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Seit 2006 stürmt Stefan Reisinger für Fürth, wo er bereits von 2001 bis '03 war © getty

Stefan Reisinger will mit Greuther Fürth unbedingt aufsteigen. Er selbst trägt dazu aktuell mit einer beeindruckenden Quote bei.

Von Mathias Frohnapfel

München - Vier Tore, zwei Vorlagen: Kann es einen schöneren Start für einen Stürmer nach der Winterpause geben? Stefan Reisinger sticht nach den ersten beiden Rückrundenspielen in der Zweiten Liga heraus.

Doch der Angreifer der Spielvereinigung Greuther Fürth, mittlerweile drittbester Torjäger der Zweiten Liga (Torjägerliste), bewertet seine Erfolgssträhne zurückhaltend. Zumal ihm Punkte mit den Franken deutlich wichtiger sind.

Als Tabellenzweiter wollen die "Kleeblättler" in dieser Saison endlich nach oben (zur Tabelle). ad

Im Sport1.de-Interview spricht Reisinger (Porträt) über den Aufstiegstraum der Fürther, die Entwicklung der Mannschaft und darüber, wie ihn Ex-Trainer Bruno Labbadia kitzelte.

Sport1.de: Herr Reisinger, erst erzielen Sie zwei Tore gegen Ingolstadt, jetzt zwei gegen St. Pauli. Sie müssen bestens gelaunt sein nach Ihrem doppelten Doppelpack, oder?

Stefan Reisinger: Sicherlich will man gewinnen. Und wenn man dann vorne mit dazu beitragen kann, ist es umso besser.

Sport1.de: Sie reagieren sehr bescheiden. Aber es ist doch selten, dass jemand in zwei Spielen nacheinander einen Doppelpack erzielt und außerdem noch ein Tor vorbereitet. Warum läuft es momentan so gut?

Reisinger: Das Zusammenspiel klappt einfach gut. Das haben wir in der Winterpause auch hart und intensiv trainiert.

Sport1.de: Begeistert Sie Ihr eigener Höhenflug denn gar nicht?

Reisinger: Natürlich ist es schön, wenn man als Stürmer erfolgreich ist. Aber man kann auch nur Erfolg haben, wenn man von der Mannschaft gut in Szene gesetzt wird. Das heißt mit guten Flanken und guten Pässen. Ich versuche - und dafür habe ich im Moment auch die Power - 90 Minuten lang zu marschieren.

Sport1.de: Im vergangenen Jahr stand die Spielvereinigung unter Trainer Bruno Labbadia zum gleichen Zeitpunkt genauso gut in der Tabelle, hatte auch 35 Punkte gesammelt. Kann man da einen Vergleich ziehen?

Reisinger: Nein überhaupt nicht. Wir haben zum Teil eine andere Mannschaft und vor allem einen anderen Trainer. Wir sind auch so in einer sehr guten Verfassung. Außerdem haben wir uns mit Neueinkäufen gut verstärkt, die zudem aufstiegserfahren sind. Wir haben in den letzten Jahren fast immer um den Aufstieg mitgespielt, aber ich denke, dass wir in diesem Jahr einen anderen Weg gehen. Sowohl was die Philosophie angeht, aber auch vom Taktischen her. Da ist jeder Trainer anders.

Sport1.de: Ist die Mannschaft etwas defensiver ausgerichtet als in der Vorsaison?

Reisinger: Nein, das denke ich nicht. Man hat ja in den vorherigen Spielen gesehen, dass wir vor allem viele Tore geschossen haben. Aber genau so wichtig ist es, dass wir hinten dichtgemacht haben.

Sport1.de: Im Winter kamen mit Christian Rahn (Rostock) und Alexander Voigt (Mönchengladbach) zwei erfahrene Profis. Wie ist Ihr erster Eindruck von den beiden?

Reisinger: Christian Rahn hat natürlich bisher voll gespielt im Gegensatz zu Alexander Voigt. Aber wenn Alex wieder seine volle Power hat, wird er auch ungeheuer wertvoll für uns werden. Unsere linke Seite war zuletzt immer unsere Problemseite. Und da ist Christian als Linksfuß eine echte Verstärkung. Er schießt außerdem gute Standards, Freistöße oder auch Ecken. Und er hat eine immense Erfahrung.

Sport1.de: Wie sehen Sie Ihre eigene Rolle im Team unter Trainer Benno Möhlmann? Sein Vorgänger Bruno Labbadia hat Sie ja in der Vorsaison ab und an auf der Bank schmoren lassen, um noch mehr Leistung herauszukitzeln.

Reisinger: Ich hätte letztes Jahr nicht immer gekitzelt werden müssen. Momentan habe ich eine gute Basis. Der Trainer honoriert auch meine Leistung, selbst wenn ich nicht treffe.

Sport1.de: Was bedeutet das konkret?

Reisinger: Er sieht eben, dass ich topfit bin, mich taktisch weiterentwickelt habe und immer alles für die Mannschaft gebe. Gegen St. Pauli habe ich das 1:0 vorbereitet. Das ist genauso wichtig wie selbst eins zu schießen. Früher habe ich mich vielleicht auch selbst zu stark unter Druck gesetzt, mich nur an Toren messen lassen.

Sport1.de: Im nächsten Spiel geht es gegen den FSV Frankfurt. Fürchten Sie, dass man zu Hause etwas überheblich werden könnte, nach so einem Start?

Reisinger: Wir haben vor jeder Mannschaft Respekt. Wir versuchen, niemanden zu unterschätzen. Wir haben natürlich gesehen, dass Frankfurt in den letzten Spielen relativ erfolgreich war. Es wird für uns keine leichte Aufgabe.

Sport1.de: Der 1. FC Nürnberg hat gegen Kaiserslautern souverän 3:0 gewonnen. Spornt Sie das noch mehr an?

Reisinger: Nein eigentlich nicht. Wir wollen unsere Spiele gewinnen und dann ist mir egal, wer unter uns steht und gewonnen hat. Wir müssen uns auf unsere Aufgaben konzentrieren und das hat mir in den letzten Wochen sehr gut gefallen.

Sport1.de: Wen sehen Sie als Mitkonkurrenten um den Aufstiegt?

Reisinger: Die Mannschaften, die jetzt oben stehen sind unsere Konkurrenten. Das ist gar keine Frage.

Sport1.de: Wie bewerten Sie Ihren Lokalrivalen aus Nürnberg?

Reisinger: Sie haben eine gute Mannschaft. Es ist klar, dass sie von der Erwartungshaltung und dem Riesenfanpotenzial her oben mitreden wollen.

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