

Hertha rettet Remis gegen Paderborn
Berlin - Drei Monate nach dem skandalumwitterten Absturz aus der Bundesliga haben Neuzugang Sami Allagui und der Brasilianer Ronny den runderneuerten Zweitligisten Hertha BSC vor einer Auftaktpleite bewahrt.
Zum Start in die neue Saison glichen beide Offensivspieler beim 2:2 (0:1) gegen den SC Paderborn die zweimalige Führung der Gäste aus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
Beim Debüt des neuen Hertha-Trainers Jos Luhukay trafen SCP-Neuzugang Deniz Yilmaz (43.) und Alban Meha per Foulelfmeter (86.) für die Überraschungsmannschaft der letzten Saison.
Ronny (64.) und Allagui (88.) schlugen jedoch für die Hertha zurück. (DIASHOW: Zweitliga-Torschützenkönige)
Für Ronny war es das erste Spiel nach dem Verkauf seines Bruders Raffael. Der 27-Jährige war eine Woche vor dem Saisonstart zum ukrainischen Spitzenklub Dynamo Kiew gewechselt.
Mehas Strafstoß war ein Foul von Hertha-Abwehrspieler Roman Hubnik an Paderborns Thomas Bertels vorausgegangen.
Luhukay lobt die Moral
"Wir haben zwei Mal einen Rückstand aufgeholt und nicht aufgegeben. Das ist sehr positiv", sagte Hertha-Coach Jos Luhukay:
"In der ersten Halbzeit hatte Paderborn nur einen Torschuss gehabt, und das war ein Tor. Wir waren die klar bessere Mannschaft, aber es fehlten Glück und Genauigkeit."
Herthas Neuzugang Sami Allagui, der gleich sein erstes Tor markierte, meinte nach dem Schlusspfiff: "Wir können von Glück reden, dass wir noch einen Punkt geholt haben, wenn man auch sagen muss, dass wir über 90 Minuten die bessere Mannschaft waren. Paderborn hatte in der ersten Halbzeit eine Chance und daraus machen sie ein Tor. "
Allagui: "Die Fans haben uns toll verabschiedet"
Und dann fügte er noch hinzu: "Es ist normal, dass noch nicht alles funktioniert, wir haben einige Neuzugänge, die Fans wissen das, haben Geduld und wir wurden von ihnen toll verabschiedet."
Paderborns neuer Trainer, der gebürtige Berliner und ehemalige Herthaner Stephan Schmidt, war zufrieden: "Am Anfang waren wir nervös, nach 20 Minuten haben wir das abgelegt."
Hertha spielbestimmend
Die Hertha war vor den nur 23.404 Zuschauern im Berliner Olympiastadion - das Sportgerichtsurteil nach dem Relegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf erlaubte nur 22.500 Berliner zu - die insgesamt feldüberlegene Mannschaft, im Angriff aber auch lange Zeit nicht durchschlagskräftig genug.
Paderborn hielt trotz der insgesamt acht Abgänge in der Sommerpause gut mit und blieb offensiv gefährlich.
Hertha ohne Stammkeeper Kraft
Hertha trat ohne Stammtorhüter Thomas Kraft und Lewan Kobiaschwili an, die nach der Relegation vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) für vier Spiele beziehungsweise sogar siebeneinhalb Monate aus dem Verkehr gezogen worden waren. Für Kraft begann Sascha Burchert, insgesamt bot Luhukay sechs Neuzugänge in der Startelf auf.
Beste Spieler bei der Hertha waren Peter Niemeyer und Sami Allagui, bei Paderborn überzeugten der ehemalige Mainzer Yilmaz und Markus Krösche.

