein Typ wie Rösler?

Meijer: Schon. Ich finde das auch nicht so schlimm. Sascha ist sehr erfahren und weiß, dass er ab und zu etwas zu weit geht. Leider wird er auch mal bestraft. Damit kann er aber leben.

SPORT1: War die Kritik ab Rösler zu hart?

Meijer: Im Westen muss man sich auch mal wehren dürfen und die schicken Leute aus Frankfurt können da nicht immer mit umgehen. (lacht)

SPORT1: Wie sehen Sie Ihre Zukunft?

Meijer: Ich habe noch Vertrag bis 2013. Ich bin fast neun Jahre in Aachen, fühle mich wohl, muss aber noch viel lernen. Ich bin noch ein Lehrling. Ich spiele als Sportdirektor noch in der U 21 und nicht in der Nationalmannschaft.

SPORT1: Wie geht Alemannia in das Spiel in Düsseldorf?

Meijer: Die Fortuna hat in den letzten Wochen Punkte liegen gelassen. Davon wollen wir profitieren. Für uns ist da etwas zu holen. Schön ist auch, dass wir endlich auf einem sehr schönen grünen Rasen spielen.

SPORT1: Klingt nach einer großen Sehnsucht nach dem Frühling.

Meijer: Ich freue mich, dass es draußen wärmer wird und ich die Vögelchen zwitschern höre, wenn ich morgens wach werde.

SPORT1: Ihr Tipp für das Spiel?

Meijer: Ein ganz fieses, dreckiges 1:0 für uns. Flanke von Streit und ein schöner Kopfball von Benjamin Auer.

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