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Mohamadou Idrissou (l.) steht jetzt bei 14 Saisontreffern und sechs Tor-Vorlagen © imago

Nach dem Sieg im Aufstiegs-Duell bremst der FCK die Euphorie. Die deprimierten Kölner werden von den eigenen Fans gefeiert.

Kaiserslautern - Dieses "Aber" am Ende seiner Analyse war Franco Foda sehr wichtig.

"Aber es war kein Endspiel", sagte der Trainer des 1. FC Kaiserslautern nüchtern, aber mit Nachdruck.

Der Euphorie, die draußen auf dem Betzenberg noch lange nach dem Schlusspfiff Tausende Fans von der Bundesliga träumen ließ, wollte sich der 46-Jährige nicht recht hingeben.

"Es sind noch sechs Spiele", mahnte der Trainer: "Wir müssen den Vorsprung mit Haut und Haaren verteidigen."

Zwar haben die Pfälzer nach dem hochverdienten 3:0 (1:0) gegen den direkten Konkurrenten 1. FC Köln Relegationsplatz drei der Zweiten Liga von den Rheinländern zurückerobert.

Bei nur zwei Punkten Vorsprung reicht aber ein Spieltag, um den Erfolg in der vielerorts zum "Aufstiegs-Endspiel" hochstilisierten Partie zur Randnotiz werden zu lassen.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Löwe: "Noch nichts erreicht"

"Wir haben noch nichts erreicht", sagte Chris Löwe: "Aber für die Mannschaft war es wichtig, wie dominant wir heute Abend aufgetreten sind, nachdem wir nach den letzten Spielen heftige Kritik einstecken mussten."

Mit so viel Selbstvertrauen hatte in der Tat kaum einer der 49.780 Zuschauer im erstmals ausverkauften Fritz-Walter-Stadion gerechnet.

Die in der Rückrunde bislang wenig angsteinflößenden "Roten Teufel" schnürten die Gäste regelrecht in der eigenen Hälfte ein, als wollten sie unbedingt beweisen, "dass wir in die Bundesliga gehören", meinte der Ex-Kölner Mitchell Weiser.

Doppelpack von Idrissou

Mohamadou Idrissou (41./79.), der allerdings nach einem Schlag aufs Knie nach Abpfiff ärztlich behandelt werden musste, und Jan Simunek (50.) sorgten für klare Verhältnisse.

"Wir haben ihnen die Lust am Spielen genommen", sagte Alexander Baumjohann: "Uns kam natürlich entgegen, dass Köln sich nicht nur hinten rein stellt, sondern auch versucht, Fußball zu spielen. Aber das haben wir früh unterbunden."

Kölns Serie gerissen

FC-Trainer Holger Stanislawski beurteilte den "gebrauchten Tag" seiner Mannschaft ähnlich.

"Ich werde nicht den Stab über meine Mannschaft brechen", sagte der 43-Jährige: "Wir haben nicht das gezeigt, was uns vorher in 15 ungeschlagenen Spielen ausgezeichnet hat."

Auch Abwehrspieler Christian Eichner bemängelte den passiven, gehemmten Auftritt seines Teams: "Das darf einfach nicht sein. Auch die Situationen, die wir dann hatten, haben wir kläglich verballert. Wir haben richtig schön neben der Spur gestanden."

Bundesligareife Köln-Fans

Gestört hat das allerdings nicht einmal den hoch anspruchsvollen FC-Anhang.

Die mehr als 7000 mitgereisten Kölner verabschiedeten ihre Mannschaft mit lautstarkem Applaus. "Nach einem 0:3 reagieren nicht alle Fans so", sagte Stanislawski: "Die haben ein sehr gutes Gespür entwickelt. Die Jungs auf dem Platz wollten, konnten aber nicht."

Vorbildlich verhielten sich die Gäste in Kaiserslautern und Umgebung auch nach dem Abpfiff. Die zuständige Polizeiinspektion meldete keinerlei Zwischenfälle.

Zumindest das ist in jedem Fall bundesligareif.

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