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Uli Hoeneß (r.) holte Stefan Reuter als Spieler 1988 zu Bayern München © imago

Im Chaos bei 1860 München meldet sich nun der Bayern-Manager zu Wort - und prophezeit dem Lokalrivalen den "Anfang vom Ende".

Von Matthias Becker

München - Das Chaos bei 1860 München:

Jetzt meldet sich auch Lokalrivale FC Bayern zu Wort.

Und zwar wenig unverblümt in Person von Manager Uli Hoeneß.

"Mein Bauch sagt mir, dass das, was da gerade passiert, der Anfang vom Ende von 1860 München ist", kritisiert Hoeneß in der Münchner "tz" die Geschehnisse bei den "Löwen".

Stevic kommt mit Investor

Nach dem misslungenen Rückrundenstart mit der Pokalniederlage in Hamburg und dem 0:2-Heimauftakt gegen Freiburg musste Sportdirektor Stefan Reuter seinen Hut nehmen. ("Löwen" werfen Reuter raus)

Als Nachfolger präsentierte 1860 Ex-Spieler Miroslav Stevic, der gleich auch noch den Berliner Immobilienunternehmer Nicolai Schwarzer als Investor mit ins Boot holte.

Als "Antrittsgeschenk" brachten Stevic und Schwarzer Antonio Rukavina von Bundesligisten Borussia Dortmund und Nikola Gulan vom AC Florenz als Verstärkungen mit.

"Investoren bedeuten den Anfang vom Ende"

Besonders diese Entwicklung stößt Hoeneß sauer auf: "Solche Investoren, die kein, wirklich keinerlei Herz in so einer Sache haben bedeuten den Anfang vom Ende."

Der Bayern-Manager, der ein großer Kritiker der Entwicklungen vor allem in der englischen Premier League ist, stellt aber nicht nur die emotionale Verbundenheit des Investors in Frage.

Auch Stevic spricht er die emotionale Verbundenheit zum Projekt 1860 ab. "Ich glaube nicht, dass der jetzt gerade Herzblut dadrin hat. Der hat ein paar Euro-Zeichen im Herzen", ätzt Hoeneß.

"Wir sind keine Samariter"

Der Investor widerspricht Hoeneß auch gar nicht in dessen Darstellung:

"Wir sind keine Samariter, die sich wegen ihrer großen sportlichen Affinität ins Haifischbecken stürzen, um dann aufgefressen zu werden", erklärte Schwarzer der "tz".

Vielmehr sei er vollständig von Stevic und dessen Konzept überzeugt.

Kurz bleibt auf Bewährung

Der neue starke Mann bei 1860 übernahm dann auch gleich das Ruder - allerdings nicht mit den erwarteten Folgen:

Trainer Marco Kurz darf vorerst bleiben, zumindest bis zum Auswärtsspiel bei Aufstiegskandidat Mainz am Sonntag. (DATENCENTER: Der Zweitliga-Spielplan)

"Ich werde mir jetzt alles ganz genau anschauen. Und in Mainz ist mein Platz neben Marco auf der Bank", sicherte Stevic zu, deutete aber gleichzeitig vielsagend an: "Nach Sonntag werde ich sicher einige Antworten mehr haben."

Augenthaler als Nachfolger?

Diese Antworten könnten für Kurz, der mit Stevic 2007 gemeinsam den Trainerschein machte, fatal ausfallen.

Glaubt man den Gerüchten rund um das Trainingsgelände der "Löwen" an der Grünwalder Straße, könnte auch die entscheidende Antwort schon feststehen. Der Ex-Profi soll von allen Kandidaten, die sich selbst angeboten haben, Klaus Augenthaler als neuen Trainer favorisieren.

Kurz wäre damit der zweite ehemalige Weggefährte, den der Einstieg von Stevic den Job kosten würde. Mit Ex-Sportdirektor Reuter wurde Stevic 2002 in Dortmund Deutscher Meister.

Am Dienstag verabschiedete sich Reuter nach fast genau dreijähriger Tätigkeit von Chaosklub 1860 München.

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