Lell: Sperre und Rauswurf
Frankfurt/Main - Ein bitterer Tag für Christian Lell.
Nicht genug damit, dass das DFB-Sportgericht den Hertha-Verteidiger wegen der Vorfälle beim Relegations-Skandalspiel bei Fortuna Düsseldorf (2:2) am 15. Mai für fünf Spiele gesperrt hat.
Kurz darauf hat der Klub verkündet, dass sich der ehemalige Bayern-Spieler einen neuen Verein suchen muss.
Nach "intensiven Gesprächen" zwischen Manager Michael Preetz und Trainer Jos Luhukay hat der Klub in einer dünnen Erklärung auf seiner Homepage vermeldet, dass er für die kommende Saison nicht mehr mit Lell plant - ebenso wenig wie mit Andreas Ottl, Patrick Ebert und Andre Mijatovic.
Krass sportwidriges Verhalten
Der ehemalige Kapitän Lell hatte erst im Januar seinen Vertrag bis 2016 verlängert - was aber nur für die Bundesliga galt.
Im Einzelrichterverfahren wurde Lell wegen eines krass sportwidrigen Verhaltens in Form einer Tätlichkeit gegen den Gegner und wegen Schiedsrichter-Beleidigung sanktioniert.
Das Sportgericht blieb allerdings unter dem Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses, der eine Sperre von sechs Partien gefordert hatte.
Referee Stark beleidigt
Weil Lell vor dem Schiedsgericht nicht mehr abstritt, Schiedsrichter Wolfang Stark am 15. Mai in Düsseldorf beleidigt zu haben, wirkte sich das strafmildernd aus.
Den Vorwurf, den Düsseldorfer Gegenspieler Assani Lukimya angespuckt zu haben, wies Lell jedoch von sich.
"Ich habe Lukimya definitiv nicht bespuckt, obwohl er auf dem Platz so getan hat", sagte er der "Bild"-Zeitung.
Zoff mit Lukimya
Dass der Düsseldorfer später erklärte, Lell habe sich bei ihm entschuldigt, brachte Lell auf die Palme: "Eine Sauerei wie Lukimya lügt!"
Düsseldorfs Verteidiger wehrte sich daraufhin ebenfalls in der "Bild": "Wenn man mich als Lügner darstellt, kann ich das nicht akzeptieren."
Kobiashvilis Rekordsperre
Zuvor waren bereits die Berliner Spieler Levan Kobiashvili (siebeneinhalb Monate), Thomas Kraft (vier Spiele), Andre Mijatovic (drei Spiele) und Düsseldorfs Mittelfeldspieler Andreas Lambertz (zwei Spiele) gesperrt worden.
Kobiashvilis Strafe ist die härteste, die jemals für einen Bundesliga-Profi wegen einer Tätlichkeit verhängt wurde. ( Bericht)
Der Georgier hatte Stark nach Spielschluss auf dem Treppenabgang des Spielertunnels mit einem Faustschlag am Hinterkopf getroffen.
Preetz hält am Georgier fest
Auch wenn Kobiashvilis in der Hinrunde der kommenden Spielzeit kein Spiel bestreiten darf, plant Michael Preetz weiter mit ihm.
"Wir werden Kobi nicht fallen lassen. Er gehört weiterhin zum Kader und wird mittrainieren", sagte Herthas Sportchef in der "Bild".
Lell, Ottl, Ebert und Mijatovic müssen sich dagegen neu orientieren.

