

Blaues Auge für Hertha: "Harter und steiniger Weg"
Berlin - Jos Luhukay hatte keine Stimme mehr.
Immer wieder hatte der Niederländer seinen Spielern neue Kommandos zugerufen, korrigiert, motiviert.
Am Ende musste sich der neue Berliner Coach aber zum Saisonauftakt der Zweiten Liga mit einem 2:2 (0:1) von Bundesliga-Absteiger Hertha BSC gegen den SC Paderborn begnügen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
"Es gibt noch viel zu verbessern. Es wird ein harter und steiniger Weg", sagte Luhukay, nachdem er zum Start der Mission Wiederaufstieg über 90 Minuten durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen war:
"Wir müssen solche Spiele wie heute gewinnen. Die Mannschaft ist auf einem guten Weg, aber wir brauchen Geduld."
Im Hertha-Lager war nach dem durchwachsenen Auftakt niemand zufrieden, wie auch Sami Allagui verdeutlichte.
"Lieber das 3:2 gemacht"
"Es ist immer ein schönes Gefühl, ein Tor zu schießen. Aber ich hätte lieber das 3:2 gemacht", meinte der Neuzugang, der mit seinem Ausgleichstreffer zum Endstand kurz vor Schluss (88.) immerhin noch für ein versöhnliches Ende aus Hertha-Sicht gesorgt hatte.
"Es war aber wichtig, dass wir noch einmal zurückgekommen sind. Wir müssen jetzt auswärts drei Punkte einfahren und im nächsten Heimspiel den Fans einen Sieg schenken", ergänzte der ehemalige Mainzer. (DIASHOW: Zweitliga-Torschützenkönige)
Er schraubte damit die Ansprüche für die kommenden beiden Spiele der Berliner beim FSV Frankfurt und gegen Aufsteiger Jahn Regensburg hoch.
Luhukay dämpft Erwartungen
Luhukay dämpfte seinerseits aber die Erwartungen an das neuformierte Hertha-Team, die in den kommenden Wochen erst noch zusammenwachsen müsse.
"Wir müssen als Mannschaft Stabilität und ein Stück Sicherheit finden. Ich weiß, das wir in der spielerischen Komponente noch Luft nach oben haben", sagte der ehemalige Augsburger Trainer.
"Man darf aber nicht vergessen, dass heute eine fast neu formierte Mannschaft auf dem Platz stand."
Coach setzt auf die Zukunft
Zugleich versprach er: "Wir werden uns in den nächsten Monaten verbessern und noch konsequenter in der Offensive zu Werke gehen können."
In Allagui und dem Brasilianer Ronny (64.) hatten zwar zwei Offensivspieler die Hertha vor einer Auftaktpleite bewahrt, aber im Spiel nach vorne gebe es noch reichlich Luft nach oben, wie Luhukay betonte.
SCP-Neuzugang Deniz Yilmaz (43.) und Alban Meha per Foulelfmeter (86.) hatten die Gäste zweimal in Führung gebracht.
"Nicht aufgegeben"
"Wir haben zweimal einen Rückstand aufgeholt und nicht aufgegeben. Das ist sehr positiv", lobte Luhukay zumindest die Moral seiner Mannschaft, die sich vor den durch das Sportgerichtsurteil bedingten lediglich 23.404 Zuschauern im Olympiastadion immerhin in kämpferischer Hinsicht von ihrer besten Seite präsentierte.
Die gute Moral in der Truppe hob auch Neuzugang Peer Kluge hervor.
"Wir hätten uns sicher die drei Punkte gewünscht, aber von der Moral her und wie wir die Rückstände zu schlechten Zeitpunkten aufgeholt haben, muss man sagen, dass die Mannschaft intakt ist und das toll gemacht hat", sagte der Ex-Schalker.
Schulterschluss mit den Fans
Ähnlich sah es auch Peter Niemeyer:
"Nach dem Spielverlauf fühle ich mich als moralischer Gewinner. Wir kommen wieder zurück nach dem 1:2, darauf kann man aufbauen", sagte der neue Hertha-Kapitän und hob noch einen wichtigen Aspekt hervor:
"In der Kurve haben wir gemerkt, dass da schon ein Schulterschluss zwischen den Fans und uns da ist."

