MSV-Ikone Dietz hilft als Co-Trainer
Duisburg - Der ehemalige Nationalmannschaftskapitän Bernard Dietz hilft seinem Ex-Klub MSV Duisburg als Co-Trainer, nachdem der Zweitligist seinen Chefcoach Oliver Reck (47) am Samstag entlassen hatte.
"Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, in dieser Situation für meinen Verein da zu sein: In der Not zeigt sich, auf welche Freunde man sich verlassen kann", sagte "Enatz" Dietz: (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
Der Europameister von 1980 unterstützt Sportdirektor Ivica Grlic, der als Interims-Trainer die Meidericher am Freitag im Punktspiel bei 1860 München gemeinsam mit Dietz betreuen wird.
Am Montagvormittag hatten Grlic und Dietz die Mannschaft außerplanmäßig zum Training bestellt, nachdem ursprünglich ein freier Tag geplant war.
Grlic erfreut
"Ich freue mich, dass Enatz für uns mit seiner Erfahrung und vor allem auch als Mensch da ist", äußerte Grlic und begründete die Entscheidung für den MSV-Rekordspieler.
Dietz sagte, dass Grlic ihn gebeten habe, diese Woche unterstützend bei der Trainingsarbeit mitzuwirken.
Im Oktober 2006 war Dietz, der zwischen 2002 und 2006 die MSV-Amateure trainiert hatte, als Trainer des damaligen Regionalligisten Rot Weiss Ahlen zurückgetreten und hatte damals erklärt, dass er nie wieder als Trainer arbeiten werde.
Nachfolgersuche läuft
Dietz bestritt zwischen 1970 und 1982 396 Bundesligaspiele für den MSV.
Der 64-Jährige wurde im Sommer 2010 von den Anhängern des MSV mit großem Vorsprung bei der Wahl zu den Legenden, den größten Spielern in der Geschichte der "Zebras", auf Platz eins gewählt.
Der neue Duisburger Cheftrainer soll in der Begegnung beim 1. FC Kaiserslautern am 16. September erstmals auf der Bank sitzen. (DIASHOW: Zweitliga-Torschützenkönige)
Als mögliche Nachfolger von Reck werden Frank Schmidt vom Drittligisten 1. FC Heidenheim, der mit Grlic bei Alemannia Aachen zusammenspielte und Karlheinz Pflipsen genannt.
Nach Angaben von Dietz werde bereits mit einem potenziellen neuen MSV-Cheftrainer derzeit intensiv verhandelt.
Dresden-Pleite macht Dietz traurig
Der neue Mann auf der Kommandobrücke soll in der kommenden Woche vorgestellt werden und in der anderthalbwöchigen Länderspielpause die Mannschaft, die nach Einschätzung von Dietz durchaus zweitligatauglich ist, wieder auf Kurs bringen.
Nach der 1:3-Heimpleite gegen Dynamo Dresden war Dietz erschüttert.
"In über 40 Jahren habe ich noch nicht erlebt, dass Polizei auf dem Platz anrücken musste. Ich bin fassungslos und traurig", sagte Dietz.

