vergrößernverkleinern
Marcel Ndjeng (r.) wechselte 2012 vom FC Augsburg zu Hertha BSC Berlin © getty

Hertha BSC und Eintracht Braunschweig marschieren Richtung Aufstieg. Luhukay lobt den Gegner, Lieberknecht stichtelt lieber.

Berlin - Das Objekt der Begierde erinnert eher an eine Autofelge.

Die Trophäe für den Zweitligameister ist vielleicht nicht besonders schön, aber sowohl Hertha BSC als auch Eintracht Braunschweig (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) wollen die Schale mit aller Macht gewinnen.

51 Stunden, nachdem Bayern München in der Bundesliga den 23. Titel perfekt gemacht hat, könnte im Unterhaus zumindest eine Vorentscheidung im Meisterrennen fallen.

Die Kulisse am Montagabend im Duell des Ersten gegen den Zweiten ist mit über 50.000 Besuchern schon erstligareif. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Kampf um die Meisterschaft

"Es geht nicht nur um den Aufstieg, sondern auch darum, wer als Meister ins Ziel kommt", sagte Herthas Trainer Jos Luhukay. Das Team des in Berlin mittlerweile hoch geschätzten Übungsleiters ist leicht favorisiert.

"Wir sind am Montag in der Situation, in der wir vorlegen können", erklärte der 49-Jährige optimistisch: "Die Jungs haben zuletzt richtig gut trainiert."

"Gute Arbeit in Braunschweig"

Für Gegner Braunschweig hat Luhukay nur lobende Worte. "Die Mannschaft spielt eine sensationelle Saison", sagte der ehemalige Coach des FC Augsburg.

Der Verein habe sich "viel Positives" erarbeitet. Die Mannschaft werde immer nur punktuell verstärkt, das Gerüst stehe seit Jahren.

"Dort wird in den verantwortlichen Positionen richtig gut gearbeitet", so Luhukay, dessen Team einen Punkt Vorsprung hat.

Verbale Spitzen im Vorfeld

Torsten Lieberknecht wollte sich der Lobhudelei nicht anschließen, dafür stichelte Braunschweigs Trainer lieber.

"Wir haben in der laufenden Saison mit Hertha schon oft die Plätze getauscht. Die Berliner haben lange gebraucht, um auf den ersten Tabellenplatz zu kommen.

Viel zu lange, mit so einem Kader", sagte der Coach mit Blick auf die teure Mannschaft des Gastgebers.

"Jetzt sind wir am Zug"

Dass die "Alte Dame" in der laufenden Saison zu Hause noch ungeschlagen ist, bereitet Lieberknecht keine Bauchschmerzen:

"Irgendwann kommt mal einer vorbei, der sagt, ist ja schön, dass ihr hier immer gewonnen habt. Doch jetzt sind wir am Zug."

Zudem tankt der Shooting-Star der Zweitliga-Trainer-Zunft Mut aus dem Hinspiel (1:1): "Da haben wir Hertha 70 Minuten mehr als kontrolliert."

Locken Ronny die Millionen?

Bei den Berlinern wird Spielmacher Ronny, der mit 14 Saisontoren großen Anteil am Höhenflug hat, trotz Knieproblemen wohl dabei sein.

Was den Verantwortlichen aber mehr Sorgen bereitet: Noch immer nicht hat der Brasilianer das neue Vertragsangebot bis 2016 angenommen. Angeblich lockt der Wüsten-Klub Al-Ahli mit mehreren Millionen.

Sollte der 26-Jährige gehen, werden Moritz Leitner (Borussia Dortmund) und Andreas Ivanschitz (Mainz 05) als Nachfolger gehandelt.

Pläne für die Bundesliga

"Wir hoffen, dass wir Ronny noch rechtzeitig fit kriegen", meinte Luhukay, der mit Grausen an den letzten Ausfall des torgefährlichen Ballverteilers denkt.

Im Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden Anfang März saß der Bruder des Schalke-Profis Raffael zunächst auf der Bank - prompt verlor Hertha mit 0:1.

Angesichts des üppigen Vorsprungs auf den Relegationsplatz laufen beim Altmeister die Planungen für die Bundesliga schon auf Hochtouren.

Drei bis vier neue Spieler sollen kommen. Für die Abwehr haben die Berliner Sebastian Langkamp vom FC Augsburg auf dem Zettel.

Lustenberger soll verlängern

Unbedingt halten will man neben Ronny auch Fabian Lustenberger.

Der gelernte Mittelfeldspieler avancierte in der Innenverteidigung zu einem Leistungsträger und soll in Kürze verlängern.

Allerdings weiß Manager Michael Preetz auch: "Es war immer klar, dass wir ihm dafür die Bundesliga bieten müssen."

MONTAG:

Hertha BSC - Eintracht Braunschweig

Hertha hat von seinen vergangenen 25 Liga-Spielen nur eines verloren (17 Siege, sieben Unentschieden).

Braunschweig feierte zuletzt zwei Siege in Folge. Von bislang 44 Pflicht-Duellen zwischen beiden Teams gewannen die Braunschweiger 15 (16 Unentschieden, 13 Niederlagen).

Hinrunde: 1:1

(Mo., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER)

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel