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Auch in Kaiserslautern fielen die Dynamo-Fans durch Pyrotechnik und Randale auf © imago

Nach der Klatsche in Kaiserslautern randalieren Dynamo-Hooligans in der Innenstadt. Glassplitter fliegen, Bengalos brennen.

Kaiserslautern - Anhänger von Dynamo Dresden haben auch nach der 0:3 (0:2)-Niederlage ihrer Mannschaft beim 1. FC Kaiserslautern (Bericht) am Freitagabend mit schweren Ausschreitungen negativ auf sich aufmerksam gemacht.

Nach der insgesamt zehnten Saisonniederlage der Dresdner randalierten Dynamo-Hooligans auf dem Messeplatz in Kaiserslautern, griffen Polizisten an, beschädigten Busse und Einsatzfahrzeuge.

Ein Businsasse erlitt Schnittwunden durch herumfliegende Splitter, eine Frau einen Schock.

Die Polizei bezifferte den Sachschaden auf 70.000 Euro. Fest- oder Ingewahrsamnahmen gab es offiziellen Angaben zufolge trotz der Krawalle nicht.

Geschäftsführer Müller schämt sich

"Wir wollten auf dem Platz Zeichen von Stärke setzen. Doch schon vor Anpfiff haben sich halbstarke Wirrköpfe mit einer Pyroshow und anderen Gewalttaten als Angstbeißer auf dem Betzenberg geoutet. Wie soll da unsere Mannschaft mutig auftreten?", sagte Dynamos Geschäftsführer Christian Müller:

"Diese Typen machen den Fußball und das Ansehen unseres Vereins kaputt. Wir werden in Zusammenarbeit mit der Lauterer Polizei und den Sicherheitskräften alles tun, die Gewalttäter zu ermitteln und mit aller Härte zu bestrafen. Als Verantwortlicher schäme ich mich für den Auftritt einiger Leute im Gästeblock."

"Äußerst aggressive" Dresdner

Im Stadion waren die Beamten bereits vor dem Anpfiff mehrfach eingeschritten und hatten eine Gruppe Dresdner zurückgedrängt, die den Nachbarblock stürmen wollte.

Unmittelbar vor Spielbeginn und während der zweiten Halbzeit zündeten die nach Polizeiangaben "zum Teil äußerst aggressiven" Dynamo-Anhänger "massiv Pyrotechnik".

"Es hat sich während des gesamten Einsatzes gezeigt, dass bei den Dresdnern erhebliches Gewaltpotenzial sowie ein hohes Maß an Aggressivität vorhanden waren. Deshalb war die starke Polizeipräsenz sehr wichtig", sagte Einsatzleiter Franz-Josef Brandt.

Dynamo aus DFB-Pokal ausgeschlossen

Dynamo Dresden steht wegen seiner gewalttätigen Anhänger derzeit stark unter Druck.

Im Dezember hatte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Zweitligisten wegen "fortgesetzten unsportlichen Verhaltens" seiner Anhänger für den kommenden Pokalwettbewerb gesperrt.

Bereits in der vergangenen Saison hatten die Dresdner nach Ausschreitungen beim Pokalspiel in Dortmund im Oktober 2011 erst in der Berufung vor dem DFB-Bundesgericht die bislang einmalige Strafe abwenden können.

Die erneute Berufung der Dresdner gegen den Pokalausschluss wurde noch nicht verhandelt.

Seit sieben Spielen sieglos

Auch in sportlicher Hinsicht nimmt der Druck auf die Mannschaft des neuen Trainers Peter Pacult nach der Pleite auf dem Betzenberg weiter zu (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Seit sieben Partien warten die Dresdner mittlerweile auf einen Sieg, der Rückstand des Tabellen-16. auf das definitiv rettende Ufer beträgt schon vier Punkte.

"Am Ende ist es ernüchternd für uns, dass wir hier mit einem 0:3 nach Hause fahren, obwohl wir eigentlich kein schlechtes Spiel gemacht haben. Aber das ist Fußball", resümierte ein enttäuschter Coach Pacult nach dem Spiel.

Karl bringt FCK auf die Siegerstraße

In diesem hatte Mittelfeldspieler Markus Karl den FCK nach ausgeglichener Anfangsphase in der 24. Minute in Führung gebracht.

Mohamadou Idrissou (40.) mit seinem ersten Treffer seit 633 Minuten sowie Erwin Hoffer (81.) machten vor 32. 925 Zuschauern den zehnten Saisonsieg der Gastgeber perfekt (35464DIASHOW: Zweitliga-Torschützenkönige).

"In der Nachbetrachtung war es ein souveräner Sieg, aber man muss schon sagen, dass das Ergebnis das Spiel nicht richtig wiederspiegelt", bilanzierte Karl.

"Es war ein hartes Stück Arbeit und die Dresdner haben gut mitgespielt. Wir haben uns dann aber ins Spiel gefightet und nach dem 1:0 lief es dann noch besser."

Foda: "Noch genug zu verbessern"

In verfrühte Euphorie wollte FCK-Coach Franco Foda angesichts des Sieges und der mittlerweile 38 Punkte seiner drittplatzierten Lauterer aber nicht verfallen.

"Insgesamt sind wir natürlich zufrieden mit dem Sieg, es gibt aber immer noch genug zu verbessern", sagte der 46-Jährige.

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