SPORT1-Experte Peter Neururer sieht bei den Löwen noch keine Entwicklung nach dem Trainerwechsel und kritisiert Ismaiks Gebaren.

Hallo Fußball-Freunde,

1860 München hat trotz des Trainerwechsels von Reiner Maurer zu Alexander Schmidt keinen großen Schritt nach vorne gemacht.

Auch wenn die Löwen fünf Zähler aus drei Partien geholt haben, ließ das Unentschieden in Aalen nicht unbedingt eine Entwicklung erkennen.

1860 hat sieben Zähler Rückstand auf Rang drei - das ist enttäuschend. Der Kader ist so stark, dass man damit um den Aufstieg spielen müsste.

[image id="f9c08f4a-63e8-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Der Verein gehört für mich unbedingt in die Bundesliga. Aber in dieser Saison kann ich mir nicht vorstellen, dass es mit dem Aufstieg noch klappt.

Das hängt auch mit den Störfeuern zusammen, die immer wieder aufflackern.

Da sitzt beispielsweise Sven-Göran Eriksson auf der Tribüne und macht sich Notizen. Egal aus welchen Gründen er letztlich da war: Meiner Meinung nach geht das nicht. Man hat ja gesehen, welche Diskussionen daraus entstanden sind.

Präsident Dieter Schneider hat beispielhaft reagiert und sich nicht alles gefallen lassen. Es kann nicht sein, dass Investor Hasan Ismaik sich in das operative Geschäft einmischt.

Der ist so weit weg von der Zweiten Liga und der Mannschaft. Ismaik hat mit seinen Millionen den Verein gerettet und er ist ein wichtiger Bestandteil für die Zukunft der Löwen. Aber was er da gemacht hat, geht gar nicht.

Als Fußball-Fan kann ich nur sagen, dass ich froh bin, dass es die 50+1-Regel gibt. Allerdings denke ich, dass diese Regel irgendwann gekippt werden wird.

Wichtig wird immer sein, dass ein Verein nicht fremdbestimmt ist. Aber wenn jemand viel Geld in einen Klub steckt, dann wird er fast immer auch mitreden wollen. Deshalb ist die große Frage, ob so ein Modell jemals funktionieren kann.

Das kann brandgefährlich sein. Verliert ein Scheich oder wer auch immer die Lust an einem Verein, dann kann dieser tot sein.

Eine Sache muss ich noch zum Sportlichen oder besser gesagt zum Unsportlichen bei den Löwen loswerden - zu Benjamin Lauths Ellbogencheck gegen Marcel Reichwein.

Diese Aktion passt überhaupt nicht zu Lauth, weil er eigentlich ein tadelloser Sportsmann ist. Aber das war klar Rot und er wurde mit Recht gesperrt.

Euer Peter Neururer

Peter Neururer analysiert als Experte die Zweite Liga im TV und Internet für SPORT1. Als Trainer arbeitete er u.a. für den 1. FC Köln, Hertha BSC, Schalke 04, Hannover 96 und den VfL Bochum. Zuletzt trainierte er von 2008 bis 2009 den MSV Duisburg.