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Muss er wieder gehen? Miroslav Stevic spielte von 1994 bis 1998 104 bei den "Löwen" © getty

Der Schwarzer-Deal ist geplatzt. Die DFL hat "erhebliche Bedenken" gegen den Investor. 1860 droht im Chaos zu versinken.

München - 1860 München droht im Chaos zu versinken: Am Montagabend gaben die Löwen bekannt, dass der spektakuläre Deal mit einem Investor geplatzt ist.

Wie die Sechziger in einer Pressemitteilung erklärten, habe die Deutsche Fußball Liga DFL "erhebliche Bedenken" zu dem angedachten Einstieg der Unternehmensgruppe Schwarzer geäußert.

Der Investor wollte mehrere Millionen Euro in den Verein fließen lassen, spekuliert wurde zuletzt über rund sieben Millionen Euro. Wackelt nun auch der Stuhl vom neuen Sportdirektor Miroslav Stevic?

Investitionen liegen auf Eis

"Entgegen den Erwartungen hat die DFL signalisiert, dass die Vereinbarungen zwischen dem TSV München von 1860 und der Unternehmensgruppe Schwarzer auf erhebliche Bedenken stoßen", hieß es in der 1860-Mitteilung.

Und weiter: "Der Verein und Herr Schwarzer haben deshalb beschlossen, den Genehmigungsantrag zurückzuziehen und die Investition bis auf weiteres auf Eis zu legen."

Schwarzer selbst erklärte gegenüber der "TZ": Wenn es darüber Unmut gibt, dann ziehe ich mich zurück."

Gelder bereits geflossen

Am späten Abend gab es zwischen den Parteien wohl noch ein Krisengespräch in München. Im Anschluss äußerte sich der Vizepräsident Franz Maget gegenüber dem DSF.

"Wir möchten nicht in einen Dauerstreit mit der DFL treten und haben uns daher entschlossen, unseren Antrag zurückzuziehen. Wir haben gewusst, dass es noch Hürden gibt, aber nicht gedacht, dass es auf Seiten der DFL noch soviele Fragen und Probleme gibt", sagte der SPD-Politiker.

Im Zuge der angedachten Vereinbarung mit dem Investor war auf sportlicher Ebene ein personeller Wechsel vorgenommen worden.

Sportdirektor Stefan Reuter wurde durch den ehemaligen 1860-Profi Miroslav Stevic abgelöst.

Wie geht es mit Stevic weiter?

Stevic gilt als Vertrauensmann der Investorengruppe. Seine Zukunft steht nach den jüngsten Ereignissen in Frage. "Es ist eine neue Situation. Seine Zukunft werden wir mit ihm am Dienstag erörtern", sagte Maget. Er schloss eine Rückkehr von Stefan Reuter allerdings aus.

Stevic selbst sieht seine Position nicht gefährdet. "Von meiner Seite aus ist nichts passiert. Ich bin gekommen, um hier etwas zu bewegen. Ich habe angedeutet, dass ich das kann", sagte er in der "Bild".

Auf einer Pressekonferenz am 3. Februar hatte die Löwen-Führung erklärt, dass die Sechziger laut einer Vereinbarung in den nächsten vier Transferperioden Geld für Transfers abrufen können.

In Form eines so genannten nachrangigen Darlehens sei bereits Geld geflossen. Schwarzer wäre demnach an einem möglichen Gewinn der KGaA beteiligt, hätte aber auch das Recht auf maximal 25 Prozent der Anteile. (EINWURF: Löwen am Gängelband) Über die Vertragslaufzeit, aber auch die Höhe der Investitionen gab es keine offiziellen Angaben.

Hoeneß: "Der Anfang vom Ende"

Von der DFL gab es bisher keine offizielle Stellungnahme. Die Liga hatte die Verantwortlichen des Klubs zu einem Gespräch eingeladen. Offenbar haben der Investor und der Klub daraufhin kalte Füße bekommen.

Manager Uli Hoeneß vom deutschen Meister Bayern München hatte nach Bekanntwerden des Deals geäußert, dass dies der "Anfang vom Ende" des Stadtrivalen sei, sollte das Geschäft zustande kommen.

Stevic: Nur Euros im Sinn?

An Stevic, der von 1994 bis 1998 für die Löwen 104 Bundesligaspiele absolvierte, ließ Hoeneß kein gutes Haar: "Ich glaube nicht, dass der jetzt gerade Herzblut da drin hat. Der hat eher ein paar Euro-Zeichen im Herzen."

1860-Trainer Marco Kurz stand nach der Stevic-Inthronisierung unter Druck. Doch das Team holte am Sonntag ein verdientes 2:2 beim Aufstiegsaspiranten FSV

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