Funkel: "Hertha steigt auf"
Von Christian Stüwe
München - Er kennt die Zweite Liga wie kein anderer.
Mit insgesamt sechs Aufstiegen in die Bundesliga weiß Friedhelm Funkel ganz genau, was man zum Erfolg im Unterhaus braucht.
Vor dem Saisonstart (Fr., ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER und ab 22.15 HIGHLIGHTS im TV auf SPORT1) stehen aktuell mit den drei Absteigern 1. FC Köln, Hertha BSC, dem 1. FC Kaiserslautern sowie dem VfL Bochum und dem MSV Duisburg fünf Vereine in der Liga, bei denen Funkel als Spieler oder Trainer aktiv war. ( DATENCENTER: Der Spielplan 2012/2013)
Der 58-Jährige, der seit seiner Entlassung im April 2012 bei Alemannia Aachen derzeit auf eine neue Herausforderung wartet, analysiert für SPORT1 seine Ex-Vereine und die Lage vor dem Auftakt. (GAMES: Der SPORT1-Zweitliga-Manager)
SPORT1: Herr Funkel, die 50. Bundesliga-Saison steht an, Sie waren fast immer dabei. Jetzt haben Sie gerade keinen Job, wie erleben Sie diese Zeit?
Friedhelm Funkel: Natürlich kribbelt es, wenn man die Mannschaften in der Vorbereitung sieht. Da wäre man schon gerne wieder dabei. Ich verpasse als Trainer erst zum zweiten Mal in 20 Jahren eine Vorbereitung.
SPORT1: Sie haben vier aktuelle Zweitligisten trainiert, dazu bei Kaiserslautern gespielt. Ist die kommende Zweitliga-Saison für Sie besonders spannend?
Funkel: Dort, wo man als Spieler oder Trainer aktiv war gespielt, schaut man natürlich noch ein Stück weit intensiver hin. Da treffe ich oft auf viele bekannte Gesichter, in Kaiserslautern habe ich noch mit Stefan Kuntz zusammengespielt. Doch auch Spiele von Duisburg oder Bochum schaue ich mir allein wegen der räumlichen Nähe zu meinem Wohnort an.
SPORT1: Schauen Sie denn auch wieder, wo ein Job für sie frei werden könnte?
Funkel: Sowas weiß man vorher nicht. Außerdem gönnt man keinem Trainerkollegen Misserfolg. Wie immer wird es aber Vereine geben, die ihre Erwartungen nicht erfüllen werden. So ist das Geschäft. Wo der Weg dann hingeht, kann man nie vorher sagen. Aber ich bin sehr gelassen. ( SPORT1-Check: Tabellenkeller)
SPORT1: Ist Hertha BSC auch für Sie der große Aufstiegsfavorit?
Funkel: Ich denke schon. Die Hertha hat den größten Etat, gute Spieler und mit Jos Luhukay auch einen hervorragenden Trainer. Auch der viel kritisierte Manager Michael Preetz macht dort unter schwierigen Bedingungen einen guten Job. Wenn man auch noch das Stadion und die Zuschauer berücksichtigt, glaube ich, dass sie souverän aufsteigen werden.
SPORT1: Ist der bittere Abstieg nach dem Skandalspiel in Düsseldorf abgehakt?
Funkel: Das ist abgehakt. Es ist ein neues Trainerteam da, dazu auch zahlreiche neue Spieler. Im Kader herrscht eine gute Mischung aus jung und alt. Die Spieler, die noch da sind, werden das gut verarbeiten.
SPORT1: Köln hat Finanzprobleme, auch Kaiserslautern hat den Etat gesenkt. Sind die anderen beiden Absteiger dennoch oben dabei?
Funkel: Beide Teams haben dennoch einen guten Kader, treue Fans und mit Holger Stanislawski und Franco Foda erfahrene Trainer. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten werden auch diese beiden Klubs in der Lage sein, einen der ersten beiden Plätze zu erreichen. ( SPORT1-Check: Tabellenmittelfeld)
SPORT1: Auch der VfL Bochum gibt eigentlich immer das Ziel Aufstieg aus. Wie schätzen Sie diesmal die Chancen ein?
Funkel: Bochum hat mit Spielern wie Inui, Vogt, Federico oder Azaouagh einige wichtige Akteure in der Offensive verloren. Mit dem Abstieg wird der VfL nicht zu tun haben. Ich denke, die Mannschaft wird zwischen Platz fünf und zehn landen.
SPORT1: Wie sieht es mit dem MSV Duisburg aus?
Funkel: Auch Duisburg musste einige Spieler abgeben. Doch der MSV hat am Ende der vergangenen Saison eine gute Serie hingelegt. Wie die Mannschaft am Ende abschneidet, davon lasse ich mich überraschen. Ich glaube an einen einstelligen Tabellenplatz.

