Baumann ist absolut der richtige Mann in Aue
Liebe Fußball-Freunde,
Karsten Baumann stand zuletzt in Aue mächtig unter Druck.
Der Trainer durfte seinen Job im Erzgebirge wohl nur behalten, weil die Mannschaft vor der Länderspielpause das Heimspiel gegen Regensburg gewinnen konnte.
Als Trainer merkt man, was im Umfeld passiert. Wenn man spürt, dass das baldige Aus droht, muss man seine Qualitäten unter Beweis stellen.
Es kommt darauf an, Geradlinigkeit und Konsequenz einzubringen, um bei der Mannschaft glaubwürdig zu bleiben.
Wenn man dazu den Rückhalt der Verantwortlichen wie Sportdirektor oder Präsident hat, sollte man so eine Situation in Verbindung mit den Ergebnissen überstehen.
Dabei ist es völlig egal, ob man in einem kleinen Standort wie Aue oder in einer Großstadt arbeitet.
Das ist die Zweite Liga, der Druck und die Erwartungshaltung sind überall groß.
Ich kenne Karsten Baumann, er war mein Spieler in Köln.
Als Aue gegen den FC gespielt hat, war ich vor Ort. Baumann hat viele Jahre in Köln gespielt und ist dort immer noch Vereinsmitglied, aber er hat seine Mannschaft richtig eingestellt und mit Aue gewonnen.
Er ist vom Intellekt und von seinen Fähigkeiten her ein Typ, der alle Probleme bewältigen kann und auch im Stande wäre, einen Erstligisten zu trainieren.
Baumann ist absolut der richtige Mann in Aue.
Ich gehe auch davon aus, dass Michael Frontzeck zu St. Pauli passt.
Er ist ein hervorragender Trainer, für den es bei seinen letzten Stationen unglücklich gelaufen ist.
Ich denke aber, dass zwischen ihm und Pauli eine gute Symbiose entstehen kann, da er ein außergewöhnlicher Typ und Fachmann ist.
St. Pauli hat große Ambitionen, der Verein war davon ausgegangen, oben mitzuspielen.
In der aktuellen Lage muss nun umgedacht werden, dafür dürfte Frontzeck der richtige Trainer sein.
Trotz der schwierigen sportlichen Situation ist die Stimmung weiter klasse und die Fans stehen hinter der Mannschaft.
Es gibt weder in der Bundesliga noch in der Zweiten Liga etwas Vergleichbares.
Das ist eine gute Perspektive für Michael Frontzeck.
Traurig ist hingegen die Situation bei meinem alten Verein VfL Bochum.
Wenn die Mannschaft am Freitag nicht gegen Hertha BSC gewinnt, steht sie mit dem Rücken zur Wand.
Dann muss man sich mit dem Abstiegskampf beschäftigen.
Euer
Peter Neururer
Peter Neururer analysiert als Experte die Zweite Liga im TV und Internet für SPORT1. Als Trainer arbeitete er u.a. für den 1. FC Köln, Hertha BSC, Schalke 04, Hannover 96 und den VfL Bochum. Zuletzt trainierte er von 2008 bis 2009 den MSV Duisburg.

