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Auf den Ball fixiert: Rostocks Felix Kroos und Aachens Hrvoje Vukovic © getty

Mit zwei Toren geführt, am Ende doch nur 3:3: Trotz Überzahl und guter Leistung verschenkt Rostock in Aachen den Befreiungsschlag.

Aachen - Ex-Bundesligist Hansa Rostock hat den ersten Auswärtssieg der Saison regelrecht verschenkt und einen Schritt aus der Krise verpasst.

Die Mannschaft von Trainer Dieter Eilts kam trotz einer 3:1-Führung und 45 Minuten Überzahl nicht über ein 3:3 (1:0) bei Aufstiegsanwärter Alemannia Aachen hinaus und rutschte mit 18 Punkten auf den Relegationsplatz ab.

Die fünftplatzierte Alemannia (29) holte nach zuvor zwei Niederlagen in Folge somit wieder etwas Zählbares.

Martin Retov mit einem Traumtor (31.) und zweimal Fin Bartels (50. und 76.) hatten die Rostocker zwischenzeitlich mit 3:1 in Führung gebracht.

Drei Standards drehen das Spiel

Doch Benjamin Auer (51.) sowie Markus Daun (81.) und Hrvoje Vukovic (86.) sorgten nach beziehungsweise mit Standardsituationen doch noch für das kleine Erfolgserlebnis der Aachener

Vor allem Hansa-Trainer Dieter Eilts war sprachlos: "Wir sind maßlos enttäuscht. Wir haben ein tolles spiel abgeliefert und genau so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben: Aggressiv nach vorne mit super Chancen. Leider sind wir dann nicht in der Lage, das über die Runden zu bringen."

Vor allem die drei Gegentore nach Standards ließen Eilts den Kopf schütteln: "Die Schwierigkeiten bei den Standards kann ich nicht nachvollziehen. Da sind wir zu naiv an die Sache rangegangen".

Unterzahl ab der 45. Minute

Dabei mussten die Gastgeber ab der 45. Minute in Unterzahl agieren, nachdem Jerome Polenz wegen groben Foulspiels gegen Fin Bartels eine Rote Karte erhalten hatte.

Bartels selbst sah die Rote Karte ein wenig anders als der Schiedsrichter: "Er hat mich zwar getroffen. Aber ob das jetzt eine Rote Karte war, kann ich nicht sagen. Ich denke aber eher nicht."

Vor 18.726 Zuschauern auf dem Tivoli waren die Rostocker im Vergleich zu den letzten Wochen nicht wiederzuerkennen.

Hansa wie ausgewechselt

Hansa spielte erfrischenden Angriffsfußball und setzte die Gastgeber schwer unter Druck, profitierte aber auch von der schwachen Vorstellung der Mannschaft von Trainer Jürgen Seeberger, der unter der Woche seinen Vertrag bis 2010 verlängert hatte.

Aachen-Coach Seeberger konnte die verkrampfte Leistung seiner Truppe durchaus verstehen:

"Nach der Niederlage letzte Woche spüren wir den Druck kommen, und damit haben wir unsere Probleme. Dass es dann mal so aussehen kann wie heute, verstehe ich. Der Druck auf die Spieler mit diesem Publikum ist enorm."

Spott von Meijer

"Die Rostocker lachen sich kaputt, bei Aachen stimmt die Abstimmung überhaupt nicht", hatte der frühere Alemannia-Stürmer Erik Meijer schon zur Pause moniert.

Dabei waren die Schwarz-Gelben mit dem 0:1-Rückstand im ersten Durchgang noch gut bedient, denn Retov und Bartels vergaben weitere Großchancen.

Doch der Kampfgeist der Aachener im zweiten Durchgang zahlte sich aus. Bei der Alemannia verdienten sich Thorsten Stuckmann und Seyi Olajengbesi die Bestnoten.

Bei den Rostockern, die im zweiten Durchgang bei einem Freistoß von Bastian Oczipka noch einen Pfostentreffer verzeichneten, waren die beiden Torschützen Retov und Bartels die besten Spieler.

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