Frontzeck neuer Pauli-Trainer
Hamburg - Der FC St. Pauli ist auf der Suche nach einem neuen Cheftrainer fündig geworden.
Michael Frontzeck tritt dioe Nachfolge des entlassenen Andre Schubert an. Der 48 Jahre alte ehemalige Bundesligaprofi und unterschrieb beim Hamburger Kultklub einen Vertrag bis 30. Juni 2014.
Der 19-malige Nationalspieler war zuletzt im Februar 2011 beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach entlassen worden - nach einer 1:3-Niederlage bei St. Pauli.
Akribischer Arbeiter
"Wir sind davon überzeugt, dass er der Trainer ist, der uns in der jetzigen Situation aber auch mittelfristig weiterbringt", begründete Manager Rachid Azzouzi gegenüber SPORT1 die Entscheidung für Frontzeck.
"Er verfügt über viel Erfahrung als Trainer aber auch Spieler. Er ist ein akribischer Arbeiter und verkörpert die Werte, die auch der FC St. Pauli verkörpert", strich Azzouzi die Qualitäten des neuen Mannes heraus.
Optimistisch fügte er hinzu: "Das wird eune gute und runde Sache."
Zweite Wahl oder Wunschkandidat?
Allerdings ist Frontzeck wohl nur zweite Wahl gewesen, wenngleich Azzouzi betonte, er sei sein "absoluter Wunschkandidat" gewesen.
Der ehemalige Lauterer Trainer Marco Kurz hatte dem Klub in der vergangenen Woche abgesagt.
Einstieg erst am Montag
Frontzeck wird die Nachfolge des am vergangenen Mittwoch entlassenen Andre Schubert allerdings erst am kommenden Montag antreten.
Beim Spiel am Freitag (ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER) gegen Union Berlin sollen noch die Interimstrainer Thomas Meggle, Timo Schultz und Mathias Hain die Mannschaft betreuen.
"Für uns alle und auch für Michael hat das Spiel am Freitag oberste Priorität. Der Fokus muss absolut auf der Partie gegen Union Berlin liegen. Die Mannschaft soll sich nur darauf konzentrieren. Alles andere macht so kurz vorher keinen Sinn", sagte Azzouz zur Begründung.
"Ein sofortiger Beginn könnte die hohe Konzentration, die die Mannschaft in den letzten Trainingseinheiten an den Tag gelegt hat, berühren", fügte er hinzu.
Sechs mickrige Punkte
Auf den ehemaligen Gladbacher wartet allerdings keine leichte Aufgabe.
Nach acht Spielen haben die mit Aufstiegsambitionen in die Saison gestarteten Hamburger nur sechs Zähler auf dem Konto. Von Tabellenplatz 15 aus soll Frontzeck die Saison der Hamburger noch retten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
Am vergangenen Wochenende setzte es eine 0:3-Pleite bei Jahn Regensburg.
Kommunikative Fähigkeiten im Fokus
Doch zumindest spielerisch hatte das Team eine bessere Leistung als zuvor bei den Auftritten unter Schubert abgeliefert.
Frontzecks Vorgänger war zudem auch seine barsche Art zum Verhängnis geworden. (Fr., ab 22.30 Uhr HIGHLIGHTS im TV auf SPORT1)
Auch an seinem Auftreten und kommunikativen Fähigkeiten wird der ehemalige Linksverteidiger auf St. Pauli sich messen lassen müssen.
Entlassungen in Bielefeld und Gladbach
Für Frontzeck ist St. Pauli die vierte Profistation als verantwortlicher Trainer und nach eineinhalb Jahren die Rückkehr auf die Fußball-Bühne.
Bei seinem Debüt stieg er in der Saison 2006/2007 mit Alemannia Aachen in die 2. Liga ab und erklärte unmittelbar danach seinen Rücktritt.
Mit Arminia Bielefeld schaffte er in der darauffolgenden Saison zwar den Klassenerhalt, doch auch dort musste er nur ein Jahr später seinen Hut nehmen.
Sein Engagement bei seinem Stammverein Mönchengladbach endete dann ausgerechnet auf St. Pauli. Nach acht Niederlagen aus zehn Spielen zog der damalige Tabellenletzte aus Gladbach die Reißleine. Sein Nachfolger Lucien Favre schaffte noch den Klassenerhalt.

