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Trainer Marco Kurz übernahm im Frühjahr 2007 den Posten von Walter Schachner © getty

Beim Auswärtsspiel in Mainz kann eine Pleite den "Löwen"-Trainer den Job kosten. Fürth will am Millerntor den Rückenwind ausnutzen.

Von Rainer Nachtwey

München - "Zirkuslöwen": Einen passenderen Ausdruck gab es in den letzten Jahren für TSV 1860 München wohl kaum.

Angefangen mit der Bestechung von Wildmoser junior über die Keilerei um den Präsidentschaftsposten, fortgesetzt mit der Entlassung von Geschäftsführer Ziffzer und nun von Sportdirektor Stefan Reuter ("Löwen werfen Reuter raus"), sorgte das Chaos in der Führungsetage für mehr Schlagzeilen als die Mannschaft.

Damit soll nun Schluss sein. Unter dem neuen Sportlichen Leiter Miroslav Stevic soll es mit dem Traditionsverein wieder aufwärtsgehen. Doch zum Einstand des ehemaligen 1860-Spielers müssen die Münchener Löwen eine schwere Auswärtsreise antreten.

Am 19. Spieltag empfängt mit dem 1. FSV Mainz 05 (Sonntag, ab 13.45 LIVE) ein Aufstiegskandidat die 60er. Dennoch ist Stevic optimistisch. "Wir wollen gewinnen", gibt der 39-Jährige das Ziel vor.

Kurz auf dem Prüfstand

Vor allem Trainer Marco Kurz wird sich an der Vorgabe messen lassen müssen. Er wolle sich erst einmal ein Bild von Kurz machen, "ehe ich mein Urteil abgeben werde", sagt Stevic im Sport1.de-Interview("Sechzig benötigt den Aufstieg"). Rückendeckung hört sich definitiv anders an.

Das 0:2 zum Rückrundenauftakt gegen den SC Freiburg in der heimischen Allianz Arena spielt Kurz zudem alles andere als in die Karten. Vor allem, wenn man die letztjährigen Negativserien bedenkt, die die Münchner in den Rückrunden hingelegten.

Bender fehlt gegen Mainz

Deshalb müssen sich die 60er auch mit dem Thema Abstieg befassen. Mit 22 Punkten aus 18 Spielen haben sie lediglich fünf Zähler Vorsprung auf einen Relegationsplatz. "Wir befinden uns in einer ernsten Lage", weiß auch Stevic.

Für Kurz setzte es vor der Abreise nach Mainz einen weiteren Rückschlag. Mit Lars Bender fällt ein Leistungsträger aufgrund eines Muskelfaserrisses verletzt aus.

Buckley neue taktische Option

Gegner Mainz kommen die angeschlagenen Löwen gerade recht. Nach dem 1:1 im Rheinland-Pfalz-Derby bei Mitaufstiegskonkurrent 1. FC Kaiserslautern wollen die 05er ihre Ambitionen unterstreichen.

Dafür griffen die Mainzer noch einmal in die Tasche und holten den Südafrikaner Delron Buckley von Borussia Dortmund an den Bruchweg. "Mit seiner Schnelligkeit gibt er uns zusätzliche taktische Optionen", sagt Mainz-Manager Christian Heidel.

Mit Buckley, dafür ohne Milorad Pekovic, der aufgrund seiner fünften Gelben Karte pausieren muss, peilen die Mainzer den zehnten Dreier an.

Allerdings warnt Trainer Jörn Andersen vor dem angeschlagenen Gegner. "Ich weiß nicht genau, wieso es diese Saison nicht besser gelaufen ist für die Löwen", wundert sich der Coach.

FC St. Pauli - SpVgg Greuther Fürth

Nach dem 6:1 über den FC Ingolstadt gehen die Fürther mit viel Selbstvertrauen in die Begegnung beim FC St. Pauli. Trainer Benno Möhlmann freut sich auf die heiße Atmosphäre am Millerntor. "Diese positive und gute Stimmung auf St. Pauli hat uns noch nie geschadet. Hier können wir unsere Qualitäten zeigen und Mut und Leidenschaft auf den Platz bringen", sagt der ehemalige HSV-Coach Möhlmann.

Verzichten muss der Trainer auf Sercan Sararer und Martin Meichelbeck. Sowohl der Stürmer als auch der Innenverteidiger fallen aufgrund einer Wadenverletzung aus.

MSV Duisburg - SV Wehen-Wiesbaden

Die Zebras haben mit Ablauf der Wechselfrist noch einmal Veränderungen ihres Kaders vorgenommen. Mit Ibrahim Salou sowie Mounir Chaftarwurden die Verträge aufgelöst und Silvio Schröter zu Drittligist Jena transferiert.

Gleichzeitig sicherte sich der MSV die Dienste von Änis Ben-Hatira. Mit dem Neuzugang vom HSV vorerst auf der Bank wollen die Meidericher gegen Abstiegskandidat Wehen-Wiesbaden ihren Acht-Punkte-Rückstand auf einen Aufstiegsrang verringern.

Auch der Gast kann eine prominente Verpflichtung vorweisen. Mit dem Georgier Levan Tskitishvili kommt ein erfahrener Spieler nach Hessen. Der Mittelfeldspieler sammelte beim SC Freiburg und VfL Wolfsburg Bundesligaerfahrung.

FC Ingolstadt - Rot-Weiß Oberhausen

Für die Ingolstädter geht es darum, die 1:6-Blamage zum Auftakt vergessen zu machen. "Ein Dreier muss her", gibt Trainer Thorsten Fink das Ziel vor.

Zumal der FCI sich zu seinem fünfjährigen Geburtstag am 5. Februar ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk machen will.

Rot-Weiss Ahlen - FC Augsburg

Mit dem FC Augsburg kommt die Mannschaft mit der längsten Erfolgsserie nach Ahlen. Seit elf Spielen ist die Truppe von Trainer Holger Fach ungeschlagen.

Aber auch nach dem 0:0 gegen den 1. FC Nürnberg, Platz sechs und einem Vier-Punkte-Rückstand auf einen Aufstiegsplatz hat der der Coach die Vorgabe nicht geändert. "Wichtig ist, dass wir die magischen 38 bis 40 Punkte holen", sagt Fach im "kicker".

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