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Zweikampf in einem eher mäßigen Match: Martin Amedick (l.) und Milorad Pekovic © getty

Der FCK und der FSV Mainz 05 stehen sich im Weg. Nach dem Remis im Fritz-Walter-Stadion jubeln Freiburg und Greuther Fürth.

Kaiserslautern - Nachdem sich der 1. FC Kaiserslautern und der FSV Mainz 05 den Sprung an die Spitze vermasselt hatten, war überall in den Gängen des Fritz-Walter-Stadions die gleiche Phrase zu hören.

"Wir können damit gut leben", meinten nahezu alle Beteiligten im Anschluss an das 1:1 (0:1) im niveauarmen rheinland-pfälzischen Zweitliga-Derby.

Die neue Situation an der Tabellenspitze wurde damit galant ignoriert.

Eigentlich können weder der Aufstiegsaspirant aus der Pfalz noch der Herbstmeister aus Mainz mit dem Remis zufrieden sein.

Die eigentlichen Sieger der Partie heißen SC Freiburg (33 Punkte) und Spvgg Greuther Fürth (32). Beide Klubs sind zu Beginn der Rückrunde an den rheinland-pfälzischen Vereinen (jeweils 32) vorbeigezogen.

Strutz ist nicht überrascht

Für FSV-Präsident Harald Strutz ist die neue Konstellation offenbar kein Grund zur Sorge. Der Klubchef des Ex-Spitzenreiters hofft nach wie vor auf ein zukünftiges Erstliga-Derby zwischen den Lokalrivalen.

"Es wäre mir sehr recht, wenn am Ende beide Vereine aufsteigen würden", sagte Strutz, der vom mäßigen Niveau der Partie nicht überrascht war: "Das war nicht anders zu erwarten. Da war zu viel Leidenschaft im Spiel, es wurde sehr verbissen gekämpft."

In der Tat stand der Kampf während der kompletten 90 Minuten im Vordergrund, spielerische Element kamen zu kurz.

Mainz enttäuscht

Während der vor acht Monaten fast abgestiegene FCK sich für diese Spielweise nicht unbedingt zu schämen braucht, war die Vorstellung der hochgelobten Mainzer vor allem in der zweiten Hälfte enttäuschend.

FSV-Coach Jörn Andersen, dessen Klub kurz vor dem Ende der Transferperiode den Südafrikaner Delron Buckley von Bundesligist Borussia Dortmund verpflichtete, sah dies ähnlich.

"Ich fahre mit gemischten Gefühlen nach Hause. Mit dem Anfang bin ich zufrieden, dann nicht mehr", erklärte der Norweger, dessen Team in der ersten halben Stunde eine vorzeitige Entscheidung gegen eine völlig verunsicherte Heim-Mannschaft verpasst hatte.

Nervöse Lauterer

Der Grund für die Nervosität der Lauterer war der frühe Rückstand durch das Tor von Markus Feulner (6.), dem ein haarsträubender Fehler von FCK-Innennverteidiger Moussa Ouattara vorausging.

Vor 46.316 Zuschauern gelang es den Mainzern aber nicht, die Verunsicherung der Gastgeber ausznutzen. Feulner (10.) und Aristide Bance (14./22.) vergaben gute Möglichkeiten.

Danach konnte sich der in der laufenden Saison zu Hause ungeschlagene FCK steigern und der kroatische Angreifer Srdjan Lakic sorgte mit seinem zehnten Saisontor für den gerechten Endstand (72.).

Während Lakic aus seinem Treffer Zuversicht für den Kampf um den Aufstieg schöpfte ("Ich bin überzeugt, dass wir gut genug sind, um oben dran zu bleiben"), trauerte FSV-Torschütze Feulner den vergebenen Möglichkeiten nach: "Wenn wir das zweite Tor machen, gehen wir als Sieger vom Platz."

Krawalle verhindert

Als Sieger des Derbys durfte sich derweil die Polizei fühlen. Mehrere hunderte Beamte verhinderten die befürchteten Krawalle.

Vor allem am Bahnhof waren nach Angaben der Einsatzleitung "starke Kräfte notwendig", um ein Zusammentreffen von Randalieren aus beiden Lagern zu verhindern.

Laut der Polizei haben Mainzer Fans Pyrotechnik gezündet, Sachbeschädigungen begangen und rechtsextreme Lieder gesungen. Zwei Männer wurden deshalb festgenommen.

"Problemfan" in Lebensgefahr

Während des Spiels mussten Beamte einschreiten, um einem Mainzer "Problemfan" das Leben zu retten.

Der nach Polizei-Angaben "mit Drogen vollgepumpte" Mann erlitt einen Kollaps und musste aus dem Gästeblock geholt werden. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und ist inzwischen außer Lebensgefahr.

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