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Der Kampf um die Bundesliga: Konstantinos Fortounis (r.) und Tobias Strobl(l.) © getty

Kaiserslautern und der Köln treffen im direkten Duell um den Relegationsplatz der 2. Liga aufeinander. Poldi fiebert mit.

Kaiserslautern/Köln - Für Holger Stanislawski ist der Showdown im Kampf um den Relegationsplatz eine "Schweinerei".

"Ich bin lieber der mit der Flinte in der Hand als das Wildschwein, das durchs Unterholz traben muss", sagte der Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Köln, der vor dem Duell der Absteiger am Freitag (ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER) beim 1. FC Kaiserslautern als Dritter einen Punkt Vorsprung auf die Pfälzer hat.

Doch nicht nur Stanislawski, der sich in der Rolle des Jägers wohler gefühlt hätte, packte mit Blick auf die Partie vor 49.780 Zuschauern auf dem ausverkauften Betzenberg das Jägerlatein aus.

"Wir sind jetzt nicht mehr die Gejagten, wir sind jetzt die Jäger", sagte der Lauterer Klubchef Stefan Kuntz, dessen schwächelnder Klub fünf Tage vor der Begegnung von den Kölnern überholt worden war.

Wer sichert sich die Pole Position im Aufstiegsrennen?

Nach 15 Spielen ohne Niederlage liegen die Rheinländer vor den Roten Teufeln und möchten den dritten Platz nicht mehr abgeben. Das machte FC-Vizepräsident Toni Schumacher deutlich - natürlich im Jägerjargon:

"Ich war schon immer lieber der Gejagte. Jetzt muss Lautern gewinnen. Das ist eine tolle Ausgangsposition." Eine noch viel bessere Ausgangsposition hat allerdings die Mannschaft, die am Freitag den "Abschuss" landet.

Allerdings bemühten sich alle Protagonisten nach besten Kräften, diesen Fakt zu ignorieren.

"Freitagabend, Betzenberg, 50.000 Leute - Fußballerherz, was willst du mehr. Aber an diesem Spieltag wird es keine Entscheidung geben. Deshalb fahren wir relativ entspannt nach Kaiserslautern", äußerte Stanislawski. (Highlights ab 22.30 Uhr in Hattrick - die 2. Bundesliga im TV auf SPORT1)

"Wichtig, aber nicht entscheidend"

Auch sein Kollege Franco Foda, der durch den Ausfall von Markus Karl und des Fehlens aller vier verletzten Alternativen ein großes Problem im zentralen Mittelfeld bewältigen muss, hat sich die Scheuklappen aufgesetzt.

"Das ist ein wichtiges, aber kein entscheidendes Spiel. Es wird auf jeden Fall spannend bleiben", sagte der FCK-Coach, der im Hinspiel Zeuge eines tollen 3:3 gewesen ist: "Falls es wieder ein Unentschieden geben sollte, sind auch die Mannschaften hinter uns wieder in der Verlosung." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach vorne brauchen die Kölner und die Pfälzer, die sieben deutsche Meisterschaften sowie sechs DFB-Pokalsiege auf sich vereinen, in der Tat nicht mehr zu schauen.

Die direkten Aufstiegsplätze sind so gut wie vergeben. Hertha BSC und Eintracht Braunschweig, die am Montag aufeinandertreffen, sind enteilt.

Idrissou will für Kopfschmerzen sorgen

Obwohl die Tabelle bekanntlich nicht lügt, sieht der frühere Kölner Mitchell Weiser den FCK aber besser als er ist. "Wir wollen zeigen, dass wir immer noch die beste Mannschaft in der zweiten Liga sind", äußerte Weiser, der von Bayern München ausgeliehen ist.

Wie Weiser freut sich auch der Lauterer Torjäger Mohamadou Idrissou "ganz wahnsinnig" auf die Partie. Der Kameruner nahm den Mund schon im Vorfeld ziemlich voll.

"Die Kölner wissen genau, was sie erwartet. Gegen den FC habe ich immer getroffen. Mit Freiburg, Duisburg, Frankfurt, Hannover und mit Gladbach beim 5:1 doppelt - wie beim 3:3 im Hinspiel. Wenn die Kölner mich sehen, dann bekommen sie Kopfschmerzen", tönte der Angreifer.

Prinz Poldi drückt die Daumen

Für Stanislawski ist die Ankündigung Idrissous keine leere Drohung.

"Das ist einer der unangenehmsten Stürmer der Liga. Den nimmt man lange Zeit nicht wahr und plötzlich ist er da, hält seinen Kopf hin und macht das Tor", sagte der Coach, der laut Schumacher zum FC passt "wie die Faust aufs Auge".

Auch deshalb wäre der Aufstieg für die Kölner Torwart-Ikone "ein Segen". So sieht es auch der verlorene Sohn, der in London mitfiebert. "Der Aufstiegs-Thriller am Betzenberg lässt mich auch an der Themse nicht los", sagte Lukas Podolski der Bild-Zeitung: "Ich drücke dem FC die Daumen."

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