SPORT1-Experte Peter Neururer ist vom Zustand des 1. FC Köln schockiert und kritisiert die Verantwortlichen - außer Stanislawski.

Liebe Fußball-Freunde,

Der Auftritt des 1. FC Köln im vergangenen Spiel beim 0:0 gegen den MSV Duisburg war ohne Frage ein Rückschritt.

Die Diskrepanz zwischen dem, was erwartet wird und dem, was die Mannschaft momentan abliefert ist riesig.

Wenn gegen den Tabellenletzten fast 40.000 Zuschauer ins Stadion kommen, ist das sensationell. Doch wenn man dann gegen den Tabellenletzten trotz 69-minütiger Überzahl nur Unentschieden spielt, ist das fast schon desaströs.

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Der 1. FC Köln kann und darf sich in der Zweiten Liga niemals unter ferner liefen befinden, sondern muss fortwährend um den Aufstieg zumindest mitspielen. Ziele, wie die, dass man nicht aufsteigen muss, sind in Köln unglaubwürdig.

Beim 1. FC Köln kann es niemals in der Zweiten Liga um einen Wiederaufbau gehen, sonst hat man das Prinzip in diesem Verein nicht verstanden.

Es gab auch schon "Stanislawski raus"-Rufe von den Rängen zu hören. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Er hat diese Mannschaft in dieser Form nicht zusammengestellt. Er hat nur ja zu diesem Verein gesagt. Ihm Vorwürfe zu machen, halte ich nicht für angebracht.

Gedanken machen sollten sich die Personen, die das Gesamtkonzept 1. FC Köln in dieser Saison zusammengestellt haben und auch die, die das, was gerade passiert, nach außen als eine normale Entwicklung verkaufen.

Jeder, der das Trikot mit dem Geißbock trägt, muss wissen, wofür er spielt und welches Ziel er damit verfolgt. Das Ziel des 1. FC Köln muss es immer sein, erstklassig zu sein.

Zweitklassige Leistungen und Tabellenstände, wie das aktuell in Köln der Fall ist, wird dort auf Dauer nicht akzeptiert.

Am Anfang der Saison habe ich gesagt, dass Dynamo Dresden zu den Vereinen gehören kann, die für eine Überraschung sorgen. Was da jetzt passiert, ist vergleichbar mit der Situation in Duisburg, Bochum oder auch St. Pauli. Das ist frustrierend ohne Ende und alarmierend.

Die Situation in Dresden ist brandgefährlich und ich hoffe, dass Ralf Loose das in den Griff bekommt. Auch mein ehemaliger Spieler und Dresdner Manager Steffen Menze sollte die Ruhe bewahren und die richtige Entscheidung treffen.

Wo die Hebel anzusetzen sind, das weiß Loose ganz alleine. An ihm festzuhalten, halte ich für die richtige Entscheidung.

Euer Peter Neururer

Peter Neururer analysiert als Experte die Zweite Liga im TV und Internet für SPORT1. Als Trainer arbeitete er u.a. für den 1. FC Köln, Hertha BSC, Schalke 04, Hannover 96 und den VfL Bochum. Zuletzt trainierte er von 2008 bis 2009 den MSV Duisburg.