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Aufsteiger Hansa Rostock muss nach nur einer Saison in der Zweiten Liga wieder runter © imago

Nach Rostocks Abstieg ist die Lage in den neuen Bundesländern ernüchternd. DFB-Sportdirektor Sammer bleibt zuversichtlich.

Berlin - Im Osten schrillen die Alarmglocken:

22 Jahre nach der Wiedervereinigung drohen den Vorzeige-Klubs der ehemaligen DDR schmerzhafte Rückschläge.

Der Abstieg von Hansa Rostock, letzter Meister der DDR-Oberliga, aus der Zweiten Liga ist beschlossene Sache, Energie Cottbus oder Erzgebirge Aue könnten den Mecklenburgern noch in die Dritte Liga folgen. (DATENCENTER: Zweite Liga)

"Das ist in der Tat eine Ernüchterung. Dass es so bitter wird, konnten wir nicht erwarten", sagte Präsident Rainer Milkoreit vom Nordostdeutschen Fußball-Verband.

Kein Ost-Aufsteiger

Die Hoffnungen, dass ein Ost-Klub aus der Dritten Liga den Aufstieg schafft, haben sich am Wochenende zerschlagen. Der Chemnitzer FC und Rot-Weiß Erfurt verspielten ihre letzte Chance auf die Relegation.

Carl Zeiss Jena sorgte für einen weiteren Tiefschlag. Der Europapokal-Finalist von 1981 stieg aus der Dritten Liga ab. Dem dreimaligen DDR-Meister bleibt nur noch die Hoffnung, dass ein Liga-Konkurrent die Lizenz nicht erhält.

Sammer sieht keine Krise

Trotz der Misere will DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, als ehemaliger Spieler von Dynamo Dresden immer noch eine Aushängeschild des Ostfußballs, nicht von einer Krise sprechen.

"Ich kann mich erinnern, dass es bereits vor anderthalb Jahren diese Diskussionen gab. Ich mache mir keine Sorgen um den Ostfußball, weil ich auch beobachtet habe, dass mit jedem Jahr seit der Wende die Zahl der Scharlatane in diesen Klubs abgenommen hat", sagte Sammer der "Sächsischen Zeitung".

Doch trotz struktureller Verbesserungen haben viele Ostklubs sportlich nicht die Kurve gekriegt.

"Immer noch wirtschaftliche Standortnachteile"

"Es gibt immer noch wirtschaftliche Standortnachteile", meinte Milkoreit, für den es noch schlimmer kommen kann.

Sollte Hertha BSC absteigen, verliert der NOFV auch seinen einzigen Bundesligisten. Die "alte Dame" ist zwar kein ehemaliger DDR-Klub, gehört aber ebenso wie Rostock, Cottbus oder Jena dem Nordostdeutschen Fußball-Verband an.

Schon seit Wochen abzusehen war der Untergang der Hansa-Kogge. Nach der 4:5-Niederlage am Wochenende bei Union Berlin stand der vierte Abstieg in den vergangenen acht Jahren fest. (BERICHT: Rostock steigt trotz vier Toren ab)

Stürzt Hansa in die vierte Liga?

Und wenn die Rostocker Bürgerschaft am 9. Mai gegen den Rettungsschirm votiert, droht die Insolvenz und damit der Absturz in noch tiefere Gefilde.

"Die Existenz des FC Hansa liegt in den Händen der Rostocker Bürgerschaft. Ich gehe davon aus, dass wir gerettet werden", sagte Hansa-Chef Bernd Hofmann mit betontem Optimismus der "Ostsee-Zeitung".

Hofmann plant Wiederaufstieg

Sollte es "nur" in die Dritte Liga gehen, blieben die meisten Spieler, sodass Hofmann gleich wieder die Segel setzte: "Wir haben ein klares Ziel und wollen im nächsten Jahr wieder hoch. "

Dass der Vorstand die Konsequenzen aus der missratenen Saison zieht, scheint ausgeschlossen. Hofmann: "Wir werden die Ärmel hochkrempeln und wieder aufstehen."

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