Köln, Lautern, Hertha: Start mit Hindernissen
Berlin - Fahrstuhlmannschaft - dieses Prädikat ist nun wirklich kein Kompliment für ein Fußballteam.
Die drei Bundesliga-Absteiger wären jedoch froh, wenn man sie am Ende der Zweitligasaison so nennen würde (SERVICE: Zweitliga-Spielplan)
Aber der Weg von der zweiten zurück in die erste Etage ist mühsam, schon in der Vorbereitung haben die Aufstiegs-Favoriten mit Problemen zu kämpfen. ( SERVICE: Zweite-Liga-Sommerfahrpläne)
Beim 1. FC Köln trüben zehn Tage vor Saisonstart Finanzsorgen die Stimmung, bei Hertha BSC droht der Abgang der "Südamerika-Fraktion", und beim 1. FC Kaiserslautern birgt die offene Zukunft von Noch-Kapitän Christian Tiffert Zündstoff.
Außerdem sorgen die Spekulationen um Klub-Chef Stefan Kuntz, der als neuer Sportdirektor beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) im Gespräch ist, für Unruhe.
Köln droht Kollaps
Köln ist in der ersten Saison nach dem Abgang von Lukas Podolski (FC Arsenal) zum Aufstieg fast verdammt. Dem Geißbock-Klub droht nach jüngsten Medienberichten der wirtschaftliche Kollaps. ( BERICHT: Köln zwischen Finanzloch und Aufstiegshoffnung)
"Die Lage ist angespannt und nicht schön, aber man braucht sie auch nicht zu dramatisieren", sagte Claus Horstmann, Vorsitzender der FC-Geschäftsführung, dem Kölner "Sonntags-Express".
Großverdiener müssen weg
Gerüchte über drohende Liquiditätsprobleme bestritt Horstmann vehement. Wie schlimm es auch um den FC steht, die im Kader aussortierten Großverdiener Geromel, Milivoje Novakovic und Michael Rensing müssen schnellstmöglich von der Gehaltsliste verschwinden.
Andere Leistungsträger wie Sascha Riether (FC Fulham) und Martin Lanig (Eintracht Frankfurt) haben bereits das Weite gesucht.
Verpflichtet wurden dafür bislang fast ausschließlich ablösefreie Spieler, doch Vizepräsident Toni Schumacher verspricht, man würde wieder ein Team sehen, das "sich zerreißt und die Herzen der Fans erobert".
Hertha mit neuem Stürmer-Trio
Auch die "alte Dame" Hertha ist finanziell angeschlagen.
Dennoch leistete sich der mit knapp 35 Millionen Euro Verbindlichkeiten geplagte Klub in Sami Allagui (FSV Mainz 05), Sandro Wagner (Werder Bremen) und Ben Sahar (Espanyol Barcelona) ein neues Stürmer-Trio. (GAMES: Der SPORT1-2. Liga Manager)
Sie sind wahrscheinlich schon ein Vorgriff auf den bevorstehenden Wechsel von Offensivspieler Raffael.
An dem technisch starken Brasilianer sollen der Hamburger SV, der SSC Neapel und Dynamo Kiew Interesse zeigen. Die Ukrainer sollen sogar bereits ein konkretes Angebot über eine Ablöse von zehn Millionen Euro vorgelegt haben.
Raffael und Ramos vor dem Absprung
Bei Herthas Testspielen wurde Raffael schon nicht mehr eingesetzt, um keine Verletzung zu riskieren. Neben Raffael darf auch der kolumbianische Stürmer Adrian Ramos bei einem angemessenen Angebot den Klub verlassen.
"Beide sind hervorragende Spieler, aber es gibt auch eine wirtschaftliche Seite", sagte der neue Trainer Jos Luhukay.
Unabhängig von diesen Personalien steht das Ziel für den Niederländer fest: Er will wie zuvor mit Borussia Mönchengladbach und dem FC Augsburg auch mit Berlin den Bundesligaaufstieg schaffen. "Für mich ist Hertha ein Erstligist", sagte der Nachfolger von Otto Rehhagel.
Fodas Handschrift zu erkennen
Das sagen die Lauterer Fans sicher auch über ihren Verein.
Bei den Pfälzern hat Franco Foda das Kommando übernommen, und beim 2.2-Achtungserfolg im Test gegen den englischen Erstligisten FC Fulham war die Handschrift des neuen Trainers in Ansätzen schon zu erkennen.
Opfer des Trainer- und Systemwechsels ist bislang Tiffert, in der Vorsaison noch Kapitän. Er hat unter Foda deutlich an Stellenwert verloren.
Sollte er in Kaiserslautern bleiben, droht ihm ein Platz auf der Bank oder Tribüne. Das könnte Ärger bedeuten.

