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Jörn Andersen traf als Aktiver 67-mal in 243 Bundesligaspielen © imago

Der Klopp-Nachfolger trifft zum Liga-Start mit Mainz auf den Südwestrivalen Kaiserslautern. Auch an Tivoli und Millerntor geht's rund.

Von Martin van de Flierdt

München ? Für den Auftakt der neuen Zweitliga-Spielzeit am Freitag (ab 17.45 Uhr LIVE) hätte man sich kaum eine brisantere Begegnung vorstellen können. Am Mainzer Bruchweg kommt es gleich zum Südwest-Derby zwischen dem heimischen FSV und dem 1.FC Kaiserslautern.

"Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, ich wäre nicht aufgeregt", gesteht der neue Mainzer Coach Jörn Andersen vor seinem ersten Pflichtheimspiel. Er tritt in die großen Fußstapfen von 05-Ikone Jürgen Klopp, da wäre ein Erfolg gegen die "Roten Teufel" ein gutes Mittel, eventuelle Skeptiker vorerst zum Schweigen zu bringen.

"Ich weiß, dass Klopp hier eine super Arbeit geleistet hat", sagte Andersen im Sport1.de-Interview. "Ich will diese Arbeit erfolgreich fortführen."

Der Norweger erwartet gegen die Pfälzer ein "intensives Spiel", in dem er auf die gesperrten Aristide Bance und Elkin Soto, die langzeitverletzten Bo Svensson und Petr Ruman sowie den noch nicht fitten Tim Hoogland nicht zurückgreifen kann.

Ob der ecuadorianische Angreifer Felix Borja, der erst in dieser Woche wieder ins Training eingestiegen ist, schon für einen Einsatz in Frage, ließ der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig offen: "Wer spielt, ist ohnehin egal. Unser Kader ist gut genug, um den FCK zu schlagen."

FCK nach Pokalpleite angeschlagen

Zumal der Gegner anders als die Mainzer mit dem Pokal-Aus beim Drittligisten Jena (1:2) schon mit leicht angeschlagenem Selbstvertrauen an den Bruchweg kommt. "Wir haben keine optimalen Bedingungen", bestätigt Kaiserslauterns Trainer Milan Sasic.

Mit Mathias Abel (Muskelfaserriss), Alexander Bugera (muskuläre Probleme), Christopher Lamprecht (Innenbandriss) und Josh Simpson (Fußbruch) fehlen ihm vier wertvolle Kräfte. "Wer Sasic kennt, der weiß, dass er immer etwas aufzubieten hat", wiegt sich Andersen dennoch nicht in Sicherheit.

Alemannia Aachen ? SV Wehen Wiesbaden

Die Alemannia beginnt ihre letzte Saison im alterwürdigen Tivoli-Stadion nicht gerade gegen ihren Lieblingsgegner.

In der vergangenen Spielzeit hatten die Wehener sowohl daheim (3:0) als auch in Aachen (3:2) die Nase vorne. Alemannen-Coach Jürgen Seeberger ficht das nicht an. "Alle Spieler sind gut drauf und sehnen sich nach der langen Zeit ohne Tivoli-Atmosphäre nach dem ersten Heimspiel", behauptet er. "Das Adrenalin ist bei uns allen da."

"Alle Spieler" gilt dabei mit Ausnahme von Mirko Casper (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) und Cristian Fiel (Muskelfaserriss). Die beim 4:1 im Pokal gegen Wegberg-Beeck angeschlagenen Reiner Plaßhenrich und Matthias Lehmann stehen dagegen wieder zur Verfügung.

Die Schnellstarter aus Wehen streben den dritten Auftaktsieg in Folge an, die Generalprobe glückte beim ungefährdeten 3:0-Pokalerfolg in Darmstadt.

Der dort noch gelb-rot-gesperrte Kapitän Sandro Schwarz kehrt in Aachen für Patrick Bick oder Hajrudin Catic in die Startelf zurück. Die beiden verletzten ehemaligen Alemannen Vlado Jeknic und Erwin Koen fallen dagegen wie Torge Hoffmann (Aufbautraining) aus.

FC St. Pauli ? VfL Osnabrück

Am Hamburger Millerntor treffen zwei Pokalverlierer aufeinander, die eine Trotzreaktion zeigen wollen. Bei St. Pauli könnte Trainer Holger Stanislawski nach dem 4:5 nach Elfmeterschießen bei Erzgebirge Aue vom 4-1-4-1 abweichen und mit dem von einem Bänderriss genesenen Timo Schultz einen zweiten defensiven Mittelfeldmann aufbieten.

Entscheidet sich Stanislawski zudem für einen zweiten Stürmer, darf der Ex-Osnabrücker Rouwen Hennings gegen seinen Ex-Klub ran. Florian Lechner und Ralph Gunesch kämpfen sich wie Thomas Meggle nach Verletzungen erst wieder ran.

Björn Brunnemann (Rippenverletzung), Andreas Biermann (Meniskusoperation) und Morike Sako (gebrochener Zeh) fehlen ebenfalls. Beim VfL brennt der gerade nach Osnabrück transferierte Marvin Braun auf ein Wiedersehen mit seinen ehemaligen Kollegen, kämpft aber mit den Folgen eines Zehenbruchs.

"St. Pauli ist nicht besser als wir", behauptet Trainer Claus-Dieter Wollitz ungeachtet der 0:2-Pokalpleite beim FSV Frankfurt. "In der Verfassung von dort haben wir allerdings in der Zweiten Liga keine Chance."

Mit Rene Trehkopf, Paul Thomik, Assimiou Toure und Tom Geißler (alle im Aufbautraining nach Verletzungen) sowie Edgar Bernhardt (Zehenbruch) muss Wollitz auf fünf wertvolle Kräfte verzichten.

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