vergrößernverkleinern
Carlos Zambrano (M.) sorgte mit seiner Spuck-Attacke gegen Rösler (l.) für den Aufreger © imago

Trotz Überzahl in der Schlussphase muss sich Düsseldorf gegen St. Pauli mit einem Remis begnügen. Zambrano bespuckt Rösler.

Düsseldorf - Fortuna Düsseldorf hat im Aufstiegsrennen der Zweiten Liga eine große Chance vertan.

Der Herbstmeister verpasste durch ein 0:0 gegen Verfolger FC St. Pauli, seinen Vorsprung auf dem Relegationsplatz gegenüber den Hamburgern auf fünf Punkte auszubauen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Das sportliche Geschehen wurde dabei durch Carlos Zambrano in den Hintergrund gedrängt.

St. Paulis Verteidiger flog in der 73. Minute wegen wiederholten Foulspiels vom Platz. Danach sorgte er für den negativen Höhepunkt des Spiels, indem er Sascha Rösler anspuckte - der sich zuvor beim Schiedsrichter über Zambrano beschwert hatte.

Scharfe Kritik an Zambrano

"Spucken gehört sich grundsätzlich nicht, schon gar nicht auf dem Fußballplatz", ärgerte sich St. Paulis Trainer Andre Schubert bei SPORT1 über die Unsportlichkeit des Peruaners.

Praktisch wortgleich äußerte sich Düsseldorfs Coach Norbert Meier, der aber auch seinen Spieler Rösler ins Gebet nahm: "Eine Karte für den Gegner fordern, gehört sich nicht." Mehr wollten beide Coaches nicht zum Thema sagen.

Rösler selbst erhob dafür bei SPORT1 noch schärfere Vorwürfe gegen den Innenverteidiger der Hamburger.

"Das war nicht das erste Mal, dass Zambrano einen von uns angespuckt hat. Da ist es doch klar, dass wir uns dagegen wehren", verteidigte sich der 34-Jährige, der sich und sein Team generell von den Unparteiischen benachteiligt fühlt:

"Seit sich Armin Veh beschwert hat, kommen die Schiedsrichter voreingenommen hierher. Da wird schon ein ganz komischer Ton angelegt. Teilweise muss man uns schon die Beine rasieren, dass wir einen Freistoß kriegen."

Weil die TV-Bilder Zambranos Spuck-Attacke festgehalten haben, drohen ihm weitere Sanktionen durch den DFB-Kontrollausschuss.

Auf Sicherheit bedacht

Die Rheinländer liegen nach ihrem siebten Remis in der Rückrunde sechs Runden vor Schluss als Tabellendritter nach wie vor zwei Zähler vor St. Pauli.

Düsseldorfs Rückstand auf die zweitplatzierte SpVgg Greuther Fürth beträgt nun sechs Punkte, auf Spitzenreiter Eintracht Frankfurt sind es schon sieben Zähler.

Vor 47.484 Zuschauern konnten beide Mannschaften vor der Pause den hohen Erwartungen nicht gerecht werden.

Sowohl die Gastgeber als auch der Bundesliga-Absteiger waren zunächst auf Sicherheit bedacht und agierten in der Offensive zumeist überhastet, sodass sich kaum Tormöglichkeiten ergaben.

Die Düsseldorfer, bei denen Junioren-Nationalspieler Maximilian Beister wegen einer Gelbsperre fehlte, konnten durch Sascha Rösler und Oliver Fink (29.) immerhin zwei ganz ordentliche Chancen verbuchen.

Ebbers im Abseits

In der 32. Minute jubelten dann die Gäste über ihre vermeintliche Führung, doch Paulis Torjäger Marius Ebbers stand bei seinem Treffer im Abseits. Kurz vor der Pause wähnten sich die Fortunen schon vorn, nachdem Assani Lukimya den Ball über die Linie gestochert hatte.

Zuvor jedoch hatte der deutsche EM-Schiedsrichter Wolfgang Stark wegen eines Fouls von Rösler an Gästetorwart Benedikt Pliquett zu Recht das Spiel unterbrochen.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Fortuna kurzfristig den Druck, doch die erste Chance hatten die Gäste in der 52. Minute durch Carsten Rothenbach, der das Ziel nur knapp verfehlte.

Gäste sind der Führung näher

Die Hanseaten wurden anschließend stärker und waren der Führung deutlich näher als die Hausherren, für die Torwart Robert Almer wenig später erst gegen Fabian Boll und dann gegen Max Kruse einen möglichen Rückstand seiner Mannschaft verhinderte.

Rösler hatte 20 Minuten vor dem Ende noch eine gute Gelegenheit für die Düsseldorfer.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel