

Verrückte Aufholjagd macht Lautern Mut
Kaiserslautern - 0:2, 3:2, 3:3 - der Betzenberg stand förmlich Kopf, und die Fans des 1. FC Kaiserslautern wurden in ein Wechselbad der Gefühle getaucht.
"Das Spiel hat gezeigt, dass uns in der 2. Liga nichts geschenkt wird. So wie wir in der zweiten Hälfte gespielt haben, so müssen wir in Zukunft 90 Minuten lang spielen", resümierte FCK-Coach Franco Foda nach dem 3:3 (0:0) der Pfälzer zum Saison-Auftakt gegen Union Berlin (Bericht: Union verdirbt Fodas Debüt).
Die 31.618 Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion erlebten eine denkwürdige zweite Halbzeit.
Nach 54 Minuten hatte der FCK bereits 0:2 zurückgelegen, doch zwei Treffer von Neuzugang Mohamadou Idrissou (58./72.) und ein Tor von Youngster Hendrick Zuck (86.) drehten zunächst die Partie, bevor Marc Pfertzel in der Nachspielzeit (90.+1) noch der Ausgleich für die Gäste gelang.
Kein Heimsieg 2012
Damit warten die Gastgeber weiter auf den ersten Heimsieg im Kalenderjahr 2012.
Selbst Foda wusste nicht so recht, ob er sich nach dem Abpfiff über das Ergebnis freuen sollte:
"Eigentlich sollte man als Trainer zufrieden sein, wenn man nach einem 0:2-Rückstand noch einen Punkt holt, aber es ist dennoch eine leise Enttäuschung da."
Micanski erleidet Handbruch
Zudem erlitt Stürmer Ilian Micanski unmittelbar nach seiner Einwechslung in der 59. Minute einen Bruch der linken Mittelhand.
Ein Einsatz des Bulgaren in der kommenden Zweitliga-Partie der Pfälzer beim VfR Aalen am Freitag ist nach Angaben des Vereins nach derzeitigem Stand aber nicht gefährdet.
Gefürchtete Betze-Stimmung zu spüren
Was die Mitabsteiger aus Berlin und Köln bereits am Wochenende erfahren mussten, wurde auch den "Roten Teufeln" vor Augen geführt:
Der Weg zurück in die Bundesliga ist steinig und lang.
Doch trotz des mageren Punktgewinns zum Auftakt gibt der Auftritt der neuformierten Mannschaft Anlass zur Hoffnung.
Denn ungeachtet der enttäuschend verlaufenen vergangenen Bundesliga-Spielzeit war in Kaiserslautern wieder die früher gefürchtete Betze-Stimmung zu spüren.
Auch Union-Coach Uwe Neuhaus lobte die "für ein Zweitliga-Spiel tolle Atmosphäre".
Prompt gelang dem FCK die furiose Aufholjagd, auch wenn sie nur mit einem Punkt belohnt wurde.
Neuzugang und Youngster treffen
Zudem zeigte Neuzugang Idrissou, dass er das Vakuum im Sturmzentrum der vergangenen Saison füllen kann und traf gleich zweimal per Kopf.
Doch vor allem der junge Zuck könnte zum neuen Hoffnungsträger werden.
Der 22-Jährige, der bisher nur in der U 23 der Lauterer in der Regionalliga zum Einsatz gekommen war, zeigte auf der linken Außenbahn eine gute Leistung und krönte seinen Auftritt mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 3:2.
"Ein wahnsinniges Gefühl"
"Das ist ein wahnsinniges Gefühl, vor der Westkurve so ein tolles Tor zu schießen. Der Trainer hat mir das Vertrauen geschenkt und ich wollte dieses natürlich auch zurückgeben", sagte Zuck nach der Partie.
"Wir haben gekämpft und unser Bestes gegeben. Leider hat es mit einem Sieg nicht geklappt."
Auf die Frage, warum er erst jetzt in der Profimannschaft der Pfälzer auftaucht antwortete er mit einem Augenzwinkern:
"Vielleicht bin ich bisher übersehen worden."
Foda sorgt für Aufbruchstimmung
Mit seiner unbekümmerten Art auf und neben dem Platz hat Zuck das Potenzial zum Publikumsliebling und zur Symbolfigur für die neue Lauterer Mannschaft.
Mit Idrissou, Enis Alushi und Kapitän Albert Bunjaku standen drei Neuzugänge in der Startformation, auch Zuck spielte in der vergangenen Saison keine Rolle.
Trainer Foda hat mit seinen Wechseln schon jetzt für eine Aufbruchsstimmung gesorgt.

