Braunschweig "euphorisch, aber mit Bodenhaftung"
Von Reinhard Franke
München - Neun Punkte, vier geschossene Tore bei nur einem Gegentreffer.
Eine fast makellose Bilanz, die Spitzenreiter Eintracht Braunschweig nach den ersten drei Spieltagen in der noch jungen Zweitliga-Saison aufweisen kann.
Zudem das Weiterkommen im Pokal mit dem souveränen 3:0 beim Regionalligisten VfB Lübeck.
Bei den Braunschweiger "Löwen" herrscht Eintracht, nicht nur auf dem Platz, sondern im ganzen Umfeld. (DIASHOW: Zweitliga-Torschützenkönige)
Durch die Tabellenführung ist eine regelrechte Euphorie entfacht worden.
Am Samstag (ab 12.45 Uhr im LIVE-TICKER) geht es für die Niedersachsen zum starken Aufsteiger VfR Aalen, der auf Rang vier lauert. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
Auch da wollen die Blau-Gelben wieder etwas mitnehmen, am besten dreifach.
"Herausforderung in Aalen"
"Es ist eine echte Herausforderung in Aalen. Das wird ein schwerer Brocken, aber wir wollen natürlich etwas Zählbares mitnehmen", sagt Trainer Torsten Lieberknecht im Gespräch mit SPORT1.
Wer vor der Saison dieses Duell als das Spitzenspiel des vierten Spieltags vorausgesagt hätte, hätte dies gewiss exklusiv gehabt.
"Braunschweig muss man verstehen, das ist ein traditionsreicher Klub mit vielen Fans, der sehr lange mit anderen Dingen zu kämpfen hatte", betont Lieberknecht.
"In den letzten drei Jahren wurde das Ganze etwas erfolgreicher, mit dem Aufstieg in die Zweite Liga, mit dem ersten Jahr dort und jetzt mit dem tollen Start sind die Leute sehr euphorisch, aber immer mit Bodenhaftung beseelt."
Mit Lieberknecht kontinuierlich nach oben
Seit Lieberknecht Cheftrainer ist, ging es stetig bergauf, von der 3. Liga an die Spitze der 2. Liga. Doch abheben will man nicht, so Lieberknecht.
"Wir sind nicht auf dem Höhepunkt, aber der Braunschweiger feiert auch mal ganz gerne", ergänzt der Trainer und lächelt dabei.
"Wir konnten das nicht aufhalten, dass die Leute feiern, wenn wir gewinnen."
Lieberknecht will bei allem Erfolg den Ball flach halten.
Dem Pfälzer, der es als Spieler zwischen 1992 bis 2007 mit seinen Vereinen Kaiserslautern, Waldhof Mannheim, Mainz 05, Saarbrücken und Braunschweig auf 213 Spiele brachte und dabei ganze sieben Tore schoss, blieb in seiner Profi-Karriere der ganz große Erfolg verwehrt.
Erfolgreiche Arbeit wird wahrgenommen
Dies scheint er nun als Trainer nachholen zu wollen. Lieberknecht ist selbstbewusst genug seine Arbeit trotz begrenzter Möglichkeiten in Braunschweig nicht unter den Scheffel zu stellen.
"In den letzten Jahren wurde das immer wahrgenommen, dass hier mehr als ordentliche Arbeit abgeliefert wurde, dass hier eine Mannschaft mit einer hohen Identifikation spielt und sich taktisch sehr variabel zeigt."
Steht am Ende gar der Aufstieg in die Bundesliga?
"Das ist bei uns kein Thema, um Himmels Willen. Für uns ist das Spiel gegen Aalen das Thema und die Weiterentwicklung der Mannschaft. Und diese Entwicklung erkennt man."
Für Lieberknecht ist es aber "nicht verwerflich von einem ganz großen Ziel zu träumen und eine Vision zu haben".
Erstmal im Unterhaus etablieren
Erstmal sei es jedoch "extrem wichtig, den Verein in der Zweiten Liga zu etablieren. Das wäre ein Riesenerfolg".
Das Motto früher wie heute lautet: "Wenig Ungeduld, viel Kontinuität!"
Lieberknecht hat dies quasi inhaliert. Er kann sich momentan jedenfalls keinen besseren Klub vorstellen.
"Weil es ein hoch interessanter Verein ist mit einem hohen Fußballergut an Fans, Fußball-Leben und Tradition. Ich bin sehr glücklich."

