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Die Hoffnung schwindet immer mehr: Hansa Rostock steuert dem Abstieg entgegen © getty

Rostock taumelt Liga drei entgegen. Coach Eilts gerät immer stärker unter Druck, der Aufsichtsrat verharmlost die Lage.

Rostock - Manche an der Ostsee scheinen den Ernst der Lage noch immer nicht ganz begriffen zu haben:

Nur eins der vergangenen zwölf Ligaspiele hat Zweitligist Hansa Rostock gewonnen, nun gab's ein 1:3 (1:1) gegen den SC Freiburg.

Kurzum: Der Tabellen-Drittletzte droht von der 1. in die 3. Liga durchgereicht zu werden, schlittert dem zweiten Abstieg hintereinander entgegen. (zur Tabelle)

Und doch zeugen die Rostocker Reaktionen von fehlender Weitsicht:

"Weit entfernt von der 3. Liga"

"Wir sind noch weit entfernt von der 3. Liga", kommentierte Hansa-Aufsichtsratschef Adalbert Skambraks, die neuerliche Niederlage.

"Wir dürfen den Spielern keine Angst einreden und immer von der 3. Liga sprechen. Das geht mir auf den Wecker."

Dabei sind die Rostocker in der jetzigen Verfassung vom Klassenerhalt weit entfernt - und so kaum noch zu retten.

Während der Klub um seine sportliche Existenz bangt, muss der glücklose Trainer Dieter Eilts (Porträt) zugleich um seinen Job kämpfen.

Sechs der vergangenen acht Pflichtspiele unter der Regie des früheren U21-Nationaltrainers haben die Hanseaten verloren und sind auf Rang 16 abgerutscht - nur ein Tor von einem direkten Abstiegsplatz entfernt.

"Die Bilanz ist nicht schlecht - sie ist katastrophal", meinte immerhin Eilts selbstkritisch, nachdem die Abwärtsspirale weiter Fahrt aufgenommen hat - im "Eilts"-Tempo schlittert Hansa gen Abstieg.

"Jeder kann die Tabelle lesen"

Der Nachfolger von Fan-Liebling Frank Pagelsdorf sieht nun unruhige Tage auf sich zukommen: "Jeder kann die Tabelle lesen. Natürlich wird jetzt diskutiert", so Eilts. Von den Vereinsbossen zumindest erhielt der 44-Jährige vorerst Rückendeckung. "Es gibt keine Trainerdiskussion", erklärte Skambraks.

Realistisch schätzten die Profis die Situation ein. "Wir müssen endlich aufwachen", forderte Mittelfeldspieler Mario Fillinger (Porträt) und meinte in Hinblick auf das Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 am Freitag (17.45 Uhr LIVE): "Ab jetzt gibt es für uns nur noch Endspiele."

Die Niederlage gegen Freiburg auf schwierigen Platzverhältnissen kam Hansa wie ein Deja-vu-Erlebnis vor. Erneut brachte sich das junge Team (Altersschnitt: 23,1 Jahre) durch Stellungsfehler bei Standards um den Lohn einer ansprechenden Leistung.

Gegentore nach Standards

Nachdem Fillinger (15.) die SC-Führung durch Tommy Bechmann (3.) ausgeglichen hatte, nutzte "Joker" Witali Rodijonow (64./75.) zwei Unachtsamkeiten in der Rostocker Abwehr nach Freistößen zum 2:1 und 3:1. Damit fielen sechs der sieben Rückenrunden-Gegentreffer nach ruhenden Bällen.

"Es ist absolut zum Kotzen, das wir uns immer wieder durch eigene Dämlichkeiten hinten selbst schlagen", schimpfte Torhüter Jörg Hahnel.

Gäste-Trainer Robin Dutt (Porträt) zollte dem Gegner dennoch Respekt. "Rostock hat uns alles abverlangt. Ich kann kaum glauben, dass sie so weit unten stehen", sagte der 44-Jährige und sprang seinem Kollegen Eilts zur Seite:

Dutt spricht Mut zu

"Ich hoffe, dass Dieter und die vielen jungen Talente Zeit bekommen, um sich zu entwickeln. Wir in Freiburg sind diesen Weg gegangen und sind jetzt Erster. Rostock kann es auch schaffen."

Bei den Freiburgern herrschte angesichts von vier Punkten Vorsprung auf Platz vier Jubelstimmung (zum Spielbericht: Freiburg stürmt zurück an die Spitze).

Angesprochen auf einen möglichen Aufstieg meinte Dutt selbstbewusst: "So souverän wie die Mannschaft derzeit auftritt, spricht vieles dafür."

Sogar ein Rückschlag würde seine Mannschaft, die in der Rückrunde alle drei Spiele gewann, wegstecken, meinte Dutt.

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