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Marek Mintal (l.) war 2005 Torschützenkönig in der Bundesliga © getty

Nach dem deutlichen Sieg über Mitkonkurrent Kaiserslautern herrscht in Franken große Euphorie. Coach Oenning drückt auf die Bremse.

Nürnberg - Nach dem klaren Heimsieg gegen den Aufstiegsaspiranten 1. FC Kaiserslautern träumt jetzt ganz Nürnberg wieder selbst vom Sprung in die Bundesliga.

"Das waren Big Points. Wenn wir so weitermachen, können wir zuversichtlich in die Zukunft schauen", sagte Club-Stürmer Christian Eigler, der den Torreigen beim 3:0 (2:0) bereits in der vierten Minute eröffnet hatte.

"Wir haben ein Ausrufezeichen gesetzt", meinte Kapitän Raphael Schäfer.

Mike Frantz (23.) und Marek Mintal (77.) erzielten die weiteren Treffer gegen einen 1. FC Kaiserslautern, bei dem sich der rote Fehler-Teufel eingeschlichen hatte.

Verdienter Nürnberger Erfolg

"Der Sieg für den Club ist verdient, wir haben zu viele Fehler gemacht, und nach dem Platzverweis war es für uns schwer, gegen die Mannschaft mit der besten Abwehr der Liga noch einmal zurückzukommen. Wir haben es bis zuletzt versucht, aber es war nicht mehr für uns drin", sagte der enttäuschte Gäste-Coach Milan Sasic.

Manuel Hornig hatte nach einer Notbremse die Rote Karte gesehen (28.).

Oenning bremst Euphorie

Mit einem Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz, derzeit von Mainz 05 belegt, stehen die Lauterer auf dem vierten Rang der Tabelle. Direkt gefolgt vom 1. FC Nürnberg, der vier Punkte und gleichauf mit dem kommenden Auswärtsgegner Alemannia Aachen hinter Mainz zurückliegt.

Trotz aller Freude über den wiederhergestellten Kontakt zu den Aufstiegsplätzen relativierte Club-Coach Michael Oenning die Euphorie, die sich unter den begeisterten 27.147 Zuschauern breit gemacht hatte.

"Das war ein sehr wichtiger Sieg, aber auch nicht mehr", sagte der Nürnberger Trainer und erklärte, er spreche jetzt genauso wenig vom Aufstieg wie er bei einer Niederlage davon gesprochen hätte, dass alles vorbei sei.

Zu Hause eine Macht

Immerhin soviel Euphorie ließ er nach dem mittlerweile dritten Heimsieg gegen einen Aufstiegsaspiranten nach der SpVgg Greuther Fürth und dem SC Freiburg zu: "Wir sind zu Hause eine Macht geworden. Und wir sind auf allen Positionen doppelt besetzt, das könnte den Ausschlag geben."

Der Sieg habe sehr gut getan, vor allem die Art und Weise. "Wir haben viel richtig gemacht."

Mangelnde Chancenverwertung

Dabei hätte der Erfolg gegen die Pfälzer noch deutlicher ausfallen können. Denn die Chancenverwertung ließ angesichts der Dominanz der Franken zu wünschen übrig. Unter anderem leistete sich der Club den Luxus, in Person von Javier Pinola einen Foulelfmeter

in der 28. Minute zu verschießen.

Zwei von drei Strafstößen hat der Argentinier in der laufenden Saison bereits vergeben, vorerst soll er nicht mehr vom Punkt aus antreten.

Nürnberger "Kinderriegel"

Da der Linksverteidiger zudem seine fünfte Gelbe Karte sah, wird er auf dem Tivoli am kommenden Sonntag ohnehin fehlen. Für ihn könnte der 22 Jahre alte Pascal Bieler zum Einsatz kommen und damit den Nürnberger "Kinderriegel" in der Viererkette perfekt machen.

Gegen Lautern bildeten Dennis Diekmeier (19 Jahre), Dominik Maroh (21) und Stefan Reinartz (20) neben Pinola den Defensivverbund.

"Mannschaft kann mithalten"

Doch ganz gleich, wer aufläuft, für Sportdirektor Martin Bader war vor allem eine Erkenntnis wichtig: "Die Mannschaft sieht, dass sie mithalten kann."

Nach den Eindrücken vom Montagabend sogar mehr als das.

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