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Fortuna Düsseldorf belegt mit 45 Punkten den fünften Platz der Zweiten Liga © getty

Nach dem 0:0 gegen Aachen sucht Düsseldorf nach der "Selbstverständlichkeit". Im Aufstiegsrennen sei aber noch "nichts verloren".

Von Christian Stüwe

München - Oliver Fink schlug die Hände vor den Kopf, Verteidiger Assani Lukimya-Mulongoti ließ den Kopf hängen.

Maximilian Beister applaudierte mit leerem Blick den Fans in der Kurve.

Keine Frage, die Enttäuschung bei Fortuna Düsseldorf war nach dem 0:0 gegen Alemannia Aachen (Bericht) riesig.

Dem Herbstmeister scheint die Puste auszugehen. Seit sechs Spielen wartet die Mannschaft von Trainer Norbert Meier auf einen Sieg.

Die letzten drei Partien vor heimischem Publikum konnten allesamt nicht gewonnen werden.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir dürfen jetzt den Kopf nicht hängen lassen und müssen weiter nach vorne schauen", forderte Beister nach Abpfiff.

Den Mittelfeldspieler ärgerte vor allem die schwache Chancenauswertung seines Teams. 35464(DIASHOW: Zweitliga-Torschützenkönige)

Rösler lässt Chancen aus

"Es ist schade, dass wir die Dinger nicht gemacht haben", sagte Beister und dürfte vor allem seinen Kollegen Sascha Rösler gemeint haben.

Der Torjäger ließ in der zweiten Halbzeit innnerhalb weniger Minuten zwei hochkarätige Chancen aus und wird zum Sinnbild der aktuellen Entwicklung bei der Fortuna.

Seit dem 10. Dezember hat Rösler nicht mehr getroffen.

Die Suche nach der "Selbstverständlichkeit"

In der Hinrunde ritten die Düsseldorfer auf einer Erfolgswelle, nun ist die Leichtigkeit dahin.

"Vor einigen Wochen hätten wir die vielen Chancen noch mit geschlossenen Augen verwandelt", erklärte Rösler: "Wir müssen uns diese Selbstverständlichkeit wieder erarbeiten".

Immerhin patzte auch die Konkurrenz, der Abstand zu Spitzenreiter Greuther Fürth beträgt nur zwei Punkte. "Es ist noch nichts verloren, wir sind noch mittendrin", sagte Rösler.

Almer ersetzt Ratajczak

Trainer Norbert Meier hatte vor der Partie mit allen Mitteln versucht, seine Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zurückzulenken. Er setzte den bisherigen Stammtorwart Michael Ratajczak auf die Bank und ersetzte ihn durch Robert Almer.

Auch wenn der Nationaltorwart Österreichs seinen Kasten sauber hielt, gab der Torwarttausch der Fortuna nicht den erhofften Schub.

"Ich hätte lieber mit 4:2 gewonnen als 0:0-Unentschieden zu spielen", sagte Almer: "Wir hätten unsere Chancen einfach nutzen müssen. Die Punkte die wir heute liegengelassen haben, müssen wir uns jetzt in Karlsruhe wiederholen."

Glück bei Feisthammels Kopfball

Dabei hatte die Fortuna sogar noch Glück. Kurz vor Schluss war Almer bei einem Kopfball von Tobias Feisthammel schon geschlagen. Doch Ken Ilsö rettete auf der Linie.

In der ersten Halbzeit sorgte ein vermeintliches Handspiel von Tobias Levels im Strafraum für Diskussionen, einem Treffer des Aacheners Albert Streit verweigerte Schiedsrichter Deniz Aytekin wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung.

Und so hätte die Fortuna durchaus auch verlieren können.

"Das ist im Moment eine nicht ganz einfache Phase für uns", sagte Meier: "Wir haben die Messlatte sehr hoch gelegt. Die Mannschaft hat bisher sehr viel geleistet, da müssen wir wieder hin."

Aachen im Aufwind

Während die Fortuna nach der Form der Hinrunde sucht, zeigt der Trend bei den Gästen aus Aachen klar nach oben.

Seit acht Spielen ist die Mannschaft von Friedhelm Funkel mittlerweile unbesiegt. "Es ist derzeit nicht so einfach, gegen uns zu gewinnen", sagte der Trainer nach dem Spiel zufrieden.

Auch Mittelfeldspieler Streit zog ein positives Fazit: "Wir sind mit dem Punkt zufrieden, das Unentschieden war etwas glücklich, aber auch verdient. Wir können auf den letzten Wochen aufbauen."

Streit und Meier haben sich wieder lieb

Versöhnlich verlief für Streit auch das Wiedersehen mit Fortuna-Trainer Meier.

Im Dezember 2005 hatten der damalige Kölner Spieler und der damalige Duisburger Trainer mit der "Kopfstoß-Affäre" für einen handfesten Skandal gesorgt.

"Das ist so lange her", erklärte Streit: "Für mich war es nach drei Tagen schon vergessen."

Auch für Meier war die Sache längst abgehakt. "Er ist ein toller Fußballer. Ich hätte niemals so reagieren dürfen", erklärte der Fortuna-Trainer.

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